Eine verpasste Chance – myclimate zur Abstimmung über das CO2-Gesetz

Am Sonntag, den 13. Juni, hat die stimmberechtigte Bevölkerung in der Schweiz die Annahme des CO2-Gesetzes abgelehnt. myclimate hatte sich im Vorfeld für das Gesetz eingesetzt. Dementsprechend herrscht Enttäuschung vor. Um im Klimaschutz und bei Zukunftstechnologien nicht den Anschluss zu verlieren, sind nun ein schneller Revisionsprozess und freiwilliges Engagement wichtiger denn je.

Stephen Neff, CEO myclimate, engagierte sich im Abstimmungskampf für die Revision des CO2-Gesetzes. Foto: Sebastian Eppler

myclimate bedauert das Abstimmungsergebnis zutiefst. Die Nichtannahme der Revision des CO2-Gesetzes bedeutet eine grosse verpasste Chance. Das NEIN wirft die Schweizer Klimapolitik und den Klimaschutz um Jahre zurück, mit negativen Konsequenzen für die heimische Wirtschaft, welche sich mit deutlicher Mehrheit für das Gesetz ausgesprochen hat. Ihr wird es nun an wichtigen Transformationsmitteln und -anreizen fehlen.

Auch sendet die Schweiz international ein schwaches Signal aus. Die Schweiz wird erklären müssen, wie sie nun gedenkt, ihre Pariser Klimaziele zu erfüllen. Nur dann wird das Land international weiter als verlässlicher Partner gelten.

Die Zeit drängt, denn Wegschauen löst das grosse Problem des Klimawandels nicht. Politisch, aber gerade auch auf wirtschaftlicher Ebene muss jetzt alles dafür getan werden, dass die Schweiz auf einen zielgerichteten Absenkpfad für ihre CO2-Emissionen kommt. Schweizer Unternehmen laufen ohne die politische Abstützung von klimafreundlichen Investitionen und Innovationen Gefahr, hier den Anschluss zu verlieren.

Was bedeutet das NEIN für den freiwilligen Klimaschutz?

Viele Menschen und Unternehmen werden aus einer «Jetzt-erst-Recht»-Haltung sich freiwillig im Klimaschutz engagieren. Das sind wichtige Beiträge, die helfen können, den entstandenen Flurschaden etwas zu begrenzen.

Dennoch befinden sich alle, die sich für Klimaschutz und eine zukunftsfähige Wirtschaft einsetzen, durch das Abstimmungsergebnis nun in einer schwierigeren Position. Mit dem griffigen CO2-Gesetz hätte es eine Basis für verpflichtenden Klimaschutz gegeben. Jedes freiwillige Engagement hätte diesen Rahmen zusätzlich wirksam verstärkt und dabei geholfen, die existierenden Zeit-, Emissions- und Finanzlücken im nationalen und internationalen Klimaschutz zu füllen.  

Stattdessen wird nun gerade wieder in der Wirtschaft Unsicherheit hervorgerufen. myclimate wird Unternehmen weiterhin dabei begleiten, sich zukunftsfähig aufzustellen. Mit strategisch integriertem Klimaschutz bereiten sich Unternehmen auf verpflichtende Klimaschutzmassnahmen vor. Diese werden trotz der Abstimmung in absehbarer Zukunft kommen, zwar mit einer zeitlichen Verzögerung, aber dafür eventuell in drastischerer Form, als es jetzt durch das CO2-Gesetz gefordert gewesen wäre.

Viele Schweizer Unternehmen haben die Zeichen der Zeit allerdings schon länger erkannt. Trotz der neuen Unsicherheit ist myclimate davon überzeugt, dass diese sich weiter einsetzen und ihre Erfahrungen mit Klimaschutzinstrumenten wie internem CO2-Pricing, einer umfassenden Klimastrategie oder Science-Based Targets sammeln und ausbauen werden.

Gleichzeitig begreift es myclimate nun noch stärker als Aufgabe, mit eigenen innovativen Projekten im Bereich Bildung zu zeigen, wie gewinnbringend für jede*n Einzelne*n eine aktive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz sein kann. Im Privat- aber gerade auch im Berufsleben können viele, wirksame Beiträge zu einer klimafreundlicheren Schweiz und im selben Zuge für das eigene erfüllende Leben geleistet werden.

Rimanga informato/a!