Energie- und Klimawerkstatt – Die Gewinner im Jubiläumsjahr

21. Juni 2017

Die Energie- und Klimawerkstatt, der landesweite myclimate Bildungswettbewerb für Lernende, feierte die Prämierung der besten Projekte im Renaissance Zürich Tower Hotel. Teams aus Bern, Genf, Domdidier/FR und von mehreren Standorten der Kühne und Nagel AG freuten sich neben der Würdigung ihrer Leistung auch über einen Geldpreis in Höhe von 2000 Franken. Vor der Preisverleihung stellten sich Patrick Kutschera, Geschäftsführer von EnergieSchweiz, Pascal Strässle, Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Griesser AG und Marc Heim, Leiter Division Schweiz Emmi AG, Fragen von Lernenden zum Thema „Heute Lernende – morgen Treiber einer nachhaltigen Wirtschaft“.

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Eines der glücklichen Gewinnerteams der Energie- und Klimawerkstatt 2017 - von links Pascal Marty, Raphael Hutter, Severine Hüsser und Slavko Todorovic, Kühne und Nagel AG (es fehlen Gizem Koyuncu, Ilayda Cay) @Christian Seeholzer

Die Prämierung im Renaissance Zürich Tower Hotel war der krönende Abschluss des Jubiläumsjahres des „dienstältesten“ Bildungsprojektes der Stiftung myclimate. Seit 2006 können Auszubildende und Lernende im Betrieb oder an der Berufsschule eigene Projekte umsetzen, dabei wertvolle praktische Erfahrungen sammeln und Mehrwerte generieren. Im Lehrjahr 2016/17 wurden insgesamt 185 Projekte eingereicht, so viele bislang in keinem Jahr zuvor. Zwölf Teams wurden vorab auf eine „shortlist“ gesetzt, je drei in den vier Projektkategorien: „Energie“, „Sensibilisierung“, „Innovation“ und „Planung“.

Die Gewinnerteams

Der erste Preis in der Kategorie Sensibilisierung wurde an Arthur Groebli, Mélissa Biondo und Melina Reymondin, Interactive Media Designer im 3. Lehrjahr vom Centre de Formation Professionnelle Arts Genève, vergeben. Sie überzeugten die Jury mit ihrem Projekt „Challenge Ecomen“. Dafür installierten sie drei auffällige Recyclingbehälter auf dem Schulgelände. Ihr Ziel war es in nur einer Woche die Menge an sauber getrenntem Müll deutlich zu erhöhen. Dazu haben sie begleitend ein Kommunikationskonzept aufgesetzt.

Grosse Freude herrschte bei Severine Hüsser, Gizem Koyuncu, Ilayda Cay, Raphael Hutter, Slavko Todorovic und Pascal Marty, angehende Kauffrauen bzw. –männer für Internationale Speditionslogistik der Kühne und Nagel AG, über den Hauptpreis in der Kategorie Energie. Ihr Projekt „PET vs. Wasserspender“ zielt darauf, PET-Flaschen aus dem Betrieb zu verbannen und durch die Umstellung pro Jahr ungefähr 7'700kg CO2 einzusparen.

In der Kategorie Innovation überzeugten Micaela Gianini, Nora Mayer, Alexandra Howald und Sarah Grandjean, BMS Lernende im 2. Lehrjahr der Gewerblich Industriellen Berufsschule Bern (GIBB). Sie kreierten mit „NIMM TEIL“ eine Alternative zum Plastikbesteck in der GIBB. Dazu stellten sie Edelstahlbesteck in einer Box als Experiment zur Verfügung, das durch den wiederholten Gebrauch energieeffizienter ist.

„Papierpost durch eine einfache E-Mail zu ersetzen“, so beschreiben Ivan Pizzimento, Mattieu Gachet und Pascal Reymond ihr Planungsprojekt „Ein Schritt in Richtung Digitalisierung, ein Schritt in Richtung Ökologie“, für das sie mit dem ersten Platz belohnt wurden. Die Polymechaniker und Automatiker im 3. Lehrjahr der Wago Contact SA aus Domdidier im Kanton Fribourg haben eine Einsparung von 18’000 Papierbögen, 6’000 Umschlägen, damit 166 kg CO2 und Kosten von rund CHF 6250 pro Jahr errechnet.

Auch die vorab gewählten Publikumsfavoriten von der Ecole des métiers du Valais (EMVs), ein Elektronikerquartett aus dem ersten Lehrjahr, durfte sich über Swisstools für ihr Projekt „Solarladegerät für Handys“ freuen.

Das Projektjahr und die Prämierungsfeier 2017 wurde ermöglicht durch Hauptprogrammpartner EnergieSchweiz, Griesser Storen, AXA Winterthur und Gastgeberin SV Hotel.

Energie- und Klimawerkstattausstellung zu zehn Jahren Projekten in der Schweizer Berufsbildung

Die Wanderausstellung zu zehn Jahren Energie- und Klimawerkstatt bildete den Rahmen für den Anlass. Die modulare Ausstellung mit Grusswort von Bundespräsidentin Doris Leuthard, die seit März durch die Schweiz tourt, wurde in Zusammenarbeit mit der Berufsschule für Gestaltung aus Zürich entworfen. Alle 679 jemals durchgeführten Projekte von Lernenden sind hierbei dargestellt.

Neben der Ausstellung bot das zwanzigminütige Interview mit Patrick Kutschera, Pascal Strässle und Marc Heim ein weiteres Highlight im Programm der Prämierungsfeier. Dabei beantworteten sie Fragen zum Bedarf an Fachkräften in der Zukunft für die Schweizer Wirtschaft. Die Fragen wurden vorab von den Lernenden gesammelt.

Die Energie- und Klimawerkstatt

Die Energie- und Klimawerkstatt hat zum Ziel, Wissen zu Umwelt und dem effizienten Umgang mit Energie zu schaffen und Engagement mit technischem Geschick, Innovationsgeist und gestalterischen Fähigkeiten zu verknüpfen. Die Wettbewerbsaufgabe der Lernenden ist es, Produkte und Projekte zu entwickeln, die CO2 reduzieren, die Energieeffizienz fördern oder die breite Öffentlichkeit zu Massnahmen gegen den Klimawandel im Alltag animieren.

Die myclimate Energie- und Klimawerkstatt ist ein nationaler Projektwettbewerb für alle Lernenden. Es wurden bisher von über 8'100 Lernenden 864 Projekte eingereicht. Ohne fachliche und finanzielle Unterstützung von verschiedenen Seiten ist die Umsetzung des landesweiten Projektes nicht möglich.

Seit 2015 bringt sich EnergieSchweiz nicht nur inhaltlich ein, sondern agiert auch als Hauptpartner und Namenspate. Die Trägerschaften übernahmen in den zehn Jahren u.a. Griesser Storen, AXA Winterthur, SV Hotel, SBB Cargo, Stiftung Mercator, Staatssekretariat für Bildung und Innovation, Cembra MoneyBank, Swisscom, ABB und Emmi.

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