Klimaexperten aus Japan, Kenia und Peru besuchen Schweizer Gymnasien

11. Dezember 2014

Seit November können auch Gymnasiasten zu Energie- und Klimapionieren werden. Die ersten Workshops waren aussergewöhnlich: Die Mittelschüler haben dort von ausländischen myclimate Experten erfahren, wie es in deren Ländern um den Umweltschutz steht.

Klimaschutzexpertin Yuri Okubo an der Kantonsschule Hottingen

Eine «echte» Japanerin im Klassenzimmer: Klimaschutzexpertin Yuri Okubo an der Kantonsschule Hottingen.

myclimate betreut auf der ganzen Welt Klimaschutzprojekte. Darum waren in diesem November die myclimate Projektmitarbeiterin Yuri Okubo aus Japan sowie die Projektmitarbeiter Paul Leon aus Peru und Job Orina aus Kenia für Koordinationsmeetings in der Schweiz. Diese Chance liess sich das Klimabildungsteam von myclimate nicht entgehen: Zusammen mit den drei Klimaschutzprojekt-Mitarbeitenden wurden im Rahmen der Initiative «Energie- und Klimapioniere» die ersten Workshops für Mittelschüler und Mittelschülerinnen durchgeführt.

Eine der besuchten Klassen war die 2. Handelsschulklasse der Kantonsschule Hottingen in Zürich. Während zweier Lektionen sprachen die myclimate Umweltexperten über Energie- und Klimafragen in ihren Ländern.  «Automaten mit Snacks und Getränken gibt es in Japan an jeder Ecke», klärte etwa die Japanerin Yuri Okubo die 16- und 17-jährigen Schülerinnen und Schüler über eine japanische Eigenart auf. Schon nur die 2,6 Millionen Getränkeautomaten würden pro Jahr gleich viel Energie benötigen wie 1,3 Millionen japanische Haushalte.

Dieser Fakt beeindruckte die Jugendlichen. In der anschliessenden Diskussionsrunde fragten sie prompt, ob sich die Japaner des Klimawandels überhaupt bewusst seien. «Japans Regierung ist leider nicht vorbildlich. Aber seit der Fukushima-Katastrophe ist den Japanern und Japanerinnen klar, dass Energie nicht einfach aus der Steckdose kommt», so Yuris Antwort. Neben den ausländischen Energie- und Klimathemen besprachen die Schülerinnen und Schüler auch den Umgang mit Energie in der Schweiz sowie die Energiestrategie 2050.

Obwohl nicht immer ausländische myclimate Mitarbeitende in der Schweiz weilen, haben die gymnasialen Energie- und Klimapioniere jederzeit die Möglichkeit zum internationalen Austausch. Neben den Workshops «Projektumsetzung konkret» und «Energie- und CO2 Fussabdruck berechnen», wird mit «Die Welt kommt ins Klassenzimmer» eine dritte Unterrichtseinheit mit globalem Fokus angeboten. Im Rahmen dieses Workshops können sich Schweizer Mittelschulklassen per Mail, Skype oder Video mit Schülerinnen und Schüler aus Uganda oder Kenia austauschen.

Gemein haben alle Workshops der Energie- und Klimapioniere, dass die Jugendlichen eine eigene Umwelt-Challenge oder ein Projekt definieren und umsetzen. Ein Teil der Hottinger Klasse will nun eine Woche vollkommen auf Fleisch verzichten. Andere Schülerinnen und Schüler aus Zürich Hottingen haben sich vorgenommen, nur noch jeden dritten Tag länger als fünf Minuten zu duschen. Weitere Projekte für verantwortungsvolle Energienutzung und mehr Klimaschutz finden Sie hier.

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