YES – Rückblick Schweiz, Ausblick Costa Rica und Iran

10. Februar 2016

Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern und haben ganz verschiedene Hintergründe, aber sie alle vereint ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung. 21 Teilnehmende des YES Kurs Schweiz waren zu Besuch in Zürich. Die nächsten Labs stehen schon in den Startlöchern, mit dem Iran steht eine Premiere an.

YES; Youth Encounter on Sustainability; Labs; summer schools; Nachhaltigkeitskurse

Die Teilnehmenden des YES Labs Schweiz 2016.

Tobias aus der Schweiz will Agrotourismus in Peru etablieren, Maryam aus dem Iran möchte die Idee der „Green Water Defense“ verbreiten und Yuhua aus Singapur möchte ihr Wissen zur Umweltwirtschaft in einen grösseren Kontext setzen. Dies sind nur einige der 21 Studenten und Young Professionals, die momentan das YES Lab Schweiz bestreiten. Die international und divers aufgestellte Gruppe machte sich auf den Weg nach Zürich, um vor Ort ihr Wissen rund um Nachhaltigkeitsthemen anhand praktischer Beispiele zu vertiefen.

Zum Frühstück geht’s ums Essen

Kaum aus Seewis in Zürich angekommen begaben sich die Kursteilnehmer zur ETH Zürich, wo Michelle Grant, Direktorin des ETH World Food Systems Center, die Komplexität des weltweiten Nahrungssystems anhand einer eindrücklichen Präsentation erläuterte. Sie zeigte, wie man weltweit mit dem Paradoxon zu kämpfen hat, dass immer mehr Menschen übergewichtig werden und gleichzeitig Millionen von Menschen unterernährt sind. Die YES-Teilnehmenden konnten bei der Diskussion möglicher Lösungen ihre eigenen Erfahrungen mit Herausforderungen in ihren Herkunftsländern einbringen. Dieser Austausch ging passend zum Thema beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa der ETH Polyterasse weiter.

Zürcher Energie für die Welt

Entsprechend den unterschiedlichen Interessen der Kursteilnehmer widmete sich am Nachmittag ein Teil der Gruppe vertieft dem Thema „Nahrung“ an der ETH und der andere Teil begab sich in die Stadt, um zu sehen, wie Zürich das Thema „Energie“ nachhaltig angehen will. Dazu gehörte ein privater Vortrag von Dorothée Dettbarn im Stadtmodellraum, wo neben dem 100 Quadratmeter grossen Stadtmodell gezeigt wurde, wie die Energiestrategie 2050 in Zürich implementiert wird und welche Hürden dabei zu überwinden sind. Direkt im Anschluss besichtigte die Gruppe die Genossenschaft Kalkbreite, welche nach den neusten Richtlinien der Stadtregierung erbaut wurde. Aus erster Hand erklärte Pasquale Talerico, stv. Projektleiter, wie man durch einen gemeinschaftlichen Gedanken nachhaltiges und erschwingliches Wohnen realisieren kann.

Eine Wiedervereinigung der beiden Gruppen gab es an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Zürcher Toni-Areal. Der Fokus lag hier weniger auf den Inhalten der Hochschule, sondern auf der Umwandlung des ehemaligen Fabrikgebäudes zur Bildungsstätte und deren innovativer Ansatz Wissen zu vermitteln. Professor Michael Krohn führte das YES Lab durch die modernen und kreativ-verworrenen Hallen der ZHdK und erklärte, wie architektonisch versucht wurde, eine offene und stimulierende Atmosphäre für die über 2000 Studierenden zu erschaffen. Diese wird durch einen Fokus auf unzählige offene Arbeitsplätze sowie kollaboratives und anwendungsbezogenes Arbeiten auch aktiv gefördert.

Abschluss bei myclimate

Der Tag endete bei myclimate, wo die Teilnehmenden sich mit den Mitarbeitern und Partnern von myclimate in entspannter Atmosphäre austauschen konnten. In den vielen Gesprächen kristallisierte sich ein weiteres Mal heraus, was die YES Labs einzigartig macht: Tobias, Maryam, Yuhua und die anderen YES Teilnehmer mögen aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlichen Zielen gekommen sein, doch das Thema „Nachhaltigkeit“ als gemeinsamer Nenner kreiert ein stimulierendes Umfeld, in dem jeder von den Meinungen und Erfahrungen der anderen profitieren und sich mit Gleichgesinnten vernetzen kann.

Bewährtes in Costa Rica – Premiere im Iran

Zwei weitere YES Labs stehen im Kalender für 2016. Nach den Sommerferien kehrt YES in Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten und der Avina Stiftung wieder nach Costa Rica zurück. Für einen vertieften Einstieg in die Themenschwerpunkte „Food and Land Use“ sowie „Sustainable Supply Chains“ bieten sich dort wieder beste Voraussetzungen. Wie auch schon im vergangenen Jahr werden bekannte Referenten ihr Wissen und ihre Visionen teilen.

Im Dezember steht eine Premiere an: YES wird zum ersten Mal Station im Iran machen. Der lokale Austragungspartner ist die Amirkabir University of Technology in Teheran. Der Iran zeigt trotz seines Reichtums an fossilen Energieträgern immer höheren Bedarf an cleantech Lösungen. Dieses sowohl für inländische wie ausländische Investoren und Firmen hochspannende Feld wird ein Schwerpunkt des YES Labs Iran bilden.

Anmeldung für das YES Lab in Costa Rica und im Iran

Ermöglicht werden die YES Labs u.a. durch die Unterstützung der Stiftung Mercator.

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