Partnerportrait Utz Group – Umfassende Klimastrategie mit myclimate

Die Georg Utz Holding AG, führender Hersteller in der Verpackungsbranche, arbeitet schon seit Jahren intensiv mit myclimate zusammen. So hat der Verpackungshersteller mit Sitz in der Schweiz seinen ökologischen Fussabdruck kontinuierlich senken können. Die mit myclimate erarbeitete Klimastrategie ermöglicht Einsparungspotentiale zu erkennen und wahrzunehmen sowie zirkuläre Ansätze und innovative Verbesserungen umzusetzen. Im Interview sprechen die CEOs von Utz, Axel Ritzberger, und myclimate, Stephen Neff, über die erfolgreiche Zusammenarbeit.

myclimate: Was sind die Nachhaltigkeitsziele und Aspirationen der Utz?

Axel Ritzberger: Wir stellen in unserem Leitbild neben der ökonomischen Unabhängigkeit des Unternehmens, den Mensch im Unternehmen in den Mittelpunkt und haben deklariert, dass wir ausschliesslich nachhaltige Mehrwegverpackungen anbieten wollen.

Was beinhaltet das «Utz-Prinzip» sowie die Utz-Klimastrategie?

Axel Ritzberger: Das Utz-Prinzip ist unser Nachhaltigkeitsprinzip. Der achtsame Umgang mit allen Ressourcen ist im Leitbild der Utz Gruppe verankert. Durch lokale Produktion stellen wir kurze Transportwege auf drei Kontinenten sicher. In der Mehrweglogistik erkennen wir den optimalen Einsatzzweck für unsere Produkte, die allesamt für die langjährige Nutzung ausgelegt sind.
Die Utz-Klimastrategie entsteht gerade in Zusammenarbeit mit der Stiftung myclimate. Sie weist uns den Weg um langfristig klimaneutral zu werden. Wir haben fünf Hauptmassnahmenfelder erarbeitet und werden daraus Schritt für Schritt Aktionen umsetzen. Alle Stakeholder der Utz Gruppe sind begeistert darüber und fordern uns zu raschem Handeln auf.

Was wurde/wird konkret mit myclimate umgesetzt?

Axel Ritzberger:

  • Gemeinsame Erarbeitung einer Klimastrategie: Wir haben mit den myclimate Expert*innen ein Ist-Zustand ermittelt, davon abgeleitet ein Zielpfad zur Emissionsreduktion definiert und effektive betriebliche Massnahmen eingeleitet. Dies alles mit dem Ziel, langfristig als Unternehmen klimaneutral zu werden.
  • Das Potential des Sekundärmaterials UIC (Utz Industrial Compund), eine Effizienzsteigerung im energetischen Bereich und die Ausschöpfung erneuerbarer Energien wurden unter anderem ermittelt und realisiert.
  • Ökobilanzierungen auf Produktebene wurden durchgeführt, um Vergleiche zwischen normalen Behältern und UIC (Utz Industrial Compound) zu ermöglichen.
  • Ein Kompensationsprogramm für klimaneutrale Mehrwegverpackungen wurde aufgesetzt.
  • Kommunikationsunterstützung, Marktkommunikation, Vermarktung der neuen Strategie und Nachhaltigkeitsbestrebungen wurden gemeinsam mit myclimate vorangetrieben.
  • An acht Standorten haben wir mit der Unterstützung von myclimate Unternehmensbilanzen erstellt. Diese entsprechen den Anforderungen der Science Based Targets Initiative (SBTi).

Die beiden CEOs im Gespräch

Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit zwischen Utz und myclimate für beide Seiten?

Axel Ritzberger: Wir haben mit myclimate den idealen Partner gefunden. Die Stiftung bringt die wissenschaftlich fundierte Fachkompetenz mit, ist in der Industrie weltweit als Marke etabliert und überzeugt durch starke Dienstleistungsorientierung und Sachlichkeit.

Stephen Neff: Wir haben eine Win-Win-Win-Situation, für beide Organisationen aber auch für den Klimaschutz. Utz verpflichtet sich nicht nur dazu, seinen CO2-Fussabdruck zu ermitteln, sondern auch Reduktionsmassnahmen in die Gesamtstrategie seines Unternehmens zu integrieren. Dieses Engagement geht über die reine Reduktion und Kompensation hinaus, sondern vermeidet Emissionen bereits im Ursprung.

Wie sieht für die beiden CEOs eine allumfassende, holistische Klimastrategie aus?

Axel Ritzberger: Wir wollen bei Utz wirklich umfassend klimaneutral sein und begnügen uns nicht mit der Klimaneutralität der industriellen Prozesse. Der Kunde soll klimaneutrale Produkte erhalten und wir bei Utz nehmen diese «end-of-life» wieder zurück. Der Kreislaufgedanke ist ein wichtiges Prinzip im ganzheitlichen Klimaschutz und bei Kunststoffprodukten der Weg, um diesen Werkstoff nachhaltig nutzen zu können.

Stephen Neff: Bei der Klimastrategie geht es eigentlich um einen allumfassenden Ansatz zur Reduzierung der Emissionen über die Scopes 1, 2 und 3. Die Klimastrategie von Utz geht aber über die technischen Teilaspekte, wie sie in SBTi behandelt werden, hinaus und integriert auch die soziale Dimension So werden auch Bildungsprojekte gefördert und Mitarbeitende sensibilisiert. Dies geschieht nicht nur intern bei Utz, sondern auch bei deren Kunden und Partnern.

Wie stehen Axel Ritzberger und Stephen Neff zu «CEO4Climate»?

Axel Ritzberger: Ich bin Mitglied und engagiere mich gleichzeitig auch politisch als Grünliberaler. CEOs haben eine Vorbildfunktion und müssen sich in der Klimafrage klar positionieren. CEOs können Dinge in der Wirtschaft wirklich verändern und ihre Haltung gibt Politiker*innen klare Hinweise, welche Rahmenbedingungen die Wirtschaft will. Mit dieser Initiative wird zudem deutlich gemacht, dass eine klimaneutrale Wirtschaft möglich ist.

Stephen Neff: Ich stimme mit Axel Ritzbergers Position voll überein! Ich war auch einer der Erstunterzeichner des offenen Briefes von «CEO4Climate», der an das Schweizer Parlament gerichtet war. Wir als CEOs sind diejenigen, die lenken und Entscheidungen treffen können. Das Klima kann nicht warten, bis die "Friday for future" Generation als CEOs die Macht erlangt hat, um Veränderungen umzusetzen, die jetzt notwendig sind. Die Zeit läuft ab und so ist es zwingend notwendig zu verstehen, dass die Pflicht bei den heutigen Vorstandsmitgliedern und den C-Level-Executives liegt, die richtigen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. So wie Utz es jetzt tut und damit als Vorbild dient.

Wegweisend in die Zukunft

Was sind mögliche Chancen und Risiken in der Verpackungsindustrie in der Zukunft? Wird es Regulierungen geben?

Axel Ritzberger: Es wird Regulierungen geben und auch brauchen. Ohne Spielregeln kann es keinen schnellen Wandel hin zu klimaneutralen Verpackungen geben. Kunststoff sollte künftig nur noch im cradle-to-cradle Kreislauf eingesetzt werden dürfen. Die grösste Herausforderung hat die Verpackungsindustrie bei Einwegverpackungen. In diesem Feld muss sorgfältig ausgearbeitet werden, welche Kunststoffverpackungen allenfalls ersetzt werden können. 

Wie sieht die Verpackungsbranche in 10, 20 oder 50 Jahren aus? Welche Rolle wird Plastik und Kunststoff dann einnehmen?

Axel Ritzberger: Kunststoff ist richtig eingesetzt ein nachhaltiger technischer Hightech-Werkstoff. Auch in 50 Jahren werden effiziente Gebrauchsgüter, Baumaterialen, Mehrwegverpackungen, Autoteile usw. aus Kunststoff hergestellt werden. Der grosse Unterschied zu heute ist allerdings, dass die Produkte dann wohl zu einem hohen Anteil aus hochwertigen Rezyklaten und auch aus innovativen CO2-neutralen Kunststoffen bestehen werden.

Welche Vorteile bergen Sekundärrohstoffe und Mehrwegverpackungen wie UIC (Utz Industrial Compound) mit sich?

Axel Ritzberger: Der Vorteil ist frappant. Im Vergleich zum Einsatz von Neuware reduziert sich der CO2-Fussabdruck eines Utz-Produktes aus UIC um mehr als 60 Prozent. Da er mehrfach wiederverwertet werden kann, verkleinert sich der CO2-Gehalt immer weiter. Bleibt man dabei sortenrein ist eine nahezu 100-prozentige Wiederverwertung möglich. Utz-Produkte sind auf mehrere hundert Logistikzyklen ausgelegt und haben in der Praxis nachgewiesene Lebensdauern von bis zu 20 Jahren.

Wie geben Sie das Thema Nachhaltigkeit ihren Mitarbeitenden weiter? Wie lässt sich dies auf effektive Weise in die Unternehmenskultur einbringen?

Axel Ritzberger: Wie gesagt, das Thema ist bei Utz seit der Unternehmensgründung fundamentaler Teil unserer Kultur. Unsere aktuellen Aktivitäten zur Formulierung der Klimastrategie sind dabei nur der erwähnte «Booster». Wir kommunizieren stufengerecht und regelmässig. Wichtige Kanäle sind das Internet, unser Intranet und die Mitarbeitendenzeitschrift, welche mindestens drei Mal jährlich erscheint. Das Jubiläumsjahr 2022, in welchem unser Unternehmen 75 Jahre alt wird, steht unter dem Motto «Utz ist nachhaltig».

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Für uns alle bei Utz ist Nachhaltigkeit seit drei Generationen eine Herzensangelegenheit. Wir sind stolz darauf, dass wir mit unseren Produkten aktiv zum Klimaschutz beitragen können. Aber wir wollen mehr und arbeiten zusammen mit myclimate an der weiteren Reduktion unseres CO2-Fussabdrucks.

Michael Utz, Vizepräsident des Verwaltungsrates Georg Utz Holding AG
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