Projekttyp: Landwirtschaft
Projektstandort: Bodenseeregion (Schweiz, Deutschland, Österreich & Liechtenstein)
Projektstatus: Abgeschlossen, keine Zertifikate erhältlich
Jährliche Emissionsreduktion des gesamten Projekts: 1'522 t
Dieses wegweisende Klimaschutzprogramm speicherte Kohlenstoff in landwirtschaftlichen Böden auf Biohöfen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Nach sieben Jahren wurde es 2024 erfolgreich abgeschlossen und ist ein deutliches Beispiel dafür, wie Carbon-Farming-Projekte wirksame Lösungen für die CO₂-Entfernung bieten und gleichzeitig den Landwirten helfen, sich an extreme Wetterbedingungen anzupassen.
Landwirtschaftliche Böden bieten ein großes Potenzial als Kohlenstoffsenke. Der Boden speichert dreimal so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre. Der Kohlenstoff im Boden stammt zum Teil aus dem Kohlendioxid (CO₂) der Atmosphäre, das Pflanzen durch Photosynthese aufnehmen und über ihre Wurzeln sowie mithilfe von Mikroorganismen im Boden speichern. Je mehr Humus der Boden enthält, desto mehr Kohlenstoff kann er speichern. Bodenschonende und humusbildende Maßnahmen erhöhen den Gehalt an organischem Kohlenstoff im Boden und machen fruchtbaren landwirtschaftlichen Boden zu einer CO₂-Senke. Humusreiche Böden speichern mehr Wasser und sind daher widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterbedingungen wie Dürren und Starkregen. Dies macht den Boden widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel, was bedeutet, dass er zur Ernährungssicherheit und zu den negativen Emissionen beiträgt, die dringend benötigt werden, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.
Die internationale Initiative „4 per 1000“ betrachtet den Boden als relevante CO₂-Senke. Sie geht davon aus, dass eine jährliche weltweite Zunahme des Kohlenstoffvorrats im Oberboden – also in den obersten 30 Zentimetern – um 0,4 Prozent die vom Menschen verursachten globalen Treibhausgase reduzieren kann. Nach siebenjähriger Durchführung dieses Carbon-Farming-Programms und der Analyse unserer Bodenproben haben wir sogar einen Anstieg von 2,5 Prozent erreicht, was zeigt, dass die internationale „4 per 1000“-Initiative realisierbar ist.
Für dieses Programm arbeitete myclimate eng mit der Bio-Stiftung Schweiz zusammen. Ausgewählte Betriebe aus dem Bodenseeraum, die biologisch oder biodynamisch wirtschaften, verpflichteten sich, standortoptimierte Maßnahmen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit zu entwickeln. Zu den Maßnahmen gehörten beispielsweise die Herstellung und der Einsatz von Kompost, eine angepasste Fruchtfolge, Direktsaat, Mischkulturen oder Gründüngung. Die Bio-Stiftung Schweiz unterstützt die Landwirte durch die Beratung durch lokale Bodenexperten und eine Plattform zum Austausch.
Nach sieben Jahren zeigen unsere Daten, dass die Landwirte im Durchschnitt 1,38 t CO₂/ha/a binden konnten (ohne die Auswirkungen von Kompost). Etwa 80 % der Einsparungen waren auf Gründüngung, Deckfrüchte usw. zurückzuführen, etwa 20 % auf reduzierte Bodenbearbeitung.
Mit einem ausgereiften Projektsetup, regelmässigen Vor-Ort-Beratungen und starken Partnerschaften lassen sich Klimaschutzprojekte umsetzen, die messbare CO₂-Senken in der Landwirtschaft aufbauen.
Mit dem Abschluss dieses ersten Pilotprojekts und innovativen Ansätzen unter Verwendung von Satellitendaten stehen nun sowohl die Instrumente als auch die Methoden bereit, um regenerative landwirtschaftliche Praktiken innerhalb der Wertschöpfungskette zu skalieren und zu finanzieren. myclimate führt derzeit gemeinsam mit AgriPurpose ein weiteres Programm für regenerative Landwirtschaft innerhalb der Migros-Lieferkette durch.
Dieses Programm ist erfolgreich abgeschlossen worden. Falls Ihr Unternehmen daran interessiert ist, wegweisende landwirtschaftliche Betriebe zu unterstützen, schauen Sie sich doch bitte unser Agroforstprogramm an, das weiterhin läuft.
Haben Sie Fragen zu diesem Projekt oder möchten Sie andere Lösungen im Bereich der regenerativen Landwirtschaft unterstützen? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. E-Mail, Tel. 044 500 43 50
*Stand: Ende 2025. Erfahren Sie in unseren FAQ, wie myclimate diese SDGs ausweist.
1179 ha Ackerfläche werden nachhaltig bewirtschaftet.
Jährlich werden 1522 t CO2 eingespart.
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