Hochmoor-Renaturierung im Naturschutzgebiet Tourbières des Ponts-de-Martel

Projekttyp: Landnutzung und Wald

Projektstandort: Schweiz, Neuchâtel

Projektstatus: In Betrieb, exklusiv

Jährliche CO₂-Reduktion: 1'666 t (Gesamtreduktion)

Dank dem Klimaschutzprojekt kann das Hochmoor in Sous-​Martel-Dernier renaturiert werden, womit weniger Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt. Aber nicht nur der Klimaschutz profitiert von einer Wiedervernässung, sondern auch die Biodiversität, der Wasserhaushalt und der Tourismus sowie die lokale Baubranche.

Moore im natürlichen Zustand haben ein riesiges Speicherpotential für Kohlenstoff. Weltweit speichern Moorböden 30 Prozent des Bodenkohlenstoffs, obwohl sie nur drei Prozent der Fläche bedecken. In der Schweiz wurden einst viele Hochmoore mittels Entwässerungsgräben trockengelegt, um den Boden landwirtschaftlich zu nutzen oder Torf abzubauen. Obwohl sie seit der Rothenthurm-​Initiative von 1987 geschützt sind, befinden sich Zweidrittel der über 500 Hochmoore aus Geldmangel nach wie vor in entwässertem Zustand. Dadurch gelangt kontinuierlich CO₂ in die Atmosphäre. Nur eine Wiedervernässung garantiert, dass ein entwässertes Hochmoor wieder zu einem langfristigen Kohlenstoff-​Speicher wird.

Das Naturschutzgebiet Tourbières des Ponts-​de-Martel ist eine der grössten Moorlandschaften in der Schweiz. Teile des Moores in Sous-​Martel-Dernier im Kanton Neuchâtel – ein Hochmoor von nationaler Bedeutung – befinden sich wegen fehlender finanzieller Mittel ebenfalls noch in entwässertem Zustand. Das Klimaschutzprojekt schliesst diese Finanzierungslücke und ist somit mitentscheidend für das Renaturierungsprojekt, welches vom Kanton Neuchâtel durchgeführt wurde. Das Projekt wird mitfinanziert durch Bundesbeiträge.

Intakte Moorböden als langfristige Kohlenstoff-Speicher

In einem entwässerten Moor dringt Sauerstoff in den Boden ein und wandelt den gebundenen Kohlenstoff im Torfboden in CO₂ um, das in die Atmosphäre entweicht. Um ein Moor wiederzuvernässen, müssen die Drainagegräben mit baulichen Massnahmen geschlossen werden. Sobald der Zustand wieder einem naturnahen, intakten Moor entspricht, hemmt der hohe Wasserstand die Zersetzung des organischen Materials, in welchem grosse Mengen an Kohlenstoff permanent gespeichert sind. Das Klimaschutzprojekt wird möglich, dank einer neuen Methodologie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, die die Menge CO₂-​Emissionen abschätzt, welche dank einer Wiedervernässung vermieden werden. Nach diesem Ansatz binden die obersten 50 cm des renaturierten Torfkörpers potentielle Emissionen von über 1000 Tonnen CO₂ pro Hektar über die nächsten 50 bis 100 Jahre.  

Vielfältiger Nutzen

Moore stehen nicht umsonst unter Schutz. Sie sind Hotspots der Biodiversität. Intakte Moore bieten Lebensräume für seltene oder gar bedrohte Tier-​und Pflanzenarten. Eine Renaturierung verbessert zudem den Hochwasserschutz, die Wasserreinhaltung, das Mikroklima und das Landschaftsbild. Es bietet der Bevölkerung einen Ort zur Erholung. Die Gelder für die Instandstellung des Moores fliessen mehrheitlich in das regionale Gewerbe.

 

Dieses Projekt trägt zu 3 SDGs bei:

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Ein renaturiertes Moor verbessert den Hochwasserschutz und die Wasserreinhaltung.

Renaturierte Moore sind grosse Kohlenstoffspeicher.

1,8 Hektaren wurden wiedervernässt und bieten einen wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Situation ohne Projekt

Trockengelegte Hochmoore setzen CO2-Emissionen frei

Dokumentation

Projektstandard

Partner

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Projektnummer

7823-003

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