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In allem, was wir kaufen, steckt (graue) Energie

In allem, was wir konsumieren, steckt Energie. Für das Klima besonders relevant ist häufig nicht jene Energie, die bei der Nutzung von Gütern entsteht, sondern die sogenannten "grauen Emissionen". 

Viele Produkte verbrauchen während des Betriebes oder Einsatzes kaum Energie. Beispielsweise verursacht der Einzele beim Lesen der Zeitung kaum relevante Treibhausgas-Emissionen, ähnlich verhält es sich bei der Nutzung von Büromaterial oder beim Genuss eines Apfels. Klimawirksame Treibhausgase entstehen jedoch bei vor- und nachgelagerten Prozessen (z.B. Produktion, Transport und Entsorgung). Dieser für Konsumenten unsichtbare Energieverbrauch wird "Graue Energie" genannt.

In dieser "Grauen Energie" des Konsums stecken beträchtliche Treibhausgas-Emissionen, nämlich rund ein Drittel des Schweizer Gesamtausstosses. Auch die Importe tragen einen beträchtlichen Anteil dazu bei: Insgesamt importiert die Schweiz mit eingeführten Gütern Treibhausgas-Emissionen in der Höhe von 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Graue Energie in Alltagsgütern

Lebenszyklus von Produkten.

Den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen während des Lebenszyklus eines Produkts zu erfassen, ist das Ziel sogenannter Ökobilanzen. Diese zeigen, dass die grössten Einsparpotenziale häufig in der Produktions- und Entsorgungsphase liegen. Entscheidend sind die Energiequellen, auf die bei der Herstellung zurückgegriffen wird, die Menge und Art der Rohstoffe, die Qualität und damit die Lebensdauer des Produkts.

Bislang wurde nur für wenige Produkte eine umfassende Ökobilanz erstellt. Eine Studie des Bundesamts für Umwelt zeigt indes, wie viel versteckte Energie sich grob in manchen Dingen des Alltags verbirgt. Besonders viel Graue Energie steckt in unserer Bekleidung.

Graue Energie verschiedener Alltagsgüter pro Person und Jahr.

Quelle: BAFU 2006a, EMPA 2001, IPTS 2006

 

Aus 100 Gramm Erdöl kann man chemisch gesehen ein Mobiltelefon herstellen, denn Mobiltelefone bestehen weitgehend aus Plastik, das aus Erdöl erzeugt wird. Für den ganzen Fertigungsprozess braucht es aber dreimal so viel Erdöl, nämlich 306 Gramm.