Partnerportrait - Boxon stellt nachhaltige Lösungen für die Verpackungsindustrie in den Fokus

Boxon ist 1932 als Ramlösa Lådfabrik im schwedischen Helsingborg entstanden. Seither hat sich die Gruppe zu einem weltweit agierenden Unternehmen entwickelt, das Industrie, Handel und Logistik mit intelligenten Verpackungskonzepten versorgt. Die FIBC (Flexible Intermediate Bulk Container) oder Big-Bags von Boxon sind über den gesamten Lebenszyklus nachhaltig konzipiert und werden durch die Kooperation mit myclimate klimaneutral.

Die FIBC (Flexible Intermediate Bulk Container) oder Big-Bags von Boxon sind über den gesamten Lebenszyklus nachhaltig konzipiert und zudem klimaneutral mit myclimate.

Oliver Grüters ist Geschäftsführer des Verpackungsunternehmens und myclimate Partners Boxon GmbH.

Geschäftsführer Oliver Grüters gibt im Gespräch einen tiefen Einblick in Philosophie und Strategie des Unternehmens.

Wie kam es dazu, dass die Boxon GmbH im Klimaschutz aktiv geworden ist?

Bei Boxon ergibt sich die Klimaschutzidee aus unserem generellen Verständnis von unternehmerischer Verantwortung. Wir haben zum Beispiel bereits vor 30 Jahren begonnen, in unseren asiatischen Produktionsstätten internationale Standards für Mitarbeiter basierend auf den «ILO (International Labour Organisation) Conventions» sowie lokale Umweltziele umzusetzen. Dies wurde seinerzeit nicht von Kunden gefordert, sondern beruhte auf unserem eigenen Verständnis von verantwortungsvoller Unternehmensführung. Aus dem gleichen Grund engagiert sich Boxon für die «Corporate Responsibility Initiative des UN Global Compact» und verpflichtet sich den zehn Prinzipien. 

Ausserdem betrachten wir natürlich die Umweltverträglichkeit unserer Produkte: Heutzutage werden mehr Produkte an Privathaushalte oder als industrielle Transporte rund um den Globus geschickt als je zuvor. Die Masse an benötigtem Verpackungsmaterial wächst und mit ihr die globale Herausforderung, Ressourcen zu schonen und Emissionen zu reduzieren.

Während gerade die Kunststoffverpackung einen großen Beitrag zum Produktschutz und in Europa auch zum Recyclingaufkommen von Verpackungen leistet, gerät diese dennoch weltweit in der Öffentlichkeit unter Druck, z.B. kennen wir alle die Bilder von Plastikmüll in den Weltmeeren. Zudem spüren wir bereits jetzt die globalen Auswirkungen des beginnenden Klimawandels. Als verantwortungsvolles Unternehmen möchten wir daher Möglichkeiten schaffen, die die Auswirkung unserer Produkte auf die Umwelt so gering wie möglich halten.

Warum möchte sich die Boxon GmbH als Vorreiter im Klimaschutz in der Branche positionieren?

Wir schauen auf eine lange Geschichte im Packaging-Sektor zurück. Boxon hat dabei viele Veränderungen auf dem Markt mitbegleitet und hat zum Beispiel 1965 als erstes schwedisches Unternehmen Wellpappe – damals noch eine absolute Weltneuheit auf dem europäischen Markt – in sein Portfolio aufgenommen. Mit massgeschneiderten Produkten für den Automotive-Sektor, intelligenten Traceability und Labelling Systemen, der Einbindung von Augmented Reality und Industry 4.0 fokussieren wir uns weiterhin auf Fortschritt und Innovation. Im Jahr 2018 bedeutet das insbesondere im Packaging-Sektor aber auch Fortschritt durch Nachhaltigkeit.

Aufgrund der Schlüsselrolle, die Verpackungen in nahezu jeder Wertschöpfungskette einnehmen, sehen wir uns daher in besonderer Verantwortung das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben und dabei auch eigene, innovative Lösungen zu erschaffen. Das ist eine Folgerung aus unserem Versprechen: „Adding value beyond the box“.

Was macht Ihre Produkte besonders klimafreundlich?

FIBC (Flexible Intermediate Bulk Container) oder Big-Bags werden aus sortenreinem Polypropylen hergestellt. Es handelt sich um einen Kunststoff, der sehr gut recycelt werden kann.

Durch technische Entwicklung haben wir zudem die Möglichkeit, aufgrund von Gewichtsreduzierung heute deutlich weniger Rohstoff verwenden zu müssen als noch vor einigen Jahren. Der Big-Bag macht heute im Durchschnitt rund 0,1% des Gesamtgewichts der Produkte unserer Kunden aus und ist damit jeder anderen Verpackung deutlich überlegen. Hinzu kommen optimierte Produktionsprozesse und der Einsatz von Solarenergie bei der Fertigung.

Weiterhin konstruieren wir Big-Bags nach Kundenwunsch als Mehrweg-Verpackung und helfen unseren Kunden bei der Durchführung von Umlaufsystemen. Am Ende des Lebenszyklus sorgen Sammel- und Recyclingverfahren dafür, dass unsere Big-Bags als sortenreine Verpackung effizient recycelt werden.

Wir wissen aber, dass beim Herstellungsprozess dieser und anderer Verpackungen eine bestimmte Menge an Treibhausgasen entsteht, die wir trotz Optimierungsprozessen nicht vermeiden können. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, mit myclimate zusammenzuarbeiten: Die Partnerschaft ermöglicht uns, die verbleibenden Emissionen zu kompensieren. So werden die Big Bags klimaneutral und hinterlassen am Ende ihres Lebenszyklus, wenn sie dem Recyclingsystem zugeführt werden, einen deutlich reduzierten ökologischen Fußabdruck.

Wie sehen die Big Bags der Zukunft (in 10, 20, 30 Jahren) aus? Welche Rolle wird dabei Ihr Unternehmen führen?

Für uns orientiert sich der Trend im Packaging der Zukunft vor allem in Richtung zusätzlicher Funktionen, die über den reinen Produktschutz hinausgehen.

Die Verpackung der Zukunft wird immer intelligenter: Noch mehr als heute schon wird sie variabel Informationen speichern und bereitstellen, Rückverfolgbarkeit und digitale Ortung ermöglichen, Indikatoren aufzeigen für Einflüsse wie z.B. Hitze oder verdorbenen Inhalt, digitale Inhalte und Augmented Reality abrufbar machen. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Gleichzeitig steigt die Erwartung an die Verpackung, nachhaltig und ressourcenschonend zu sein. Als führender Anbieter prüfen wir den Einsatz alternativer Rohstoffe, von «Bioplastics» bis zu nachwachsenden oder recycelten Materialien, ebenso wie die weitere Optimierung bei uns und unseren Kunden. Boxon arbeitet auch zukünftig aktiv an Verpackungskonzepten, die nicht nur intelligent und nachhaltig sind, sondern auch für unsere Kunden Werte schaffen.      

Welche Vision haben Sie, wenn Sie an das Paris Agreement und die Agenda 2030 denken? Welche Möglichkeiten haben Sie als Unternehmen zu den Zielen beizutragen?

Die Auswirkungen von industrieller Produktion und globalem Transport nehmen jedes Unternehmen in die Pflicht sich seiner Verantwortung zu stellen. Für uns als Unternehmen mit Produktionsstandorten, die sich über Europa und Asien verteilen, bedeutet dies einerseits einen Fokus auf den Klimaschutz zu setzen, wenn es um unser Produkt an sich geht. Es bedeutet aber auch, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und dafür zu sorgen, dass globale Standards etwa im Bereich Menschrechte oder Business Ethics umgesetzt werden. Das erreichen wir zum Beispiel durch strenge Auditverfahren durch neutrale und zertifizierte Unternehmen. Erst kürzlich ist Boxon für sein Engagement in diesem Bereich mit dem Ecovadis Goldsiegel ausgezeichnet worden. Für uns ein Ansporn, unser Engagement weiter zu verfolgen.

Warum ist myclimate für Sie ein vertrauenswürdiger Partner?

Wir haben uns bewusst für myclimate entschieden: Für uns zählte vor allem, dass wir mit myclimate einen unabhängigen Partner an Bord holen, der die nötige Seriosität vermittelt, die wir auch unseren Kunden kommunizieren möchten. Die zur Verfügung gestellten Informationen haben Hand und Fuss und bleiben nicht nur an der Oberfläche. Bei myclimate geht es um mehr als beeindruckende Bilder. Ausserdem haben wir einen Partner gewonnen, der uns in vielen Fragen beratend zur Seite steht und neue Konzepte entwickelt, die über das eigentliche Projekt hinausgehen.

Wir unterstützen das Projekt „Solarenergie für Bildung & Jobs in Tansania“, weil es allein durch den Ersatz von fossilen Brennstoffen durch Solarenergie so viele positive Auswirkungen nach sich zieht.

Auf diese Weise können wir CO2 aus unserem Produktionsprozess kompensieren und klimaneutrale Produkte anbieten, aber gleichzeitig auch ein Projekt unterstützen, das unmittelbare soziale und wirtschaftliche Vorteile für die lokale Bevölkerung schafft. Nachhaltiger geht es kaum.

Für das kommende Jahr haben wir bereits Pläne mit myclimate, die über die Kompensation des PCF hinausgehen. Zum Beispiel werden die Themen Weiterbildung und Sensibilisierung eine wichtige Rolle für uns spielen. Idealerweise schaffen wir einen Dialog zwischen allen Beteiligten, der weit über das Projektmanagement hinausgeht und Mitarbeiter, Stakeholder und Geschäftspartner für die Rolle der Nachhaltigkeit im Verpackungssektor sensibilisiert.

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