YES-Kursteilnehmer diskutieren mit Reto Knutti über den Klimawandel

5. Februar 2015

Nach Interlaken kommt Zürich: In der zweiten Kurswoche des Youth Encounter for Sustainability (YES) liessen sich die Teilnehmer auch in Zürich zu Nachhaltigkeitsthemen inspirieren. Als Highlight lieferte Klimaprofessor Reto Knutti neue Denkanstösse.

YES-Kursteilnehmer diskutieren mit Reto Knutti über den Klimawandel

Spannende Fakten: ETH-Professor Reto Knuttli spricht am Climate Café in der Jugendherberge Zürich über den Klimawandel.

Runde zwei für den Youth Encounter for Sustainability (YES) Kurs 2015 in der Schweiz: Nach der Woche in Interlaken trafen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen als Höhepunkt der zweiten Kurswoche am Mittwochabend im Rahmen des Climate Cafés ETH-Professor Reto Knutti. Der Mitverfasser des letzten IPCC-Berichts hatte für die jungen Talente aus 20 verschiedenen Ländern eine klare Botschaft im Gepäck. «Der Mensch hat einen spürbaren Einfluss auf die globale Klimaerwärmung», erklärte er während seines Vortrages und belegte diese Aussage mit eindrücklichen Grafiken und Zahlen.

Nach Knuttis Vortrag brannten den Teilnehmer des YES-Kurses verschiedene Fragen auf der Zunge. «Warum reduzieren nicht alle Länder sofort ihren CO2-Ausstoss?», wollte etwa Steve Shema aus Ruanda wissen. Und die Chinesin Liu Hongwei fragte Knutti, ob er denn als Mitverfasser des IPCC-Berichtes zu Medien sagen könne, was er wolle. Die Frage von Hongwei war schnell beantwortet. «Ja, ich darf immer sagen, was ich will», meinte Knutti. Komplizierter war das Anliegen von Shema: «Wenn du in deinem Haus noch nicht einmal Strom hast, magst du dich vielleicht noch nicht für den Klimaschutz einsetzen», meinte der ETH-Professor zu der Situation in Drittweltländern. Für die Schweiz gebe es jedoch kein Pardon: «Die Schweiz hat Bildung, Technologie und die finanziellen Mittel. Wenn wir nicht vorangehen, wer denn dann?» Beim anschliessenden Apéro nahm sich Professor Knutti die Zeit, die vielen weiteren Fragen zu Klimawandel und politischen Prozessen zu beantworten.

YES-Kurse gehen über den Ansatz einer reinen Wissensvermittlung hinaus. Sie sind interaktiv gestaltet und haben zum Ziel, Teilnehmer mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammenzubringen. Durch Austausch und gegenseitige Inspiration werden die Teilnehmer befähigt, im Anschluss in ihrem Umfeld konkrete Lösungen umzusetzen. Gleichzeitig entsteht ein internationales Netzwerk, das über die einzelnen Kurse hinaus einen regen Austausch fördert und eine nachhaltige Entwicklung weltweit vorantreibt.

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