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IPCC Berichte

Das IPCC (oft auch als Weltklimarat bezeichnet) wurde 1988 vom United Nations Environmental Programme und der World Metereological Organization eingerichtet und besteht aus weltweit führenden Wissenschaftlern. Das IPCC betreibt selbst keine Forschung, sondern sammelt und analysiert die weltweiten Forschungsergebnisse. Das IPCC erarbeitet daraus die Risikoanalysen zur den Folgen des Klimawandels auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft und entwirft realistische Strategien zur Reaktion darauf. Der Sitz des IPCC befindet sich in Genf.

Bis heute gibt es vier Sachstandsberichte des IPCC: von 1990, 1995, 2001 und 2007. Am berühmtesten ist der IPCC-Bericht 2007, der unter anderem wissenschaftlich breit abgestützt belegte, dass die aktuelle Klimaerwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent durch den Menschen verursacht ist und die CO2-Konzentration noch nie so hoch war, wie in unserem Jahrhundert. Es waren daran 1369 Autorinnen und Autoren sowie rund 2500 Gutachterinnen und Gutachter beteiligt. Die IPCC-Berichte werden durch die Regierungsvertreter der über 100 Teilnehmerstaaten überprüft und bereits politisch gewertet. Sie fallen deshalb jeweils eher vorsichtig aus. Die Berichte sind dafür jedoch sehr breit abgestützt und somit unverzichtbare Standard-Referenzwerke für alle, die mit dem Thema Klimawandel zu tun haben. 2007 wurde dem gesamten IPCC unter der Leitung von Rajendra K. Pachauri der Friedensnobelpreis verliehen.

Das IPCC kam Ende 2009 vermehrt in die Kritik. Der Streit besteht zwischen den sogenannten „Klimaskeptikern“ und den IPCC-Vertretern. Die Klimaskeptiker leiten aus einzelnen Fehlern und einer ungeschickten Kommunikation des IPCC ab, dass es den menschengemachten Klimawandel nicht gibt und wehren sich damit nicht zuletzt gegen politische Veränderungen. Fachleute sind sich einig, dass insbesondere die Kernaussagen im ersten Teil (Ursachen des Klimawandels) nicht in Frage gestellt sind. Es wird aber in Wissenschaftskreisen über mögliche Reformen des IPCC als auch über ein regelmässigeres Erscheinen der Sachstandsberichte nachgedacht.

Kopenhagen-Bericht 2009

Diese Zusammenstellung der wichtigsten neueren Erkenntnisse seit Publikation des IPCC-Berichts geht davon aus, dass sich die Prozesse des Klimasystems schneller verändern könnten, als bisher angenommen. Es wird deshalb eine Stabilisierung der CO2e-Konzentration auf 400 ppm empfohlen, um die Erwärmung auf 2°C gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen. Die Übersicht über die aktuellsten wissenschaftlichen Studien zum Klimawandel wurde an einer Konferenz in Kopenhagen im März 2009 zusammengetragen. Sie hat jedoch noch nicht den komplexen Entscheidprozess durchlaufen wie der IPCC-Bericht, welcher erst 2013 wieder aktualisiert wird. Die Einleitung zum Kopenhagen-Bericht widerspiegelt die Betroffenheit der sonst nüchtern auftretenden Wissenschaftskreise angesichts des Auseinanderklaffens der politischen Blockierung und der wissenschaftlichen Notwendigkeit.

Eine Zusammenfassung (englisch) inkl. den wichtigsten Schlüsselbotschaften an alle politischen Entscheidungsträger (deutsch) findet sich unter Kopenhagen-Bericht 2009: „Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions“