PARTNERPORTRAIT RICOTER – Die Erde macht den Unterschied

25. April 2016

Gärten oder Pärke, Balkone oder Innenräume - Pflanzen verleihen ihrer Umgebung Atmosphäre. Wesentlich für gesunde Pflanzen ist neben der Bewässerung die richtige Erde. Die RICOTER Erdaufbereitung AG aus Aarberg produziert seit 1981 hochwertige Pflanzenerden. RICOTER legt Wert auf schonende Produktkreisläufe mit einheimischen Rohstoffen und eine hohe Umweltfreundlichkeit. Geschäftsführer Ulrich Otto Zimmer erklärt, was hinter dem Erfolg, dem Augenmerk auf Torf und der Nachhaltigkeitsphilosophie des Unternehmens steckt.

RICOTER, Blumenerden, Torf, Klimaneutralität

RICOTER Geschäftsführer Ulrich Otto Zimmer – im Hintergrund: Markenbotschafterin Melanie Oesch

Herr Zimmer, laut Ihrer Homepage haben Sie mit der Forschung und Entwicklung 1977 begonnen, RICOTER aber erst vier Jahre später gegründet. Was war Ihr spezieller Ansatz?

Die RICOTER Grundidee war „verwerten statt entsorgen“. In der damaligen Zeit war diese Denkweise sehr weitsichtig und eher unüblich. Die Nebenprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft wurden damals noch nicht in Kreisläufe gebracht, sondern einfach deponiert. Mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein wurde die Idee des Recyclings von den Hobby- und auch Profigärtnern aufgenommen und die vorerst hauptsächlich torfreduzierten Produkte konnten langsam Marktanteile gewinnen.

Sie werben damit so torffrei wie möglich zu produzieren, warum?

Torf hat für den Pflanzenbau sehr gute Eigenschaften und kann mit Kalk und Dünger optimal auf die Pflanzenansprüche eingestellt werden. Die Torfverwendung hat aber ökologisch grosse Nachteile. Ganz kurz gesagt „Torfvermeidung ist Moorschutz und Moorschutz ist Klimaschutz“. Wenn Torf abgebaut wird, müssen die Flächen zunächst entwässert werden. Sobald das Wasser – als konservierendes Medium – in den Mooren fehlt, wird Torf zersetzt und der in Jahrhunderten oder Jahrtausenden gespeichert Kohlenstoff wird in Form von CO2 frei.

Dazu kommt noch, dass alle in der Schweiz angebotenen Torfe, oder torfhaltige Erden über sehr weite Strecken transportiert werden. Um diese Nachteile zu vermeiden, sind alle Erden der Marke RICOTER im Wiederverkauf inzwischen komplett torffrei hergestellt. Damit kann jeder Verwender von Blumenerde zum Klimaschutz beitragen.

Hat das nicht Qualitätseinbussen zur Folge?

Torf lässt sich nicht eins zu eins durch einen anderen Stoff ersetzen. Bei der Kombination verschiedener Rohstoffkomponenten und entsprechender Düngung kann man den verschiedenen Ansprüchen sehr gut gerecht werden. Im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon und auch in der Wohnung können die Pflanzen in torffreien RICOTER-Erden ohne Qualitätseinbussen kultiviert werden.

2010 haben Sie Ihre Erden von myclimate berechnen lassen. Ihre Produkte wurden daraufhin mit dem Label Climatop ausgezeichnet. Entsprachen die Ergebnisse Ihren Erwartungen oder resultierten neue Erkenntnisse hieraus?

Wir haben die Berechnungen in Auftrag gegeben, weil wir immer schon davon ausgegangen sind, dass unsere lokalen Rohstoffe ökologische Vorteile gegenüber Torf haben. Uns hat aber überrascht, wie deutlich und gross die Unterschiede in Bezug auf CO2 waren. Eine grössere Balkonbepflanzung ohne Torf kann in Bezug auf CO2 Reduktion durchaus verglichen werden mit eingesparten 1‘000 km Personenwagenfahrt.

Die Pflanzsaison ist zwar schon fortgeschritten, aber haben Sie dennoch einen oder mehrere Expertentipps für Heimgärtner?

Kübelpflanzen, Gemüse und Kräuter können durchaus über die ganze Vegetationsperiode noch gepflanzt werden. Wir empfehlen insbesondere bei grossen Pfanzgefässen immer eine Drainage mit Blähton, oder anderen durchlässigen mineralischen Materialien. So kann überschüssiges Wasser aus der Erde abfliessen und im Wurzelraum sind dadurch genügend Luftporen frei, um den Pflanzen ein gesundes Wachstum zu ermöglichen.

Über RICOTER und die Climatop-Berechnungen

Auch Pflanzenerden haben selbstverständlich einen Klimaeffekt. Emissionen entstehen bei der Gewinnung der Rohstoffe, der Fabrikation, dem Transport, bis hin zum Gebrauch und der Entsorgung. Erstmals 2010 wurden vom Verein Climatop unter dem Dach von myclimate die Klimabelastung von Balkonerden verglichen. Die Resultate bei den berechneten Erden von RICOTER ohne Torfanteil waren eindeutig. Die Klimabelastung dieser Erden war mehr als dreimal so tief bei Vergleichsprodukten mit Torf. Folglich wurden gleich sieben Produkte von RICOTER mit dem Climatop-Label für besonders klimafreundliche Produkte ausgezeichnet.

Seit Mai 2016 sorgen RICOTER Erden auch für eine sichtbare Verschönerung bei myclimate. Die myclimate Dachterasse an der Pfingstweidstrasse wurde im besten Sinne von "Urban Gardening" begrünt. 

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