Ohne Negativemissionen geht es nicht

Um die Klimaziele zu erreichen, muss nicht allein der Wandel zu einer fossilfreien Gesellschaft erfolgen. Zusätzlich braucht es auch Negativemissionen. Das heisst, wir müssen der Atmosphäre CO2 entziehen. Dafür gibt es verschiedene Verfahren, eines davon setzt myclimate mittlerweile in vielen Projekten um.

Senkenprojekt in der Schweiz. Fruchtbare Ackerböden speichern CO₂ als Kohlenstoff. Infografik: myclimate

Was sind Negativemissionen? Warum ist Carbon Dioxide Removal (CDR) unverzichtbar?

Negativemissionen werden auch Senken genannt, der technische Name ist Carbon Dioxide Removal (CDR). CDR-Verfahren sind integraler Bestandteil aller IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Emissionsszenarien (1,5°-Ziel) sowie auch des Net Zero Standards der Science-Based Targets Initiative (SBTi). Netto-Null bis 2050 zu erreichen erfordert dem gemäss die aktive Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Es gibt geochemische, technologische und natürliche CDR-Verfahren. Letzteres nennt man auch Nature Based Solutions.

Warum sind Nature Based Solutions wichtig und richtig?

Ökosysteme wie Wälder oder Moore leisten durch die Photosynthese das, was wir Menschen nur mit sehr hohem Aufwand nachahmen können – CO2 aus der Luft in gebundenen Kohlenstoff umzuwandeln. Nature Based Solutions – zu Deutsch natürliche Klimalösungen – stellen Stand heute eine weltweit verfügbare und bezahlbare „Technologie” für CO2-Abscheidung dar – mit weiteren, positiven Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität. Natürliche Senkenprojekte tragen nämlich nicht nur zur Bindung von CO2 bei, sondern gleichzeitig auch zur Anpassung an den Klimawandel, zum Schutz der Biodiversität und zur Ernährungssicherheit. Sie verbessern die Luft- und Lebensqualität und schützen vor Naturkatastrophen. Und – verminderte Entwaldung reduziert nicht zuletzt das Risiko von neuen Zoonosen, also von zukünftigen Pandemien.

Beispiele für myclimate-Senkenprojekte im In- und Ausland

myclimate unterstützt und entwickelt schon seit längerem Senkenprojekte, sowohl in der Schweiz und dem nahen Umland wie auch in entfernteren Weltgegenden.

Bodenerosion und der Verlust von Humus stellen weltweit, aber auch hier vor Ort, ein grosses Problem dar. Das myclimate-Programm Fruchtbare Böden als natürliche CO₂-Senken in der Bodenseeregion ermöglicht Bio-Landwirt*innen in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Liechtenstein, humusaufbauende Massnahmen umzusetzen. Ein gesunder Boden speichert neben CO2 zudem mehr Wasser. Er ist somit resilienter gegenüber dem Klimawandel und trägt so zur Ernährungssicherheit bei.

Ein weiteres myclimate-Klimaschutzprojekt in der mongolischen Steppe – mitten in einem globalen Biodiversitätshotspot – hat zum Ziel, die CO₂-Aufnahme im überwiegend degradierten Weideland wiederherzustellen. Dank dieses Projektes wird nebst einer CO2-Sequestierung die Land- und Herdenbewirtschaftung verbessert und wichtige Tierarten geschützt. All diese Massnahmen erhöhen ebenfalls die Biodiversität.

2021-2030: UN-Dekade für die Renaturierung der Ökosysteme

myclimate leistet mit diesen und weiteren Nature Based Solutions Projekten einen Beitrag zu  der am 5. Juni offiziell gestarteten UN-Dekade für die Renaturierung von Ökosystemen. Die Vereinten Nationen wollen mit diesem Programm von 2021 bis 2030 nicht weniger als 26 Gigatonnen Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen.

 

 

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