Hochmoor-Renaturierung im Staatswald Teufimatt

Projekttyp: Landnutzung und Wald

Projektstandort: Luzern, Schweiz

Projektstatus: Planung, exklusiv

Jährliche CO₂-Reduktion: 2'631 t CO2e (Gesamtreduktion)

Dank des Projektes können verschiedene Hochmoorflächen im Staatswald Teufimatt vom Kanton Luzern renaturiert werden, womit weniger Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt. Aber nicht nur der Klimaschutz profitiert von einer Wiedervernässung, sondern auch die Biodiversität, der Wasserhaushalt und die lokale Baubranche.

Moore im natürlichen Zustand haben ein riesiges Speicherpotential für Kohlenstoff. Weltweit speichern Moorböden 30 Prozent des Bodenkohlenstoffs, obwohl sie nur drei Prozent der Fläche bedecken. In der Schweiz wurden einst viele Hochmoore mittels Entwässerungsgräben trockengelegt, um den Boden landwirtschaftlich zu nutzen oder Torf abzubauen. Obwohl sie gesetzlich geschützt sind, befindet sich ein Grossteil der Hochmoore aus Geldmangel nach wie vor in entwässertem Zustand. CO₂ gelangt kontinuierlich in die Atmosphäre. Nur eine Wiedervernässung garantiert, dass ein entwässertes Hochmoor wieder zu einem langfristigen Kohlenstoff-​Speicher wird.

Die Hochmoorflächen im Kanton Luzern befinden sich im Staatswald Teufimatt, welcher 2008 zum Sonderwaldreservat erklärt wurde. Seither werden bei der Bewirtschaftung Naturschutzziele verfolgt, u.a. die Regeneration von entwässerten, ehemaligen Hochmooren sowie die Förderung von Auerhuhn-Lebensraum. Die Moorflächen befinden sich trotz rechtlichem Schutz wegen fehlender finanzieller Mittel noch immer im entwässerten Zustand. Das Klimaschutzprojekt schliesst diese Finanzierungslücke und ist somit mitentscheidend für das Renaturierungsprojekt. Das Projekt wird mitfinanziert durch Kantonsbeiträge (Luzern) und Bundesbeiträge. Die Renaturierungsarbeiten werden im Jahr 2021 durchgeführt.

 

Intakte Moorböden als langfristige Kohlenstoffspeicher

In einem entwässerten Moor dringt Sauerstoff in den Boden ein und wandelt den gebundenen Kohlenstoff im Torfboden in CO₂ um, das in die Atmosphäre entweicht. Um ein Moor wiederzuvernässen, müssen die Drainagegräben mit baulichen Massnahmen geschlossen werden. Sobald der Zustand wieder einem naturnahen, intakten Moor entspricht, hemmt der hohe Wasserstand die Zersetzung des organischen Materials, in welchem grosse Mengen an Kohlenstoff permanent gespeichert sind. Das Klimaschutzprojekt wird möglich, dank einer Methodologie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, die die Menge CO₂-​Emissionen abschätzt, welche dank einer Wiedervernässung vermieden werden. Nach diesem Ansatz binden die obersten 50 cm des Torfkörpers potentielle Emissionen von über 1000 Tonnen CO₂ pro Hektar über die nächsten 50 bis 100 Jahre.

 

Vielfältiger Nutzen

Moore stehen nicht umsonst unter Schutz. Sie sind Hotspots der Biodiversität. Intakte Moore bieten Lebensräume für seltene oder gar bedrohte Tier-​und Pflanzenarten. Eine Renaturierung verbessert zudem den Hochwasserschutz, die Wasserreinhaltung, das Mikroklima und das Landschaftsbild. Die Gelder für die Instandstellung des Moores fliessen mehrheitlich in das regionale Gewerbe.

 

Dieses Projekt trägt zu 3 SDGs bei:

Ein renaturiertes Moor verbessert den Hochwasserschutz und die Wasserreinhaltung.

Renaturierte Moore sind grosse Kohlenstoffspeicher.

2.55 Hektaren werden wiedervernässt und bieten einen wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Situation ohne Projekt

Torf-Abbau setzt CO2-Emissionen frei

Projektstandard

Partner

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Projektnummer

7823-006

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