Aus Abfallbergen wird Biodünger in Nepal

Projekttyp: Abfallmanagement und Kompost

Projektstandort: Kathmandu, Nepal

Projektstatus: In Betrieb, Zertifikate erhältlich

Jährliche Emissionsreduktion des gesamten Projekts: 3500 t

Das Projekt verarbeitet organische Abfälle zu Kompost. Damit werden die Treibhausgasemissionen von traditionellen Mülldeponien reduziert und hochwertiger Dünger für umliegende Felder produziert.

Abfall ist ein grosses Problem in Kathmandu, wobei fast 70 Prozent des Abfalls organischer Natur sind. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde Biocomp Nepal gegründet. Im März 2011 starteten sie – unterstützt durch myclimate – ein Pilotprojekt mit einer Kompostierungsanlage in den Aussenbezirken von Kathmandu. Abfälle von Gemüsemärkten werden eingesammelt und durch aerobe Zersetzung zu Kompost umgewandelt. So können Methanemissionen von Mülldeponien reduziert und der Abfallproblematik in der Stadt entgegengewirkt werden. Nachdem erfolgreich Erfahrung mit Kompostierung gesammelt werden konnte, baute Biocomp im 2013 eine grössere und teils mechanisierte Kompostierungsanlage in Saibu. Dank der Umstellung auf Reihenkompostierung können grössere Mengen an Abfall verarbeitet und eine hohe Kompostqualität garantiert werden. Der produzierte Kompost erfüllt die internationalen Qualitätsstandards bezüglich des Nährstoffgehalts.

myclimate hat Vorauszahlungen zur Finanzierung der Investitionskosten getätigt und so wesentlich zur Realisierung des Projektvorhabens beigetragen. Langfristig wird sich die Kompostieranlage durch den Verkauf des organischen Düngers finanzieren können.  

Des Weiteren schafft die Anlage Arbeitsplätze für die lokalen Einwohner*innen. Die Anlage fördert gezielt die Gleichberechtigung der Geschlechter indem die Jobs primär an Frauen, die von ihren Familien diskriminiert werden, vergeben werden.

Weil Abfälle auch in anderen Städten in Nepal und in anderen Entwicklungsländern ein grosses Problem darstellt, hat das Projekt Potential, in anderen nepalesischen Städten oder anderen Ländern in ähnlicher Weise umgesetzt zu werden. Initiativen wurden bereits gestartet.

Vom Projekt profitieren neben dem Klima zwei Parteien: Die Bevölkerung in und um Kathmandu, die von stinkenden Abfallbergen befreit werden, und die Bäuer*innen, die mit dem hochwertigen Kompost bessere Ernten einfahren und ihre Felder nachhaltiger bewirtschaften können. Ein Bedürfnis nach verfügbaren und günstigen natürlichen Düngern besteht, womit myclimate und Biocomp Nepal also die nachhaltige Agrikultur fördern.

 

Wohin fliessen die CO2-Gelder konkret? 

Zu Beginn des Projekts war der Businessplan aufgrund der Einbeziehung der CO2-Gelder positiv. Ohne sie wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Diese Gelder wirken sich unmittelbar auf die Projektaktivitäten aus, da die jährlichen Monitoring- und Ausbildungsmassnahmen dank der Eigeneinnahmen des Projekts, aber auch dank der Mittel, die durch die CO2-Zertifikate gezahlt werden, durchgeführt werden. 

Darüber hinaus benötigt das Unternehmen Biocomp Nepal Pvt Ltd zusätzliche Mittel – in Form von CO2-Finanzierungen –, um seine Aktivitäten auszuweiten und neue Projektstandorte voranzutreiben. Die Beschaffung zusätzlicher Finanzmittel ist möglich, wenn das Projekt CO2-Gelder in die Finanzprognose einbeziehen kann. Ohne die CO2-Gutschriften wird es schwierig, neue Investitionen zu finden. 

 

Projekt- und Umsetzungspartner*innen 

Die Projektaktivität wird von Biocomp Nepal Pvt Ltd, einem sozialen Unternehmen, das in Nepal ansässig ist und von einem nepalesischen Team geführt wird, entwickelt. Dieses Unternehmen wurde 2011 gegründet und ist auf dem Gebiet der Abfallsammlung und Kompostproduktion tätig. Biocomp Nepal zielt darauf ab, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG, Sustainable Development Goals) zu erreichen, sozial verantwortlich, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch verantwortlich zu sein. Biocomp Nepal Pvt Ltd ist der Projekteigentümer und verwaltet, implementiert und überwacht das Projekt. 

 

Monitoring, Reporting und Verifizierung (MRV) 

Die Klimaschutzprojekte des Goldstandards werden kontinuierlich überwacht, was bedeutet, dass die Abfallsammlung und die Kompostproduktion des Projekts kontinuierlich mit einer vor Ort kalibrierten Wägevorrichtung gemessen und überprüft werden. Der entsprechende Monitoringbericht wird von einem unabhängigen Prüfer bzw. einer unabhängigen Prüferin überprüft und dem Gold Standard als Verifizierungsbericht vorgelegt. Die strengen Kontrollmechanismen, Trainings und Vor-Ort-Betreuung helfen, während der gesamten Projektdauer hohe Qualitätsstandards zu gewährleisten, um sicherzustellen, dass das Kompostieranlage funktioniert. Dadurch wird garantiert, dass das Projekt langfristig erfolgreich ist und die durch das Projekt generierten Emissionsreduktionen korrekt sind. Weitere Informationen sind unter «Dokumentation» unten auf der Seite zu finden. 


Nepal-Projekt auf der Seite der UNFCCC

 

Dieses Projekt trägt zu 7 SDGs bei*

*Stand: Ende 2023. Erfahren Sie in unseren FAQ, wie myclimate diese SDGs ausweist.

 

Die folgenden SDGs sind vom Gold Standard verifiziert:

Insgesamt wurden 43 Dauerarbeitsplätze geschaffen.

Es wurden über 62'000 Tonnen organische Abfälle gesammelt.

25'800 Tonnen CO2 wurden durch die Projektaktivität reduziert.

Diese SDGs sind von myclimate geprüft:

Die Anwendung von Kompost erhöht die Erträge der Landwirte und verbessert die Bodenqualität.

Die Reduzierung der auf der Deponie abgelagerten Abfälle verringert die Verschmutzung von Wasser und Boden.

Das Projekt unterstützt Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind und von der Gemeinschaft verstossen wurden, indem es ihnen Arbeit gibt. 20 Frauen haben eine feste Anstellung erhalten.

Es wurden 7000 Tonnen Kompost hergestellt.

Situation ohne Projekt

Methanemissionen von Mülldeponien

Beitrag zu den SDGs

Project standard

Awards

Projektnummer

7166

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