7. November 2017

500 Jugendliche haben es vorgemacht. Die Schülerinnen und Schüler haben es in der „myclimate Klimakonferenz Simulation“ am 7. November in der Stadthalle Reutlingen geschafft, die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf 1,8 Grad Celsius zu begrenzen. Mit dieser Erfahrung sandten sie den Aufruf „ACT NOW“ an die reale Klimakonferenz in Bonn und forderten die politisch Verantwortlichen zu schnellem Handeln auf.

Jugendliche halten 2 Grad Ziel ein und fordern: ACT NOW

Über 500 Jugendliche fordern "ACT NOW" an die Klimakonferenz in Bonn. (Bild: Frank Pieth)

Sie haben es geschafft! Die globale Erwärmung der Erde wurde bis zum Jahr 2100 auf 1,8 Grad Celsius begrenzt! Ein Riesenerfolg für die über 500 Schülerinnen und Schüler von insgesamt sechs Schulen aus Reutlingen, Pfullingen und Tübingen.

Doch von Anfang an: Die teilnehmenden Jugendlichen warteten gespannt im großen Saal der Stadthalle Reutlingen auf die erste Zeitreise ins Jahr 2020. Eine Reise in die Zukunft, auf der die Teilnehmer eingeladen waren, als Bevölkerung selbst mit zu entscheiden, ob es der Menschheit bis zum Jahr 2100 gelingt, die globale Erwärmung unter der in Paris festgelegten Marke von 2 Grad Celsius zu halten. Im schlimmsten Fall hätte es eine Erwärmung auf über 4 Grad geben können.

Die Konferenzsimulation mit Aufruf im Video

Neue innovative Bildungsaktion zur COP 23 in Bonn

Die Schülerinnen und Schüler nahmen an der „myclimate Klimakonferenz Simulation“ teil. Diese innovative und bislang einmalige Bildungsaktion wurde von myclimate zur zeitgleich stattfindenden Klimakonferenz in Bonn konzipiert und im November in der Stadthalle Reutlingen erstmals durchgeführt. Das Ziel der Veranstaltung war es nicht, wie bei sonst oft bekannten Klimakonferenzplanspielen eine einzelne Verhandlung durchzuführen, sondern durch drei Konferenzen in den Jahren 2020, 2035 und 2050 zu erfahren, welche Auswirkungen die Entscheidungen der Gegenwart für die weitere Zukunft – die die Zukunft der heutigen Jugendlichen im Saal sein wird – haben und wo die Menschheit zum Schluss im Jahr 2100 landen wird.

Selber entscheiden, wie die Zukunft aussieht

Die Schüler konnten durch ihr Abstimmungsverhalten in den einzelnen Konferenzen aktiv in den Verlauf der Simulation eingreifen. Sie waren proportional nach der Weltbevölkerung in Ländergruppen organisiert und konnten entscheiden, ob ihr Land viel oder wenig zum Klimaschutz beitragen soll. Dabei kam im Verlauf der Simulation ein durchaus realistisches Szenario zu Stande: Während in der ersten Konferenz 2020 die Euphorie groß war und sich die Bevölkerung der Länder für ambitionierten Klimaschutz für die kommenden 15 Jahre entschieden, flaute diese zur Abstimmung in der Konferenz 2035 ab und bremste die Klimaschutzbemühungen deutlich. Zum Jahr 2050 wurde aber, aufgrund von Umweltschäden und extremen Wettersituationen, erneut der Weg in eine positive Zukunft eingeschlagen. Damit haben es die Jugendlichen über mehrere Jahrzehnte geschafft, die globale Erderwärmung auf 1,8 Grad zu begrenzen und somit unter der 2 Grad-Marke zu bleiben.

„Wir freuen uns, dass sich die Jugendlichen für einen Weg entschieden haben, der das 2 Grad Ziel einhalten soll“, sagt Projektleiter Phillip Baum-Wittke von myclimate, „denn es ist schließlich die Zukunft der jungen Generation, zu der wir diese Simulation gemacht haben. Die heute anwesenden Jugendlichen werden bspw. im Jahr 2050 um die 50 Jahre alt sein und bereits ihre eigenen Kinder haben.“ Es hätte nämlich auch anders kommen können. Tatsächlich war der Verlauf der Simulation komplett offen. Je nach Abstimmungsverhalten wurden die Zahlen und Schaubilder entsprechend verändert. Hätten sich die Jugendlichen stets gegen Klimaschutz ausgesprochen, wäre die Temperatur bis 2100 auf über 4 Grad gestiegen.

ACT NOW – die Botschaft nach Bonn senden

„Die Simulation ist eine sehr gute Aktion und eine gute Erfahrung, die man mal erleben sollte. Ich finde es wichtig, dass auch mal auf uns gehört wird und nicht nur auf die Erwachsenen oder die Politiker, weil wir Jugendlichen die Zukunft sind.“ Um für diese Zukunft die Erwärmung der Erde möglichst gering zu halten, muss so schnell wie möglich gehandelt werden. Und um diese Botschaft aus der Stadthalle in Reutlingen nach draußen zu tragen, formten die Teilnehmenden am Ende der Veranstaltung ein großes „ACT NOW“ in ihren Reihen.

myclimate produzierte aus diesen Aufnahmen ein Video, das an die verantwortlichen Vertreter der Weltgemeinschaft in Bonn gerichtet war. Das Video war eine Aufforderung, ambitionierten Klimaschutz jetzt umzusetzen und den Klimavertrag von 2015 von Paris mit Leben zu füllen. Doch nicht nur die Politiker, sondern alle sind dazu aufgerufen. ACT NOW! - Für eine lebenswerte Zukunft der jungen Generationen von heute.

Die myclimate Klimakonferenz Simulation 2017 in Reutlingen

myclimate dankt allen Förderpartnern und Unterstützern für die finanzielle und inhaltliche Unterstützung:
Das Projekt wurde gefördert durch die freundliche Unterstützung der Stadthalle Reutlingen, Engagement Global (mit Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Naturstrom-Stiftung, BMW-Automobilcenter Menton, Schwörer Haus, Vögele, Kreissparkasse Reutlingen, Stadt Reutlingen, Stiftung für Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, Netzwerk Umwelt der IHK Reutlingen und FairEnergie.

Inhaltlich und in der Umsetzung wurde myclimate unterstütz durch Climate Interactive, Prof. Florian Kapmeier der ESB Reutlingen, die UN-Hochschulgruppe der Uni-Tübingen.

Teilnehmde Schulen waren HAP Grieshaber Gymnasium, Eichendorf Realschule, Johannes-Kepler- Gymnasium und Friedrich-List-Gymnasium aus Reutlingen, Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen und Kepler-Gymnasium Tübingen.

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