Effiziente Kocher retten Lebensraum für letzte Berggorillas

Projekttyp: Effiziente Kocher

Projektstandort: Ruanda

Jährliche CO₂-Reduktion: 35’000 t

Weniger Brennholzverbrauch – das heisst Lebensraum für Tiere, weniger Abholzung, weniger Treibhausgase in der Atmosphäre, mehr Zeit und Geld und verbesserte Gesundheit für Frauen und Mädchen in Ruanda! Dies wird erreicht, durch den subventionierten Verkauf von energieeffizienten Kochern an Familien rund um den Volcanoes Nationalpark im Nordwesten von Ruanda.

Ruanda – das Land der tausend Hügel – ist das dichtest bevölkerte Land Afrikas. Der immer stärker zunehmende Holzverbrauch durch die wachsende Bevölkerung, die nicht zuletzt aus bereits abgeholzten Regionen zuwandert, gefährdet das einzigartige Ökosystem Regenwald. Vor allem die durch Dian Fossey bekannt gewordene Population der Virunga Berggorillas, die in den Bergnebelwäldern der Virunga-Vulkane im Volcanoes Nationalpark im Nordosten Ruandas leben, sind durch die Abholzung stark gefährdet und konkret vom Aussterben bedroht.

Der Nationalpark ist weltweit ein Hotspot an einmaliger Flora und Fauna, das macht dieses Projekt so besonders. Da das Projekt gezielt rund um den Nationalpark umgesetzt wird, bleibt nicht nur der bedrohte Lebensraum der Berggorillas erhalten, sondern es wird auch klimaschädliches CO2 gebunden, das sonst durch die Verbrennung von Holz in die Atmosphäre gelangt. Mit der Installation von insgesamt bis zu 50'000 effizienten Kochern will das Projekt den Feuerholz-Bedarf der Familien, die rund um den Nationalpark leben, um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Der myclimate-Projektpartner Likano hat zusammen mit der Bevölkerung ein lokal produzierbares, effizientes Kochermodell entwickelt, das mehr als zwei Drittel weniger Brennholz verbraucht als die herkömmlichen offenen Drei-Steine-Feuerstellen. Neben dem Schutz der Berggorillas und der CO2-Einsparung verändert das Projekt auch insbesondere das Leben von Frauen und Mädchen. Sie müssen viel weniger Zeit oder Geld aufwenden, um Feuerholz zu besorgen – eine Arbeit, die traditionell klar in Frauenhand liegt. Auch sind sie dank der effizienteren Verbrennung den schädlichen Russpartikeln der offenen Feuer weniger ausgesetzt.

Die Rauchgase in der Hütte sind stark zurückgegangen. Ich habe keine geröteten Augen mehr und meine Lungen sind nicht mehr gereizt. Ich gebe nur noch 50 Ruandische Franc (ca. 5 Cent) pro Tag für Brennholz aus – ein Sechstel von dem, was ich zuvor ausgab.

Ancille Mukasine, Kabatwa, Nyabihu District, Rwanda

Die Kochzeit reduziert sich mit dem effizienten Kocher um die Hälfte. Dadurch gewinnen die Familien mehr als eine Stunde pro Tag, die ihnen für die Landwirtschaft und sonstige Tätigkeiten zur Verfügung steht. Denn es muss alles bei Tageslicht erledigt werden: In den Hütten der meisten Menschen rund um den Nationalpark gibt es keinen Strom für die Beleuchtung.

Ein grosser Vorteil des neuen Kochers ist die Zeiteinsparung. Ich kann nun Körbe flechten und sie in meinem eigenen Laden verkaufen.

Felicité Muragijimana, Ruanda

Kernstück des Kochers ist ein Tonzylinder, der als Schlot für eine gute Verbrennung sorgt. Im Inneren speichert eine spezielle Isoliermischung aus lokal verfügbarem Lehm und Kaffeeschalenresten die Wärme. Außen schützt eine stabile Metallummantelung den Ofen und das hohe Gewicht von über 20 Kilogramm ist die Grundlage für eine lange Lebensdauer. Die Kaffeeschalen werden von den Kaffeebauern in der Region bezogen und bieten diesen ein zusätzliches Nebeneinkommen.

Meinen Landsleuten eine nachhaltige Verbesserung im täglichen Leben zu ermöglichen und gleichzeitig das sensible Ökosystem, die Heimat der Berggorillas zu schützen, macht mich sehr stolz.

Faustin Ngirabakunzi, Projekt-Mitarbeiter vor Ort

Dieses Projekt sieht sich als Ergänzung zu den Schutzmaßnahmen der Regierung und der NGOs zugunsten der Regenwälder. Die Gelder aus der CO2-Kompensation werden für die lokale Herstellung der Öfen und den subventionierten Verkauf an die Haushalte verwendet. Regelmäßige Besuche bei den Familien stellen die Grundlage für eine optimale Verwendung dar.

Durch die enge Partnerschaft mit dem IGCP (International Gorilla Conservation Program) wird jährlich ein Schwerpunkt zum Schutz der Berggorillas gesetzt. Dazu gehört zum Beispiel die Ausbildung der Ranger, Awareness-Programme oder Reparaturarbeiten an der Steinmauer, die als Begrenzung des Volcanoes Nationalparks dient.

Das Projekt unterstützt 10 SDGs:

  • SDG 1: Effiziente Kocher sparen viel Geld für Brennholz ein
  • SDG 3: Rauchgase führen zu Atemwegserkrankungen bis hin zum Tod
  • SDG 4: Kinder, v.a. Mädchen, haben mehr Zeit für die Schulaufgaben
  • SDG 5: Frauen und Mädchen sparen viel Zeit und Geld bei der Brennholzbeschaffung
  • SDG 7: Statt täglich 12 kg werden nunmehr 4 kg Holz benötigt
  • SDG 8: 25 lokale Arbeitsplätze
  • SDG 12: Produktion des Kochers aus lokalen, wiederverwertbaren Materialien, die regionalen Kaffeebauern ein Zusatzeinkommen generieren.
  • SDG 13: 35’000 Tonnen CO2 werden pro Jahr vermieden
  • SDG 15: Schutz des Lebensraumes von vielen Tier -und Pflanzenarten, die nur in den Virunga-Vulkanbergen vorkommen
  • SDG 17: Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und NGOs schafft lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Situation ohne Projekt

Abholzung gefährdet Lebensraum der Berggorillas

Beitrag zu den SDG

Projektstandard

Gold Standard Microscale

Projektnummer

7213

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