Was ist ein CO₂-Budget?

Mit dem Begriff CO₂-Budget soll veranschaulicht werden, wie viel CO₂ durch den eigenen Lebensstil verursacht werden darf, um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Durch die Ratifizierung des Pariser Abkommens hat es sich die Schweiz zum Ziel gesetzt, ihre Emissionen spätestens bis 2100 auf netto Null zu reduzieren und die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Dies bedeutet, dass jede Person in der Schweiz bis 2100 jährlich weniger als 0,6t CO₂ ausstossen darf.

Diese Zahl wurde von Forschern der Universität Genf im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (BAFU) im Jahr 2015 berechnet und basiert auf dem Schweizer Gesamtbudget an CO₂, welches anschliessend gleichmässig auf alle Einwohner bis 2100 verteilt wurde.

Da dieses Budget schon mehrere Jahre überschritten wurde, liegt das effektive CO2-Budget für die Zukunft noch tiefer. Grundsätzlich gilt: Je später das Ziel der Netto-Null-Emissionen erreicht wird, desto höhere Negativemissionen sind später nötig (siehe: Was bedeutet «Netto-Null-Emissionen»?).

Der Budgetansatz zeigt auf, wie die Finanzierung von Klimaschutzprojekten als Brückentechnologie wirkt: Wenn man die Emissionen eines Fluges berechnet und entsprechend Klimaschutzprojekte unterstützt, dann verschwinden diese Emissionen dadurch nicht, es werden jedoch im gleichen Mass Emissionen an anderer Stelle verhindert. Die Bilanz bleibt ausgeglichen und somit auch das Budget.

Quelle: Dao, et al. (2015)

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