Kaffee-Kleinbauern wappnen sich für den Klimawandel

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    Der Pilzschädling namens Blattrost bedroht das Einkommen von Millionen Menschen, die in Zentralamerika auf die Kaffeeindustrie angewiesen sind.

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    Familie Talavera Rivas ist eine von mehr als 400 Familien, die das Projekt unterstützt. Für Bauernfamilien ist es normal, dass die Kinder aushelfen, nicht als Angestellte sondern als Teil der Familie.

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    Der Schattenanbau von Kaffee ist in Nicaragua ein wichtiger Teil der Existenzgrundlage und reduziert CO2.

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    75–80% des weltweit produzierten Kaffees ist Arabica Kaffee.

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    Die Kaffeebohne ist der Samen des Kaffeebaums. Die roten Früchte sind kirschenähnliche Steinfrüchte mit meist zwei Samen, die mit ihren abgeflachten Seiten zueinander liegen.

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    Die steigenden Temperaturen, welche vom Klimawandel herrühren, haben die Verbreitung eines Pilzschädlings namens Blattrost (Hemileia vastatrix) begünstigt.

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    Das Pflanzen verbesserter Sorten benötigt hohe Anfangsinvestitionen.

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    Vier-Stufen-System: Kaffeebaum, Bananen- und Fruchtbäume, sowie einheimische Schattenbäume.

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    Schmetterling in Bananenstaude. Das Projekt fördert die Artenvielfalt.

Dieses Projekt hilft Kaffee-Kleinbauern – sie sind besonders vom Klimawandel betroffen – sich anzupassen, ihr Einkommen zu steigern und die ökonomische Nachhaltigkeit der Kaffeeindustrie in Nicaragua zu unterstützen. Das kombinierte Pflanzen von krankheitsresistenten Kaffeepflanzen mit anderen Baumarten stärkt die natürlich Widerstandfähigkeit der Anbaumethode, diversifiziert die Einkommensquellen, reduziert den CO2-Ausstoss und vergrössert den Lebensraum von Wildtieren.

Der Schattenanbau von Kaffee ist in Nicaragua ein wichtiger Teil der Existenzgrundlage. Allerdings haben die steigenden Temperaturen, welche vom Klimawandel herrühren, die Verbreitung eines Pilzschädlings namens Blattrost begünstigt. Dieses Phänomen bedroht das Einkommen von Millionen Menschen, die in Zentralamerika auf die Kaffeeindustrie angewiesen sind. Dies gilt auch für Nicaragua, dem zweitärmsten Land der westlichen Hemisphäre.

Die Krankheit lässt die Blätter der Kaffeepflanzen verfrüht abfallen, was die Ernte um 10-40 Prozent reduziert. Die Mehrheit der Kaffeebauern kann es sich nicht leisten, auf krankheitsresistente Sorten umzusteigen. Nicht nur benötigt das Umstellen auf verbesserte Sorten hohe Anfangsinvestitionen, die Bauer müssen auch mehrere Jahre warten, bis die neuen Pflanzen herangewachsen sind und eine Ernte abwerfen.

Zahlungen an Kleinbauern, die neue Kaffeebäume pflanzen, unterstützen die Bildung von neuen Kaffee-Agroforstwirtschaftssystemen in kühleren Höhenlagen. Dadurch werden diese weniger anfällig für Blattrost. Zusätzliche bietet das Projekt technisches Training für bestmögliche Produktionsmethoden, um Erträge zu steigern und um Schädlinge und Krankheiten in der Region zu kontrollieren. Dies beinhaltet das Umstellen von Agrochemikalien hin zu biologischen Produkten. Ausserdem erhalten die Bauern verbesserten Marktzugang und erzielen so bessere Preise für ihren Kaffee. 

Das verwendete Agroforstmodell basiert auf einem Vier-Stufen-System. Dieses hilft den Ausbruch des schädlichen Pilzes zu verhindern, es isoliert grosse Mengen CO2 und bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Wildtieren. Überdies werden Erderosionen, Überschwemmungen und Dürren verhindert sowie die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht. Neben diesen ökologischen Nutzen, sichert das Projekt den Kleinbauern zusätzliche Einkommen dank Fruchtbäumen und Feuerholz, ermutigt die Frauen zur Teilnahme an den Rekrutierungstreffen in den Gemeinden und wirkt darauf hin, dass ein Teil der Gelder aus dem Projetk für Schulgebühren und – uniformen verwendet werden.

Das Projekt ist im Nicaraguanischen Hochland, San Juan Rio Coco – auf 75 Hektaren degradiertem Land – angesiedelt, mitten in einer Region, die sich prinzipiell gut eignet für den Anbau der Kaffeesorte Arabica. Trotzdem war es die meist betroffene Region nach einem Blattrostausbruch vor einigen Jahren. Die genaue Position jeder aufgeforsteten Fläche ist punktgenau geortet mit GPS-Technologie und auf Google Maps ist ersichtlich, welcher Bauer wie viele Bäume gepflanzt hat. Die aufgeforsteten Pflanzen werden jährlich überprüft um sicherzustellen, dass die Bäume nach Plan wachsen. Unter Verwendung dieser Daten werden die Auszahlungen an die Bauern berechnet und jeder abgestorbene Baum wird ersetzt. Das Projekt richtet sich nach dem Plan-Vivo-Standard und ist zusätzlich von einer unabhängigen Drittpartei, der Rainforest Alliance, zertifiziert.

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