Vom Wunsch nach Teilhabe bis zum eigenen Klimabilanztool
Der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB) ist der Dachverband für 27 Fußballverbände mit rund 24.000 Vereinen und mehr als 8 Millionen Mitgliedschaften – und damit der weltweit größte nationale Sportfachverband.
Dem starken Wunsch vieler Amateurvereine, einen aktiveren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist der DFB mit der Entwicklung eines eigenen, für die Vereine kostenlosen, Klimabilanztools nachgekommen, das gemeinsam mit myclimate umgesetzt wurde.
Das Klimabilanztool wurde im Auftrag des DFB entwickelt und war Teil einer Klimaschutzinitiative vor und für die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung erhielt myclimate den Zuschlag für das Projekt. Nach der Entwicklung und einer Pilotphase mit zehn Testvereinen wurde das Tool Ende 2023 für alle 24.000 Vereine bereitgestellt.
Wie funktioniert das DFB-Klimabilanztool?
Über eine intuitive Benutzeroberfläche erfassen die Vereine Daten aus Bereichen wie Mobilität, Energie sowie Veranstaltungen und Teamfahrten. Liegen keine exakten Werte vor, können Schätzwerte genutzt werden, die basierend auf ermittelten Daten aus der Pilotphase hochgerechnet werden.
Nach der Dateneingabe erfolgt die Auswertung: In einer numerischen und visuell aufbereiteten Übersicht erkennen die Vereine ihre größten Emissionsquellen und erhalten Hinweise auf Reduktionspotenziale.
Die Zusammenarbeit mit myclimate zeichnet sich durch eine gemeinsame Überzeugung aus: Klimaschutz braucht praktische, leicht zugängliche Lösungen. Das DFB-Klimabilanztool ist genau ein solches Instrument, und myclimate hilft uns, es für die vielen engagierten Vereine in Deutschland optimal nutzbar zu machen.
Erste Erkenntnisse: Süddeutschland besonders aktiv – Mobilität größte Emissionsquelle
Bis Ende 2025 haben 1700 Vereine einen Account erstellt, 579 Berechnungen wurden bereits durchgeführt. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg erwartet. Erste Ergebnisse zeigen, dass Amateurfußballvereine in Deutschland durchschnittlich 215 t CO₂e pro Jahr verursachen. Mit 62 Prozent entfällt der größte Anteil klar auf die Mobilität der Mitglieder. Besonders engagiert zeigen sich Vereine aus Süddeutschland: Von hier stammen 258 der bisher 579 durchgeführten Berechnungen.
Klimaschutz im Fußball: Wie geht es weiter?
Mit dem Klimabilanztool stellt der DFB den Amateurvereinen ein wichtiges Instrument zur Verfügung, um Verantwortung für ihre Treibhausgasemissionen zu übernehmen und gezielt Maßnahmen abzuleiten. Darüber hinaus bietet der DFB unter klimaschutz.dfb.de konkrete Vorschläge für umsetzbare Klimaschutzmaßnahmen – etwa den Wechsel zu Ökostrom, den Einsatz von Sparduschköpfen oder die Nutzung von Mehrweg- statt Einwegmaterialien.
Zudem empfiehlt der DFB, die erfassten Daten jährlich – jeweils pro Spielsaison – zu aktualisieren. Nur so lassen sich Fortschritte auf Vereins- und Verbandsebene nachvollziehbar dokumentieren.