Biogas für ländliche Haushalte

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    April 2018: Manisha und ihre Mutter Janabai kochen auf ihrem neuen Biogasherd. Sie konnten sich dank Spenden durch das myclimate-Projekt eine Biogasanlage bauen. Karnataka. © myclimate

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    Sept. 2017: Früher mussten sie mit Holz kochen und zuvor Feuerholz sammeln. Mit Biogas geht das Kochen jetzt schneller und ist sauberer. © myclimate

  • Das Biogas wird zum Kochen benutzt. Der hochwertige Bio-Dünger (slurry), der nach der Vergärung übrig bleibt, ersetzt chemische Düngemittel. © myclimate

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    Shantabi ist begeistert von ihrer Biogasanlage. Früher musste sie täglich 2 km laufen – mit dem gesammelten Feuerholz auf dem Kopf. Karnataka. © myclimate

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    Dank dem Wechsel von chemischem auf organischen Dünger haben Kallappa Markal und seine Tochter Malasri eine bessere Ernte, was auch ein höheres Einkommen bedeutet. Bidar District, Indien. © myclimate

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    Shashikala und ihre Familie finden den Wechsel vom Kochen mit Feuerholz zur Biogasanlage essenziell, weil die saubere Energie der Biogasanlage ihre Gesundheit nicht gefährdet. Afzalpur Taluk, Karnataka, Gulbarga. © myclimate

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    Eine Biogasanlage wird von lokalen Arbeitern und unter Mithilfe der Familie konstruiert.

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    Später wird die Kuppel unsichtbar, weil sie mit Erde bedeckt wird. Das Methan kann nur durch die Leitung entweichen, die direkt zur Küche führt. © myclimate

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    Biogas fliesst direkt aus der Vergärungsanlage durch die blaue Leitung in die Küche.

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    Die Biogasanlagen werden mit Viehdung betrieben, der vorher mit Wasser gemischt wird.

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    Die Einschrift am Einlass dient der Transparenz. Durch die eindeutigen und nachverfolgbaren Identitätsnummern werden die Qualitätsstandards hochgehalten. «myc» steht für myclimate. © myclimate

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    Biogasanlagen sind immer in der Verantwortung der Frauen. Sie kochen mit dem Biogas und übernehmen den Unterhalt der Anlage.

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    Das aus der Anlage gewonnene Biogas deckt den täglichen Bedarf einer Familie für das Kochen.

Hauptziel dieses Klimaschutzprogramms ist der Bau von Biogasanlagen als saubere und nachhaltige Energiequelle für Haushalte in ganz Indien. Das aus Kuhdung gewonnene Biogas soll die gegenwärtig verwendeten Brennstoffe wie Feuerholz oder Kerosin ersetzen.

30'000 Personen profitieren von besserer Luftqualität
30'000
Personen profitieren von besserer Luftqualität
4600 Biogasanlagen installiert
4600
Biogasanlagen installiert
7.2  t CO2 und 4.5 t Holz vermeidet jede Biogasanlage pro Jahr
7.2
t CO2 und 4.5 t Holz vermeidet jede Biogasanlage pro Jahr

Das erste Projekt, das im Rahmen dieses Programms realisiert wird, umfasst den Bau von Biogasanlagen in 6900 Haushalten in der Region Gulbarga, im Yadgir Distrikt und im Bidar Distrikt im indischen Bundesstaat Karnataka. In die Biogasanlagen werden Tierdung und Küchenabwasser gefüllt. Das Biogas, das durch die Vergärung entsteht, wird zum Kochen verwendet. Der hochwertige Bio-Dünger, der nach der Vergärung übrig bleibt, ersetzt chemische Düngemittel. Traditionellerweise wird in der Region mit Feuerholz und Kerosin in ineffizienten Feuerstellen mit einem thermalen Effizienzgrad von lediglich acht bis zehn Prozent gekocht. Die kleinen Einkommen verunmöglichen es den Familien jedoch, den traditionellen Brennstoff Holz zu ersetzen, was bereits zur Abholzung der Wälder im Bundesstaat Karnataka geführt hat.

Die Waldfläche ist im Vergleich zu früher schon 75% weniger geworden. Die Menschen wissen, dass dies ein grosses Problem ist, nicht nur, weil weniger Feuerholz zur Verfügung steht, sondern auch weil Naturgewalten wie der Monsun stärker zu spüren sind.

Neben der Verminderung der Abholzung und der Reduktion des Treibhausgasausstosses hat der Bau von Biogasanlagen nachhaltig positive Auswirkungen auf die Lebensumstände der Bevölkerung. So verringert sich durch den Wegfall der Holzsammlung die Arbeitslast für Frauen und Kinder und die gesundheitliche Belastung durch Rauchverschmutzung in den Häusern nimmt ab. 

Mein Vater war ein Kleinbauer. Er riet mir, etwas zu tun und den Menschen in den ländlichen Regionen zu helfen.
Vidya Sagar, Geschäftsführer der SKG Sangha

Der Bau von Biogasanlagen in ländlichen Haushalten reduziert Treibhausgasemissionen an drei Orten: Erstens entweicht bei der Vergärung des Dungs in Zisternen das Methan nicht mehr in die Luft. Zweitens kann dieses Methan als Brennstoff genutzt werden, wodurch das Verbrennen von Feuerholz entfällt. Drittens ersetzt der übrig bleibende Bio-Dünger chemische Düngemittel, dessen Produktion und Transport ebenfalls entfällt. Ausserdem führt der Bio-Dünger nicht wie chemischer Dünger zur Degradation des Bodens und hat überdies einen dreimal höheren Nährstoffgehalt als normaler Tierdung.

Es ist mein Traum, eine Landwirtschaftsbeamte zu werden, damit ich den Bauern helfen kann, auf organische Landwirtschaft umzusteigen.
Malasri Markal ist begeistert von ihrer Biogasanlage und hat einen Masterabschluss in Gartenbau

Projektpartnerin ist die erfahrene indische Nicht-Regierungsorganisation SKG Sangha. Sie gewährleistet die Koordination des Programms in ganz Indien und baut die Biogasanlagen in direkter und nachhaltiger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, also mit den Endnutzern der Anlagen. Die SKG Sangha hat bereits über 20 Jahre Erfahrung im Bau von Biogasanlagen. So hat SKG Sangha die Biogas-Technologie bereits in diversen ländlichen Gebieten erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt und ist bestrebt, die Technologie stets zu optimieren und den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Bevölkerung anzupassen.

Beitrag zu den SDGs:

  • SDG 1: Dank dem Gebrauch des selbst produzierten organischen Düngers (Slurry) kann die Abhängigkeit der Kleinbauern von chemischen Düngemitteln vermieden und somit die finanzielle familiäre Situation verbessert werden.
  • SDG 2: Pro Jahr produzieren die Biogasanlagen 14'678 Tonnen Biodünger und tragen somit zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei.
  • SDG 3: 30'000 Personen profitieren seit Projektbeginn von besserer Luftqualität.
  • SDG 4: Weil das zeitintensive Sammeln von Feuerholz entfällt, haben Kinder mehr Zeit, die Schule zu besuchen und Hausaufgaben zu machen.
  • SDG 5: Nur Frauen sind bemächtigt, eine Biogasanlage zu kaufen und zu besitzen. Dies hilft, das Machtverhältnis in der Familie auszugleichen und die Stellung der Frauen zu stärken.
  • SDG 7: Über 4600 Biogasanlagen wurden seit Projektstart installiert.
  • SDG 8: Es wurden 100 permanente Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen und 5500 Leute ausgebildet.
  • SDG 12: Die Verwertung des organischen Abfalls trägt zu einem nachhaltigen Abfallmanagement bei. 
  • SDG 13: Jede Biogasanlage vermeidet 7,2 t CO2 und 4,8 t Holz pro Jahr.
  • SDG 15: Das Programm reduziert die Abholzung von Wäldern, vermindert damit Erosionen und schützt Tiere und Pflanzen, für welche diese Wälder die natürlichen Habitate sind.
  • SDG 17: Das Programm ermöglicht den Transfer, die Verbreitung und Implementierung von umweltfreundlichen Technologien in Indien.
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