Effiziente Kochherde reduzieren Emissionen in Bangladesch

Eine Frau und ihre beiden Kinder sitzen mit Lesestoff auf dem Boden.

Projekttyp: Effiziente Kocher

Projektstandort: Bangladesh

Projektstatus: In Betrieb, exklusiv

Jährliche CO₂-Reduktion: 50,000 t CO2 (pro Projektaktivität)

Bei diesem Klimaschutzprojekt werden in Bangladesch privat und gewerblich genutzte effizientere Kochstellen eingebaut und gewartet. Der Verbrennungsprozess dieser Kochherde ist sauberer, was die Luftverschmutzung in Innenräumen senkt und so das Auftreten akuter Atemwegsinfekte bei Frauen und Kindern verringert. Da auf diese Weise weniger nicht nachhaltig gewonnenes Brennholz verbraucht wird, entstehen weniger CO₂-Emissionen und die Wälder werden geschont, was auch der Artenvielfalt zu Gute kommt.

98 bis 99 Prozent der ländlichen Bevölkerung in Bangladesch verbrennt auf Biomasse beruhende Brennmaterialien in traditionellen «Drei-Steine-Feuerstellen», die zum Kochen und Heizen verwendet werden. Da diese Kochstellen höchst ineffizient sind und die verwendeten Brennmaterialien einen hohen Feuchtigkeitsgehalt haben, erfolgt die Verbrennung nur unvollständig. Das führt zu Luftverschmutzung in Innenräumen, die erhebliche Schäden an Umwelt und Gesundheit verursacht.

Der Austausch der traditionellen Feuerstellen gegen effiziente Kochherde verbessert die Wärmeübertragung, sodass weniger Brennholz zum Kochen benötigt und weniger CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird. Die effizienten Kocher sind aus Ziegelsteinen und/oder Beton gebaut und verfügen über Feuerroste sowie einen Kamin mit Abdeckung. Der thermische Wirkungsgrad wird durch optimierte Abmessungen der Brennkammer sowie einen effektiven Luftstrom beim Kochen verbessert. So ziehen auch Rauch und Giftstoffe ab, was für sauberere Luft in Innenräumen sorgt.

Damit sind Kinder und Mütter weniger Luftschadstoffen wie Kohlenmonoxid und Russteilchen ausgesetzt. Ausserdem verbrauchen die Herde weniger Brennmaterial, das in manchen Gebieten eine knappe und daher teure Ressource ist. Somit werden die Lebensumstände armer Familien verbessert, da durch Herde Brennstoffkosten eingespart werden oder weniger Zeit für das Sammeln von Brennholz benötigt wird, die dann für produktive Tätigkeiten genutzt werden kann. Zusätzlich sind die neuen Herde auch praktischer und das Kochen geht schneller.

Da für das Kochen weniger Holz verbraucht wird, reduziert sich auch die Endwaldung, was zum Schutz der Biodiversität beiträgt, denn die verbleibenden Waldreservate in Bangladesch bilden einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Die Nutzenden der Kocher können an dem «Unternehmerprogramm» des Projekts teilnehmen und ihr eigenes Unternehmen für Bau und Wartung der Herde starten. Shahida zum Beispiel hat das getan und verkauft derzeit etwa 30 bis 40 Kochherde pro Monat.

Mit der Wartung und dem Verkauf der Kochherde erziele ich ein Einkommen von rund 250 bis 300 US-Dollar. Damit kann ich meinen drei Söhnen und meiner Tochter den Schulbesuch ermöglichen.

Shahida Begum, Kochherd-Nutzerin und Kleinunternehmerin dank des Programms

Der Umsetzungspartner von myclimate, SZ Consultancy Services Ltd, verteilt das effiziente Kochermodell schon seit 2012 und verfügt über Teammitglieder in zahlreichen Ortschaften in Bangladesch. Das Programm schafft Arbeitsplätze für Installateure, Hilfskräfte und Büropersonal sowie andere mit dem neuen Kochherd zusammenhängende Tätigkeiten. Die menschlichen und institutionellen Kapazitäten werden durch die geschäftsfördernde Komponente des Projekts ebenfalls erweitert. Das Programm ist Teil einer umfangreichen Förder- und Werbeinitiative mit dem Ziel der Fortbildung der beteiligten Mitarbeitenden. Das Programm umfasst theoretische und praktische Schulungen für alle Teammitglieder sowie für neue Kleinunternehmerinnen und -unternehmer, die das Konzept weiterverbreiten und das Produkt vor Ort herstellen. Die Fortbildung umfasst auch die Bewusstseinsbildung bei der lokalen Bevölkerung (den potenziellen Nutzenden) sowie Anleitung und Umgang mit Problemen. Und nicht zuletzt trägt die Einführung eines lokal gefertigten Produkts auch zu grösseren technischen Kompetenzen bei.

Dieses Projekt trägt zu 8 SDGs bei:

95 % der Nutzerinnen berichten von eingesparten Kosten, da sie weniger Brennmaterial kaufen müssen

95 % der Nutzerinnen berichten von geringerer Rauch- und Russentwicklung

95 % der Nutzerinnenberichten von einer Zeitersparnis, da das Sammeln von Brennmaterial und das Kochen schneller gehen

433’000 Haushalte profitieren von dem Projekt

25 Arbeitsplätze wurden durch das Projekt geschaffen

50 % weniger Brennstoffverbrauch

Jeder Kochherd vermeidet 0,8 Tonnen CO2 pro Jahr

280’000 Tonnen Brennholz werden jedes Jahr eingespart, was 2000 Hektar nicht abgeholzten Waldes entspricht

Situation ohne Projekt

Höherer Verbrauch von nicht erneuerbarer Biomasse

Dokumentation

Projektstandard

Projektnummer

7241

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