Projektbesuch: Klimaschutz vor der eigenen Haustür erleben

Wir reden viel über Klimaschutzprojekte, wie sie dazu beitragen, das Klimaziel zu erreichen und warum die Unterstützung für Unternehmen einen greifbaren Vorteil bietet. Aber wie fühlt sich regionaler Klimaschutz eigentlich an? Wir haben unsere Partner eingeladen, exklusiv eines unserer Waldumbauprojekte in Herzfelde zu besuchen und hautnah zu erleben, was das Engagement für Landschaft, Klima und Biodiversität bedeutet. Am Ende wurde deutlich, warum das unternehmerische Engagement unabdingbar für den Klimaschutz ist.

Blick eines von Monokultur geprägten Waldes. Foto: myclimate

Das Erste, was unsere Gäste bemerken, ist der Geruch von frischem, feuchtem Waldboden. Und das Zweite, ein aufgeregter Hund des Waldbesitzers, der uns über den Tag hinweg begleiten wird. Gemeinsam mit dem Förster, der die vielen ökologischen Massnahmen und die naturnahe Waldbewirtschaftung begleitet, machen wir uns auf den Weg, den Wald zu erkunden. Das ist gar nicht so einfach. Denn anders als die Kiefer-Monokulturen, die auf der Fahrt zum Projektstandort das Landschaftsbild prägten und einen ungehinderten Blick durch den Wald hindurch ermöglichten, wirkt der Wald hier fast schon undurchdringbar.

Das liegt an den Anpflanzungen, welche die Grundlage für den Umbau zu einem strukturreichen und biodiversen Wald für die nächsten Generationen bilden. Mehr als 25 verschiedene Baumarten wurden, einzeln und in Handarbeit, an ausgewählte Stellen gepflanzt. Die unterschiedlichen Höhen der Pflanzen, der höhere Laubbaumanteil und die vielen Zwischenpflanzungen stoppen den Blick schon nach wenigen Metern. Das ist auch gut für zahlreiche seltene und schützenswerte Tierarten, die sich dadurch teilweise schon wieder angesiedelt haben, berichtet der Waldbesitzer. 

 

Resiliente Mischwälder für kommende Generationen

Warum der aktive Waldumbau hier nötig ist, erzählen die Expert*innen von myclimate: Zahlreiche deutsche Wälder wurden in der Vergangenheit zur besten Ertragseffizienz angelegt. Dabei wurde vor allem auf schnell wachsende Nadelholzarten gesetzt. Mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen sind die ursprünglich aus den Höhenlagen stammenden Bäume zunehmend unter Stress durch Käferbefall, Dürreperioden und Stürme und somit kaum resilient. Mehrschichtige und artenreicher Mischwälder hingegen sollen grossflächige Waldschäden abwenden und können auch mehr CO2 speichern, was ein hohes Klimaschutzpotential für die kommenden Generationen bietet.  

 

Unterschied zwischen Tun und Nichtstun

Wir besichtigen mehrere Stellen und lernen, wie aufwendig und komplex ein Waldumbau ist. Es geht um Standorte, pionierhaftes Ausprobieren, Bodenqualität, um das wissenschaftliche Monitoring mit unserem Projektpartner Pina Earth sowie um externe Prüfungen nach dem deutschen Waldklima-Standard. Dadurch, dass etwa die Hälfte der deutschen Wälder in privater Hand sind, ergibt sich ein grosses Potential, gemeinsam mit den Waldbesitzer*innen, Unterstützer*innen und Klimaschutzorganisationen eine echte Veränderung herbeizuführen. Vor Ort lässt uns dieser Umstand wie mit einem Lineal gezeichnet erkennen, was der Unterschied zwischen Tun und Nichtstun bedeutet: Am letzten Besichtigungspunkt grenzt die Projektfläche an den Wald eines anderen Besitzers. „Ich möchte mit dem Umbau meines Waldes auch ein Vorbild für andere Waldbesitzer sein“, erzählt der Waldbesitzer der myclimate Projektfläche.   

Unternehmen sind Möglichmacher

Nach der Exkursion im Wald erklären myclimate Expert*innen die Möglichkeiten von und Chancen für Unternehmen beim Aufbau regionaler Klimaschutzprojekte. Ganz gleich ob bei der Wiedervernässung von Mooren, dem Aufbau klimaangepasster Wälder oder den Einsatz von Agroforstsystemen: Sie alle bieten Unternehmen greifbare Mehrwerte. Im Gespräch mit den angereisten Unternehmen stellten sich zahlreiche unterschiedliche Gründe heraus für das jeweilige Engagement. Sei es die Erreichung von selbst gesteckten Klimazielen oder Aktivitäten der BVCM-Massnahmen. Aber auch die Kunden- und Mitarbeitendenbindung durch Projekte in der Nähe wurden deutlich als Motivation hervorgehoben.

Es war ein super spannender Tag und die Organisation durch euch war von vorne bis hinten rundum gelungen. Ich bin sehr froh, euch als Partner an unserer Seite zu wissen!

Partnerrückmeldung einer Teilnehmerin

Bei der Frage der Finanzierung konnten die myclimate-Expert*innen noch Impulse liefern. So nutzen einige Partner von myclimate Klimafondsmodelle, das myclimate Cause-We-Care Programm oder nutzen eine interne CO₂-Bepreisung. Ganz gleich, für welches Modell sich schlussendlich entscheiden wird: Die zusätzliche Unterstützung aus dem Privatsektor zur Erreichung der globalen Klimaziele ist unersetzlich und dringend benötigt. Davon waren auch die teilnehmenden Unternehmen überzeugt, die viel Wissen und Motivation mit Nachhause nehmen konnten.  

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Wie Sie im eigenen Unternehmen BVCM-Massnahmen und Klimaschutzengagement am besten einsetzen, erfahren Sie im kostenfreien myclimate Whitepaper «BVCM: Ganzheitlicher Hebel für wirksamen und kurzfristigen Klimaschutz»

Mehr über klimaangepasster Waldumbau Herzfelde in Brandenburg erfahren Sie hier.

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