Was ist ein digitaler CO2-Fussabdruck?

Die digitale Transformation hat viele Vorteile mit sich gebracht, die auch im Kampf gegen den Klimawandel positive Effekte mit sich bringen und die CO2-Emissionen verringern. Jedoch verursacht die Produktion, Nutzung und Datenübertragung der digitalen Geräte CO2-Emissionen, die grösser sind als man denkt. Diese Emissionen werden unter dem Begriff "digitaler CO2-Fussabdruck" oder auch Digital Carbon Footprint zusammengefasst.

Laut einer Schätzung haben im Jahr 2019 rund 4,1 Milliarden Menschen weltweit einen Internetzugang [1]. Jede einzelne Suchanfrage, jedes gestreamte Video und jede Art von Cloud-Computing, milliardenfach ausgeführt, ist für einen global immer grösser werdenden Energiebedarf verantwortlich – und somit auch für steigende CO2-Emissionen. Durch den stetigen technologischen Fortschritt, die Effizienzsteigerung, die veränderten Konsumgewohnheiten und durch die Substitutions- und Summationseffekte, ist es schwierig genau zu schätzen, wie gross die globalen CO2-Emissionen davon sind. Verschiedene Studien schätzen sie zwischen 2,3 - 3,7 Prozent der globalen CO2-Emissionen, womit sie gleichzusetzen sind mit den Emissionen der gesamten Flugbranche [2]. Auf individueller Ebene kann genauer geschätzt werden, wie hoch die CO2-Emissionen sind und wie diese mit einfachen Mitteln reduziert werden könnten.

Einfache Ansätze um die Emissionen im digitalen Alltag zu reduzieren:

  • Streaming reduzieren: Videostreaming verursacht 75 Prozent des globalen Datenverkehrs [3]. Download ist im Vergleich dazu viel weniger energieintensiv.
  • Songs als Audio abspielen, statt als Video über Youtube zu streamen oder das Video in geringerer Auflösung anschauen [4].
  • Geräte länger nutzen: Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Smartphones in der Schweiz beträgt lediglich zwei Jahre, die eines Fernsehers fünf Jahre [5].
  • Alte Geräte korrekt entsorgen.
  • E-Mail-Box regelmässig leeren, um Datenspeicher zu reduzieren.
  • Daten lokal speichern, Cloud möglichst wenig nutzen.
  • Statt mobile Netzwerke WLAN-Netzwerke verwenden.
  • Erneuerbaren Strommix verwenden (Photovoltaik, Wasserkraft, Wind, Biomasse).


Quellen:
[1] de.statista.com/statistik/daten/studie/805920/umfrage/anzahl-der-internetnutzer-weltweit/
[2] theshiftproject.org/wp-content/uploads/2019/03/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf
[3] www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wochenende-gesellschaft/co2-fussabdruck-im-internet-surfe-ich-das-klima-kaputt?
[4] www.carbonbrief.org/factcheck-what-is-the-carbon-footprint-of-streaming-video-on-netflix
[5] www.lcaforum.ch/portals/0/df73/DF73-03_Keller.pdf

 

Mit den myclimate CO₂-​Rechnern können Sie die CO₂-​Emissionen berechnen und kompensieren.

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