Von Gülle zu Energie: Biogasprojekte auf Schweizer Bauernhöfen

Zwei grosse Biogasanlagen mit grünen Kuppeldächern stehen neben einem Bauernhof im Winter, mit etwas Schnee auf dem Gras. Im Vordergrund sind mobile Gasbehälter sichtbar, im Hintergrund leicht bewaldete Hügel. Die Szene zeigt eine ländliche Schweizer Umgebung und erneuerbare Energieproduktion.

Projekttyp: Biogas

Projektstandort: Schweiz, diverse Kantone

Projektstatus: Abgeschlossen, Zertifikate erhältlich

Jährliche Emissionsreduktion des gesamten Projekts: 9382 t CO2e

Methan aus Gülle und Mist ist ein starkes Treibhausgas – und in der Schweizer Landwirtschaft kaum genutzt. Genau hier setzt das erste nach Gold Standard zertifizierte Biogasprojekt der Schweiz an: Es reduziert Emissionen und erzeugt gleichzeitig erneuerbare Energie auf neun bio-zertifizierten Höfen. 

In der Schweiz entsteht bei der Lagerung von Hofdünger wie Mist und Gülle Methan – ein Gas, das rund 25-mal klimaschädlicher ist als CO₂. Auf bio-zertifizierten Landwirtschaftsbetrieben wird dieser Hofdünger in Biogasanlagen kontrolliert vergoren. Das dabei entstehende Biogas wird vor Ort in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird ins Netz eingespeist, die Wärme kann dem Betrieb der Anlagen oder dem Heizen von Gebäuden dienen.

Übrig bleibt ein nährstoffreicher Gärrest, der als Dünger auf den umliegenden Feldern verwendet wird – und so den Einsatz von mineralischem Dünger reduziert. Die grösste Klimaschutzwirkung entsteht jedoch dadurch, dass bei der kontrollierten Vergärung deutlich weniger Methan freigesetzt wird als bei der offenen Lagerung.

 

Verwendung der Klimaschutzbeiträgen 
 
Für kleinere landwirtschaftliche Biogasanlagen ist es wirtschaftlich herausfordernd, dauerhaft zu bestehen. Der Bau und Betrieb ist zeit- und kostenintensiv: Hohe Anfangsinvestitionen, geringe Einnahmen aus Wärmeverkauf und Co-Substratentsorgung sowie eine geringere Biogasausbeute durch den Einsatz von Hofdünger führen zu hohen Stromgestehungskosten.

Einnahmen aus CO₂-Zertifikaten, die gezielt für die Vermeidung von Methan vergeben werden, ermöglichen den dauerhaften Betrieb dieser Anlagen. Sie sichern die Wirtschaftlichkeit und den Klimanutzen langfristig ab.

 

Partnerschaft für nachhaltige Landwirtschaft

Die Biogasanlagen werden von einzelnen Landwirtinnen und Landwirten betrieben. Unterstützung erhalten sie von der Genossenschaft Ökostrom Schweiz, die bei der Entwicklung und beim Vertrieb der bio-zertifizierten Klimaschutzprojekte mitwirkt.

 

Landwirtschaftliche Biogasanlagen sind echte Multitalente. Sie leisten nicht nur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz, indem sie Methan und CO2 reduzieren, sondern liefern sowohl grünen Winterstrom als auch Ausgleichsenergie. Der beim Biogasprozess anfallende Gärrest schliesst zudem die Nährstoffkreisläufe und verringert den Import von mineralischen Düngern.


Lorenz Köhli, Bereichsleiter Klimaschutz, Ökostrom Schweiz 

 

Dieses Projekt trägt zu 3 SDGs bei*

*Alle Zahlen aus dem Jahr 2021 (neustes vorliegendes Monitoring). myclimate finanziert nur einen Teil dieses Projekts. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die Auswirkungen des gesamten Projekts.
Erfahren Sie in unseren FAQ, wie myclimate diese SDGs ausweist.

SDG 6 gelbes Quadrat bezahlbare Energie

21.88 TJ erneuerbare Energie werden durch die Biogasanlagen generiert. 

SDG 8 weinrotes Quadrat menschwürdige Arbeit

 Durch das Projekt wurden knapp 23 Arbeitsstellen in der Landwirschaft geschaffen.

SDG 13 grünes Quadrat Maßnahmen zum Klimaschutz

Die 31 Biogasanlagen erzielten im Jahr 2021 9432 t CO2.
 

Situation ohne Projekt

Gülle und Dünger werden unbehandelt gelagert und ausgebracht, wodurch vermehrt Methanemissionen auf den Feldern entstehen.

Dokumentation

Project standard

Projektnummer

7856

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