PARTNERPORTRAIT PAPYRUS AG – Sinnliches Umweltengagement

9. November 2015

Die Papyrus Schweiz AG bestimmt als Grosshandelsunternehmen seit Jahren Trends und Entwicklungen in der Schweizer Papierbranche mit. Einer der Wegbereiter zur starken Marktposition ist das besondere Augenmerk, das Papyrus den Nachhaltigkeits- und Umweltfragen widmet.

myclimate, Papyrus AG, Papier und Umweltschutz

Peter Meier, Managing Director Papyrus Schweiz AG

Seit 2010 arbeitet Papyrus mit myclimate zusammen. Dabei wird der jährliche CO2-Fussabdruck erfasst und dessen Entwicklung bewertet. Die gesamte Logistik des Unternehmens wird zudem mit myclimate kompensiert.

Grund genug, um die Papyrus Schweiz AG in Person von Herrn Peter Meier, Managing Director, als Experten zu den Themen Papier, Klima und Umwelt Stellung nehmen zu lassen.

Herr Meier, bitte ergänzen Sie folgenden Satz „Papier ist einzigartig, weil…

… es auch 2000 Jahren nach seiner Erfindung seine Sinnlichkeit nicht verloren hat und heute mehr denn je mit seiner Haptik ganz bestimmte Emotionen weckt.

Mit dem Aufkommen der elektronischen Kommunikation wurde ein Totengesang für das Papier als Medium eingeläutet, u.a. auch mit dem Argument des geringeren Ressourcenverbrauchs. Wie schätzen Sie die Situation heute ein?

Elektronische- und Print-Kommunikation ergänzen sich perfekt. Elektronische Kommunikation ist schnell, aber auch flüchtig. Print lässt sich im Gegenzug anfassen und macht Inhalte beständig. Wir Menschen empfinden multisensorisch und nur die Print-Kommunikation funktioniert über die Haptik. Haptische Eindrücke wecken gerade in der heutigen schnelllebigen Kommunikation Emotionen und bleiben in der Erinnerung haften.

Betreffend Ressourcenverbrauch hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte viel getan. Unser gesamtes Angebot kommt heute aus zertifizierten oder kontrollierten Quellen. Papier ist eines der meist recycelten Produkte überhaupt, über 60% des Papierbedarfs wird mit Recyclingpapier abgedeckt. Seit 1990 hat die europäische Papierindustrie die CO2-Emmissionen pro Tonne produziertem Papier um 40 % gesenkt. Chlorbleiche ist sowieso schon lange kein Thema mehr. In den Fokus der Umweltverbände ist hingegen der Abfall aus kurzlebiger Elektronik gerückt. Dieser sogenannte „e-waste“ wächst um 3-5% pro Jahr.

In welchen Bereichen nehmen Sie Einfluss, um mit Ihrem Produkt Papier nachhaltiger zu wirtschaften?

Sämtliche Transporte unseres Unternehmens wie auch das ganze Logistikzentrum in Dintikon sind klimaneutral. Damit waren wir schon 2010 Wegbereiter und haben von «myclimate» das entsprechende Zertifikat erhalten.

Mit dem Label «myclimate neutral – Transport» bauen wir die führende Position als verantwortungsbewusstes, ökologisch ausgerichtetes Unternehmen weiter aus und setzen damit den vor Jahren beschrittenen Weg konsequent fort. Bereits im Jahr 2003 wurden wir als erste europäische Papiergrosshandelsfirma mit dem FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) ausgezeichnet. Der FSC-Anteil am verkauften Volumen beträgt 75%.

Weit über 50 % unserer Transporte werden von unserem Partner SBB Cargo auf dem Schienenweg abgewickelt.

Welche Rolle spielt dabei die Kommunikation und die Beweisbarkeit Ihres Nachhaltigkeitsengagements?

Uns ist es wichtig, dass unsere Kunden zum Thema Papier und Umwelt informiert sind. Sei es über unsere klimaneutrale Logistik oder über unser Papierangebot. Auf unserer Webseite finden sich dazu ausführliche Informationen. Und natürlich bewerben wir ökologisch herausragende Produkte, um unser Umweltengagement zu unterstreichen. BalancePure® ist ein Recyclingpapier mit 100 % Altpapieranteil, ausgezeichnet mit dem strengsten Umweltlabel (Blauer Engel) und einer hohen Weisse, wie man sie sonst nur von Frischfaserpapieren kennt.

In welchen Bereichen haben Sie von der Zusammenarbeit mit myclimate profitiert?

Seit 2008 haben wir die Zusammensetzung der Fahrzeugflotte systematisch an aktuelle Technologiestandards angepasst. Umfasste die Flotte im Jahre 2008 noch 32 LKWs der Abgasnorm Euro III, wurden im Jahre 2014 die letzten Fahrzeuge dieser Kategorie ausgemustert. Ebenso wie alle noch übrigen Fahrzeuge der Abgasnorm Euro IV. Die aktuelle Flotte setzt sich entsprechend mehrheitlich aus LKWs der Abgasnorm V+VI zusammen.

Durch Umsetzung zahlreicher Energieeffizienzmassnahmen im Logistikzentrum Dintikon konnten die dortigen Strom- und Heizenergieverbräuche deutlich reduziert werden. Seit 2008 sind der Stromverbrauch in Dintikon um 21% und der Heizenergiebedarf (hauptsächlich durch Erdgas bereitgestellt) um 44% gesunken.

Ein weiterer Bereich, in dem sich die Klimaperformance deutlich verbessert hat, ist im Abfallmanagement. Die durch Abfall und Abwasser verursachten Treibhausgasemissionen sind seit 2008 pro Tonne verkauftes Papier um zwei Drittel gesunken 

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