Der Gesamtertrag der Stiftung belief sich im Jahr 2025 auf 44.54 Mio. Schweizer Franken und lag damit unter dem Wert des Vorjahres (2024: 55.67 Mio. CHF). Die Erträge aus Spenden und Klimaschutzbeiträgen machten mit 37.6 Mio. CHF erneut den größten Anteil aus. Die Bereiche «Beratung & Lösungen» sowie «Klimabildung» trugen 3.0 Mio. CHF bzw. 1.3 Mio. CHF zum Gesamtertrag bei.
Zur Einordnung dieser Zahlen: myclimate hat per 1. Januar 2023 die Rechnungslegung geändert (siehe Konzernrechnung 2024). Die Umsatzerfassung erfolgt seitdem erst dann, wenn eine Dienstleistung für den Kunden erbracht ist und die dabei verkauften Zertifikate zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Stiftung waren. Per 31.12.2025 wurden CHF 5.8 Million Schweizer Franken (CHF) somit als Vorauszahlungen von Kunden abgegrenzt. Ohne diese Abgrenzungen beliefe sich der Ertrag im Jahr 2025 auf CHF 43.3 Million CHF, respektive im Vorjahr auf CHF 45.8 Million CHF. Trotz schwieriger Gegebenheiten konnte damit der für die Stiftung und den Klimaschutz wichtige Projektbereich im geplanten Budgetrahmen abgeschlossen werden.
In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld haben Unternehmen und Privatpersonen im Jahr 2025 Verantwortung für rund 2.4 Mio. Tonnen CO₂ übernommen. Gleichzeitig generierten myclimate‑Klimaschutzprojekte 2.9 Mio. Tonnen zertifizierte Emissionsreduktionen. Seit der Gründung im Jahr 2002 wurden damit insgesamt über 25.8 Mio. Tonnen CO₂ vermieden oder gebunden.
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen leisten die Projekte auch einen Beitrag zu den UN‑Nachhaltigkeitszielen (SDGs): Mehr als 12.2 Mio. Menschen profitieren seit Gründung von den Maßnahmen – etwa durch den Bau von Biogasanlagen und der damit verbundenen Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern oder durch Aufforstungsprojekte, die Einkommen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern schaffen.
Weichenstellungen für langfristige Wirkung
Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, traf myclimate im Jahr 2025 Entscheidungen, die nicht bequem, aber notwendig waren. Dazu gehörten Anpassungen von Prozessen und Strukturen sowie eine Reduktion von Teams und Führungsebenen. Seit August 2025 wird die Stiftung im Rahmen einer gemeinsamen Geschäftsleitung durch die Co‑CEOs Florian Goppel und Pascal Wieser geführt. In Deutschland übernahm Harald Rettich die Geschäftsführung der myclimate Deutschland gGmbH.
«2026 wird ein Jahr der Weichenstellungen: In der Schweiz wird die parlamentarische Besprechung zum CO2-Gesetz ab 2031 wichtige Signale senden. Mit dem neuen SBTi Net-Zero-Unternehmensstandard und der ab September verbindlichen Empowering Consumers Richtlinie der EU haben unsere Kunden wieder einen sicheren Rechtsrahmen für ihr Engagement im Klimaschutz. Mit erweiterten Methodologien für Artikel 6.4 des Paris Abkommens, eindeutigeren Regeln und Zulassungsbeschränkungen in verpflichtenden Rahmenwerken wie CORSIA sowie Qualitätsinitiativen wie den Core Carbon Principles stehen wir vor einer Ära der Klarheit und Verbindlichkeit. Diese Entwicklungen bergen Herausforderungen. Gleichzeitig sind sie die Chance für myclimate, Klimaschutz mit Integrität, Innovation und Wirkung voranzutreiben.», gibt Co-CEO Florian Goppel einen optimistischen Ausblick.
Fokus auf CO₂‑Märkte und integrierte Netto‑Null‑Pfade
Mit Blick nach vorn will myclimate den eingeschlagenen Kurs weiter schärfen. Künftig liegt der strategische Fokus noch stärker auf den CO₂‑Märkten, Klimaschutzprojekten und integrierten Netto‑Null‑Pfaden, um die größtmögliche Wirkung für den Klimaschutz zu entfalten – gemeinsam mit engagierten Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft.