FluidSolids – myclimate Ökobilanz bestätigt hochinnovatives Materialkonzept

23. Januar 2017

Beinahe zehn Jahre lang hat der Industriedesigner Beat Karrer an einer Biokomposite-Alternative für gängige, industriell verwendete Kunststoffe getüftelt. Mittlerweile ist „FluidSolids“ als Granulat marktreif. „FluidSolids“ ist laut Karrer „eine intelligente Problemlösung“. Neben funktionellen Argumenten spricht auch die Umweltbilanz für die Innovation, wie myclimate in einer Studie nachgewiesen hat. Diese, durch die Klimastiftung Schweiz finanzierte Studie, ist angelehnt an die ISO-Normen 14040 und 14044 für Ökobilanzen und wurde durch eine unabhängige Drittpartei geprüft.

FluidSolids; Beat Karrer, innovative; material

The offices of "FluidSolids" at Hohlstrasse in Zurich

Ziel dieser Ökobilanz war es, die Biokomposite von „FluidSolids“ auf die Gesamtumweltbelastung (nach der Methode von ReCiPe) und nach den Einzelindikatoren Treibhausgaspotential (CO2e), Wasserknappheit (m3), Bodenversauerung (SO2e), Ozonabbaupotential (CFC-11e), sowie Eutrophierung (P e) zu analysieren und mit anderen aus fossilen Rohstoffen hergestellten Kunststoffen zu vergleichen. myclimate hat dabei ebenfalls die verschiedenen Entsorgungswege der Produkte sowie Füllstoffalternativen untersucht. Auf das Produkt selber bezogen wurden zudem die unterschiedlichen Zusätze für die Biokomposite einander gegenübergestellt. 

„Unsere Studie zeigt bei der Bewertung der Gesamtumweltbelastung , dass die Biokomposite von FluidSolids im Vergleich mit handelsüblichen Kunststoffen, aber auch zu  Holz-Plastik-Verbundmaterialien eindeutlig besser abschneiden“, sagt Martin Lehmann, Projektleiter Beratung und Lösungen bei myclimate. „FluidSolids ist aus dem Blickwinkel von Umwelt und Nachhaltigkeit eine hervorragende Alternative im Bereich der Kunststoffe“, führt Lehmann weiter aus. Die Biokomposite schneiden auch bei den untersuchten Einzelindikatoren (CO2, Bodenversauerung, Wasserknappheit, Ozonabbaupotential) besser oder zumindest ebenbürtig im Vergleich zu den Kunststoffen (u.a. Polyamid, Polylactid, Polyethylen oder Polyvynylchlorid) ab.

Das Potenzial ist sogar noch nicht ausgereizt. Bei Verwendung von Produktionsabfällen aus der Industrie würde sich die Bilanz der FS-Biokomposite in Bezug auf Rohmaterialbeschaffung, Energie und Transport sogar noch verbessern. Die ökologischen Vorteile der FluidSolids-Biokomposite zeigen sich gerade  auch bei der Entsorgung. Kunststoffe werden heutzutage noch zu ca. 90% verbrannt, wohingegen die Biokomposite innerhalb von wenigen Monaten schadlos kompostiert werden können. Sowohl für Kunststoffe als auch für Biokomposite empfiehlt sich aus Umweltsicht das Re-Granulieren nach dem funktionellen Lebensende des Produkts, da bis zu 80% der eingesetzten Herstellungsenergie eingespart werden kann.

 „Die durchaus erfreulichen Resultate der Studie untermauern, dass unsere Produkte eine ökologisch sinnvolle Alternative zu klassischen Kunststoffen darstellt“, meint auch Beat Karrer. „Dadurch stellt die Studie für uns ein zentrales Instrument bei der Markteinführung unserer Biokomposite dar“.

„FluidSolids“ ist ein Werkstoff, der sich aus  Füllstoffen,  Bindemittel und Additiven (Zusatzstoffen) zusammensetzt. In den Anfangstagen wurde das Material von Beat Karrer noch selber in einem grossen Küchenmixer gemischt, mittlerweile ist die Pilotanlage zur industriellen Produktion in Betrieb. Die Fasern bezieht Karrer z.B. aus der Holzindustrie, als Füllstoffe können aber grundsätzlich sämtliche Naturfasern verwendet werden, die Additive werden den gewünschten Materialeigenschaften entsprechend ausgewählt und eingesetzt, hinzu kommen die Bindemittel. Für die FluidSolids-Biokomposite gibt es vielfältige Anwendungsbereiche: Für Sitzmöbel, Kleiderbügel oder für die Herstellung von Systembauteilen ist das Material bereits im Einsatz getestet. 

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