Gebäude als CO2-Speicher: Biogene Baustoffe revolutionieren die Bauwirtschaft

Dieses Bild zeigt ein modernes Gebäude, das sich in der letzten Bauphase befindet. Die Fassade aus Beton ist schlicht und minimalistisch, mit noch nicht fertiggestellten Fenster und dem umliegenden Baustellenbereich. Es hat eine ruhige, moderne Ausstrahlung, die sich gut in die städtische Landschaft einfügt.

Projekttyp: Biomasse

Projektstandort: Deutschland, Schweiz, Österreich

Projektstatus: In Betrieb, Zertifikate noch nicht erhältlich

Voraussichtliche jährliche Emissionsreduktion: 2’500 t CO₂e im Jahr 2025

Mit unserem neuen Klimaschutzprojekt bieten wir eine innovative Möglichkeit, wie Gebäude aktiv zur Entfernung und Speicherung von CO₂ beitragen können. In Zusammenarbeit mit Openly unterstützen wir Bauherrschaften im DACH-Raum dabei, traditionelle Baustoffe durch biogene Alternativen wie Holz, Hanf, Pflanzenkohle und Stroh zu ersetzen. Pflanzen entziehen durch Fotosynthese CO₂ aus der Atmosphäre, das dann als CO₂ in den Baustoffen gespeichert wird. Ein bedeutender Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Bauweise und Netto-Null!

Die Baubranche trägt erheblich zu den CO₂-Emissionen bei. Laut aktuellen Studien verursacht der Bau von Gebäuden, vor allem von solchen aus Beton und Stahl, in der Schweiz, Deutschland und Österreich bis zu 10% der jährlichen Treibhausgasemissionen. Auch die Fassaden und Dämmmaterialien, die oft auf umweltbelastende Stoffe wie Polyurethan oder Mineralwolle setzen, tragen zu diesen Zahlen bei. Viele Unternehmen stehen jedoch vor einem Dilemma: Der Kostendruck und geringe Margen erschweren die Umstellung auf umweltfreundliche Baustoffe. Genau hier setzt unser Förderprogramm an: Biogene Baustoffe sind nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Alternative, die den Bauprozess nachhaltig verändern kann.

 

Biogene Baustoffe: In vielerlei Hinsicht nachhaltig

Beton ist zwar kostengünstig, wird jedoch selten rezykliert und ist sehr emissionsintensiv. Im Gegensatz dazu sind biogene Baustoffe nicht nur emissionsärmer und gleichzeitig CO₂-Speicher, sondern auch einfacher wiederverwendbar. Dieser Aspekt ist aus Nachhaltigkeitsperspektive entscheidend: Gebäude, die mit biogenen Baustoffen gebaut werden und unter dem «Global Construction C-Sink Standard» von Carbon Standards International (CSI) zertifiziert sind, können diesen Status behalten, solange die verwendeten Materialien wiederverwendet und neu zertifiziert werden. Biogene Baustoffe verbessern zudem den Feuchtigkeitshaushalt und tragen so zu einem besseren Raumklima bei.

 

Biogene Baustoffe sind als CO2-Speicher im Gebäudesektor die nächste grosse Notwendigkeit auf dem Weg zu Netto-Null. Die Materialien können dabei nicht nur nachhaltig hergestellt werden und das Raumklima eines Gebäudes verbessern, sondern nach Ende der Lebensdauer beinahe vollständig rezykliert werden. CO2-Speicher, weniger CO2-Emissionen und Kreislaufwirtschaft – die Bauwende bringt rundum Vorteile.

Moritz Bandhauer, Projektleiter Inlandprojekte  

 

Klimaschutzbeitrag für die Zukunft der Baubranche und unserer Umwelt  

Damit der Einsatz biogener Baustoffe im Bauwesen weiterverbreitet wird, unterstützt unser Förderprogramm Bauherrschaften finanziell bei der Wahl nachhaltiger Materialien. Dies wird durch unseren Projektpartner Openly und den anerkannten Kohlenstoffstandard Construction C-Sink Standard ermöglicht, der eine zertifizierte Methode zur Quantifizierung und Speicherung von CO₂ in Baustoffen bietet. Die durch das Programm generierten Senkenzertifikate (Temporary Carbon Dioxide Removals) werden auf dem freiwilligen Klimaschutzmarkt verkauft, um emissionsintensive Unternehmen bei ihrem Engagement für eine Netto-Null Gesellschaft zu unterstützen.

 

Partnerschaft mit Openly: Pioniere der nachhaltigen Bauweise

Openly, ein Vorreiter in der Nutzung biogener Baustoffe, hat an dem von Carbon Standards International (CSI) gemeinsam mit dem Ithaka Institute entwickelten Standard für den Bau von Mehrfamilienhäusern seine Erfahrungen einfliessen lassen. Erstes zertifiziertes Gebäude ist das Pioniergebäude „Valley Widnau“. Der Standard ist öffentlich zugänglich und stellt eine wichtige Grundlage für zukünftige Bauprojekte dar. Openly setzt sich dafür ein, den Gebäudebestand der Zukunft Netto-Null tauglich zu gestalten. In Zusammenarbeit mit myclimate übernimmt Openly die Zertifizierung und fungiert als Plattform für alle geförderten Projekte.

 

Ich habe Openly ins Leben gerufen, um die Bauwirtschaft, einen der grössten CO₂-Emittenten, in einen aktiven Partner im Klimaschutz zu transformieren. Wir nutzen biogene Materialien, um Gebäude in CO₂-Senken zu verwandeln.

Andy Keel, Gründer von Openly.systems

 

Zertifizierung und Monitoring durch den CSI-Standard

Die Berechnung und Zertifizierung der CO₂-Senken erfolgt über das Globale Registry von CSI. Openly begleitet jedes Bauprojekt als C-Sink Manager während der gesamten Bauphase und stellt sicher, dass alle Förderkriterien eingehalten werden und das CO₂ tatsächlich im Gebäude gespeichert wird. Durch regelmässige Audits wird die Einhaltung der Standards überprüft. Darüber hinaus werden Projekte stichprobenartig kontrolliert, um sicherzustellen, dass das CO₂ weiterhin im Gebäude gebunden ist. 

 

Dieses Projekt trägt zu drei SDGs bei:  

*Stand: Ende 2024. myclimate finanziert nur einen Teil dieses Projekts. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die Auswirkungen des gesamten Projekts. Erfahren Sie in unseren FAQ, wie myclimate diese SDGs ausweist. 

SDG-Icon 11, Nachhaltige Städte und Gemeinden: Helloranges Quadrat mit weisser Illustration von Gebäuden diverser Baustile und Grössen

Bis 2030 sollen die negativen Umweltwirkungen der Städte pro Kopf durch bessere Luftqualität und Abfallbewirtschaftung verringert werden.

SDG-Icon 12, Verantwortungsvoller Konsum und Produktion: Hellbraunes Quadrat mit weisser Illustration einer Endlosschlaufe mit Pfeil

Förderung der nachhaltigen Produktion von Pflanzenkohle, Hanf, Stroh und anderen natürlichen Materialien.

SDG-Icon 13, Massnahmen zum Klimaschutz : Dunkelgrünes Quadrat mit weisser Illustration eines Auges mit Planet Erde in der Iris

Senkung des CO₂-Ausstosses pro Gebäude zur Unterstützung des Klimaschutzes.

Situation ohne Projekt

Emissionsintensives Bauen mit Beton und Stahl

Dokumentation

Projektstandard

Projektnummer

7854

Unser Newsletter