Kaffakocher – Kochenergie aus Kaffeeabfällen

14. November 2014

In Äthiopien soll anstelle von Regenwaldholz schon bald mit Abfällen aus der Kaffeeproduktion gekocht werden. Dies ist die Idee hinter dem Projekt Kaffakocher, bei dem myclimate fachlichen Support leistet.

Kaffeeschalen entstehen als Abfallprodukt bei der Kaffeeproduktion.

Mehr als nur Abfall: Im Kaffakocher können auch die sonst nutzlosen Kaffeeschalen als Brennstoff verwendet werden.

Es steht schlecht um den äthiopischen Regenwald. Waren Ende der 60er Jahre noch 40 Prozent des Landes von Wald bedeckt, so ist der Anteil laut geo.de inzwischen auf 2,7 Prozent geschrumpft. Einer der letzten intakten Wälder Äthiopiens ist der Kaffa-Bergregenwald im Südwesten des Landes. 2010 wurde diese Region zwar von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt, doch der Druck auf den Wald bleibt hoch – auch wegen der lokalen Nachfrage nach Feuerholz. Viele Familien bereiten ihr Essen nämlich auf dem offenen Feuer zu. Das ist äusserst ineffizient und wegen der starken Rauchentwicklung auch schädlich für die Gesundheit.

Das von Nadine Guthapfel, bonnepomme GmbH, und Stephan Gutzwiller, Kaskad-E GmbH, zusammen mit Maria Müller, Original Food, ins Leben gerufene Kaffakocher-Projekt nimmt sich der Problematik des Brennholzhungers in der Region Kaffa an: Äthiopien ist das afrikanische Land mit der grössten Kaffee-Ernte. In Zukunft soll darum mit den bei der Kaffeeherstellung als Abfallprodukte anfallenden Kaffeeschalen gekocht werden. Die Schwierigkeit dabei: Die Schalen brennen sehr schlecht. Daher werden im Rahmen des Kaffakocher-Projekts vor Ort Lowtech-Pyrolysekocher hergestellt. Diese sparen 65 bis 70 Prozent Energie ein und können dank Vergasungstechnik die Kaffeeschalen als Brennstoff nutzen.

Auch myclimate ist beim Kaffakocher-Projekt als Partner mit dabei. Einerseits können wir dank unserer Erfahrung bei der Entwicklung von Kocherprojekten fachliche Unterstützung bieten. Andererseits hilft myclimate bei der Berechnung der eingesparten CO2-Emissionen und beim Monitoring des Projektes.

Die gesamten Kosten des Pilotprojektes belaufen sich auf 174'000 Franken. Der Bund unterstützt das Vorhaben über die Plattform REPIC und übernimmt 50 Prozent der Kosten. Die Organisation Geo schützt den Regenwald sowie weitere Partner finanzieren einen weiteren Teil. Mit Crowdfunding auf der Webseite des Projektes sollen nun die letzten 30'000 Franken gesammelts werden. 

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