„ONE SECOND“ Kunstinstallation – die Arktis schmilzt in München

8. Oktober 2013

Bestünde die Stadt München aus Eis, wäre sie in weniger als 18 Stunden verschwunden. Fussballfans ruhig bleiben, das ist nur ein Rechenspiel! Wer aber sehen will, wie viel arktisches Eis in nur einer Sekunde verschwindet, sollte in den Münchner Olympiapark kommen.

„ONE SECOND“ Kunstinstallation – die Arktis schmilzt in München

4819,19m2 – so viel Eis schmilzt in der Arktis jede Sekunde.1 Eine spürbare Folge des Klimawandels, die Janine Mackenroth einerseits bestürzt, andererseits inspiriert hat. Seit Samstang, den 12. Oktober hat die Künstlerin mit der Installation „ONE SECOND“ mitten im Münchner Olympiapark diese Zahl greifbar gemacht.

Das Zeichen „I“ bedeckt mit weisser Farbe eben jene Fläche. Die Installation lädt sowohl zum Anfassen/Begehen als auch zu Rechenspielen ein: in dem Tempo wäre die Fläche ganz Münchens in weniger als 18 Stunden geschmolzen. „I“ hat in diesem Zusammenhang zwei Deutungsebenen. Gelesen als „Römisch 1“ verweist es als Wert auf eine Sekunde, (ONE SECOND). Ebenso bietet sich auch die Leseweise des englischen „I = Ich“ an. Damit wird auf die Teilnahme und die Verantwortung eines jeden Einzelnen für den menschgemachten Klimawandel angespielt.

Die Installation ist für Besucher frei zugänglich. Sie wird bis zum 27. Oktober im Münchner Olympiapark zu bestaunen sein. „Ich würde mich sehr freuen, möglichst vielen Menschen den Inhalt des Projektes - den Schutz von Umwelt und Klima - vermitteln zu können.“, lädt die Künstlerin Besucher zur Einweihung ein.

myclimate unterstützt das Projekt sowohl inhaltlich als auch als Sponsor. Die Sensibilisierung in der Gesellschaft für den Klimawandel und gleichzeitig der Appell an die Verantwortung eines Jeden sind Kernanliegen von myclimate“, betont Stefan Baumeister, Geschäftsführer der myclimate Deutschland gGmbH. Auf der Webseite onesecond.info können die Besucher die eigenen CO2-Emissionen einfach berechnen und auf Wunsch direkt kompensieren.“

Janine Mackenroth erregte im letzten Jahr bei ihrem Happening „BREAKING BREAD“ grosse Aufmerksamkeit. Dabei liess sie 194 alte Brotlaibe (als Symbol für 194 Staaten der Erde) in Anordnung einer Weltkarte sprengen. Alle drei Sekunden erfolgte eine Explosion, der gleiche Zeitabstand, in dem ein Mensch weltweit an den Folgen von Hungersnot sterben muss.

1 Die Zahl errechnet sich in Abgleich der Daten mit dem National Snow and Ice Data Centers der University von Colorado zur Eisschmelze der letzten fünf Jahre. Ausgehend von einem Tiefststand am 18. September 2007 von 4,17 Mio.km2 zu einem Tiefststand am 16. September 2012 von 3,41 Mio. km2 ergibt ein Rückgang von 760.000km2 innerhalb von 5 Jahren.

Du bist inDetail