Gereift

Editorial

Gereift. Und damit bereit für die Zukunft.

Liebe Leserinnen und Leser, 

Mut braucht es nicht, wenn alles leicht ist. Sondern dann, wenn sich Rahmenbedingungen verändern, Gewissheiten wanken und Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden müssen. 2025 war für myclimate ein solches Jahr.  

Wir sind gereift. Schlanker und fokussierter geworden.  

Und wir sind bereit. 

Reife heißt für uns: Verantwortung übernehmen, Klarheit schaffen und Komplexität reduzieren, ohne dabei Offenheit für unterschiedliche Perspektiven zu verlieren. In einem Umfeld, das von regulatorischen Veränderungen, wirtschaftlicher Zurückhaltung und einer spürbaren Ermüdung im öffentlichen Klimadiskurs geprägt war, haben wir Entscheidungen getroffen, die nicht bequem, aber notwendig waren. Wir haben sie umsichtig, fair und mit Blick nach vorne umgesetzt. Sie bilden heute das Fundament dafür, dass myclimate auch künftig wirksam, glaubwürdig und erfolgreich bleibt. 

Zwei Personen stehen nebeneinander vor hellem Hintergrund.

Geschäftszahlen

Betriebsrechnung und Bilanz

 20252024
   
ErtragCHFCHF

Spenden und Ertrag aus Klimaschutzbeiträgen *37’766’99647’862’099
Ertrag aus Dienstleistungen Beratung und Lösungen3’039’5263’736’841
Spenden und Ertrag aus Dienstleistungen Klimabildung1’272’5251’750’919
Übriger Ertrag2’629’8012’319’218

TOTAL ERTRAG44’708’84855’669’077

Aufwand  

Aufwand für Klimaschutzprojekte     -30’680’773-35’204’684
Aufwand für Beratung und Lösungen-2’278’503-2’460’484
Aufwand für Klimabildung-1’376’291-2’177’125
Übriger Aufwand für Leistungserbringung-305’172-576’598

Total Aufwand für Leistungserbringung-34’640’739-40’418’891

Total Aufwand für Vertrieb, Marketing und Administration-9’569’926-11’594’688

BETRIEBSERGEBNIS498’1833’655’498

Total Finanzergebnis1’143’2932’010’182
Total Übriges Ergebnis-34’01950’034

ERGEBNIS VOR VERÄNDERUNG DES FONDSKAPITALS1’607’4585’715’714
Entnahmen Fonds Klimaschutzprojekte31’863’18835’034’714
Einlagen in Fonds Klimaschutzprojekte-35’753’718-42’841’448
TOTAL VERÄNDERUNG DES FONDSKAPITALS-3’890’530-7’806’734

JAHRESERGEBNIS (Vor Zuweisung an Organisationskapital)-2’283’072-2’091’019
Ergebnis nach Zuweisungen 00

 

 

 

 31.12.202531.12.2024
   
AKTIVENCHFCHF

Umlaufvermögen  
Flüssige Mittel15’715’42916’912’334
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen26’722’49118’778’947
Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen34’198’87133’167’136
Aktive Rechnungsabgrenzungen11’506’5967’412’623

Total Umlaufvermögen88’143’38776’271’040
Finanzanlagen16’534’17916’147’367
Sachanlagen und Immaterielle Anlagen2’121’6652’489’735
Beteiligungen42’00042’000

Total Anlagevermögen18’697’84518’679’102

TOTAL AKTIVEN106’841’23294’950’142

PASSIVEN  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen7’871’4524’152’909
Passive Rechnungsabgrenzungen32’345’31625’763’287

Total kurzfristiges Fremdkapital40’216’76929’916’196

 Total Fondskapital64’050’97760’160’448

 Total Organisationskapital2’573’4854’873’498

TOTAL PASSIVEN106’841’23294’950’142
   
 

* myclimate hat per 1. Januar 2023 die Rechnungslegung geändert (siehe Konzernrechnung 2024). Die Umsatzerfassung erfolgt seitdem erst dann, wenn eine Dienstleistung für den Kunden erbracht ist und die dabei verkauften Zertifikate zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Stiftung waren.
Per 31.12.2025 wurden CHF 5,8 Million Schweizer Franken (CHF) somit als Vorauszahlungen von Kunden abgegrenzt. Ohne diese Abgrenzungen beliefe sich der Ertrag im Jahr 2025 auf CHF 43,3 Million CHF, respektive im Vorjahr auf CHF 45,8 Million CHF.

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Allgemein

SDG Impact Reporting

Klimaschutz: Mehr als nur CO₂-Reduktion

Seit der Gründung im Jahr 2002 hat myclimate rund 240 Klimaschutzprojekte in insgesamt 48 Ländern der Welt mitentwickelt und unterstützt. Die Klimaschutzprojekte von myclimate vermeiden oder binden nicht nur CO₂, sie tragen auch zum Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG, Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen bei. Diese Wirkung (Impact) messen wir und zeigen sie anhand von Kennzahlen transparent auf. So konnten bisher über 12,2 Millionen Menschen von den Maßnahmen profitieren. Mehr als 366’000 Menschen wurden in Klimaschutzprojekten geschult. Die folgenden Zahlen zeigen wichtige Impacts dieses Reportings von Anfang 2002 bis Ende 2025. 

43’300

Familien von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wenden verbesserte landwirtschaftliche Verfahren an

87’180

Biogasanlagen wurden installiert und dadurch die Gesundheit von Frauen und Kindern verbessert

3,65 Mrd.

Liter sauberes Trinkwasser wurden aufbereitet

1,66 Mio.

Solaranlagen und effiziente Kocher wurden installiert und fossile Energieträger ersetzt

12’600

permanente und temporäre Jobs wurden geschaffen

25,8 Mio.

Tonnen CO₂ wurden in myclimate-Klimaschutzprojekten vermieden

6,9 Mio.

Bäume wurden gepflanzt – damit wird Familien von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein Einkommen ermöglicht

Tonnenweise Emissionen

Wie viel CO₂ hat myclimate vermieden?

Im Jahr 2025 haben Unternehmen und Privatpersonen für 2’359’617 Tonnen (entspricht fast 5,78 Prozent der inländischen Emissionen der Schweiz im Jahr 2023) Verantwortung übernommen. Gleichzeitig wurden 2’934’138 Tonnen zertifizierte CO₂-Emissionsreduktionen aus myclimate-Projekten generiert. So wurden seit der Gründung von myclimate insgesamt über 25,8 Millionen Tonnen CO₂ reduziert. Da die Stilllegung der Emissionszertifikate zeitlich versetzt stattfinden kann, werden allfällige Überschüsse an Emissionsreduktionen für den Ausgleich in vergangenen und auch in zukünftigen Jahren verwendet.

CEO-Dialog

Florian Goppel und Pascal Wieser über Motivation, Führung und Zukunft

Zwei Perspektiven, eine gemeinsame Vision: Florian Goppel und Pascal Wieser führen myclimate neu als Co-CEOs. Im Interview sprechen sie über ihre Motivation, erfolgreiche Zusammenarbeit und darüber, warum Vertrauen und Humor genauso wichtig sind wie klare Ziele. Erfahren Sie, wie sie myclimate strategisch weiterentwickeln und welche Chancen und Herausforderungen sie für den freiwilligen CO₂-Markt sehen.

«Wir werden uns noch konsequenter am Weg unserer Kundinnen und Kunden zum Netto-Null-Ziel ausrichten – mit mehr Transparenz über Wirkung und Funktion unserer Lösungen und einer stärkeren Begleitung entlang der gesamten Dekarbonisierungsreise. Kundinnen und Kunden dürfen dabei mit noch mehr Dynamik und Nähe rechnen.»

Florian Goppel, Co-CEO

Fortschritt

Entwicklungen im Jahr 2025

2025 war für myclimate ein Jahr wichtiger strategischer Entscheidungen und struktureller Weiterentwicklung, intern wie extern. 

Auf europäischer Ebene wurden klimapolitische Weichen gestellt, die die CO₂-Märkte und den Einsatz von Emissionszertifikaten grundlegend verändern werden. Mit dem neuen EU-Klimaziel für 2040 und der geplanten Möglichkeit, Emissionsziele künftig teilweise auch über internationale Klimaschutzprojekte zu erreichen, zeichnet sich ein stark wachsender Bedarf an hochwertigen Zertifikaten ab – mit spürbaren Auswirkungen auf Verfügbarkeit, Preise und Marktmechanismen. 

Vor diesem Hintergrund haben wir unser klares Bekenntnis zu Qualität und Integrität bekräftigt und unsere Klimaschutzprojekte frühzeitig an den Core Carbon Principles ausgerichtet, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit im freiwilligen Kohlenstoffmarkt weiter zu stärken.

Gleichzeitig haben wir unsere Organisation gezielt neu aufgestellt, um Effizienz, Stabilität und Zukunftsfähigkeit zu sichern und Unternehmen auch in einem anspruchsvolleren Umfeld wirksam auf ihrem Weg zum Netto-Null-Ziel zu begleiten.

Mit der erfolgreichen Bereitstellung der myclimate EcoCloud haben wir zudem eine zentrale Plattform für CO₂-Management und Klimastrategie etabliert, die Unternehmen dabei unterstützt, Emissionen, Ziele und Maßnahmen transparent, konsistent und nach anerkannten Standards zu steuern. 

Erfolgsgeschichten

Gemeinsam wirken

Partner

Klimaschutz entfaltet seine Wirkung dort, wo Unternehmen Verantwortung übernehmen und Veränderungen konkret umsetzen. Auch 2025 haben wir Organisationen aus unterschiedlichen Branchen dabei begleitet, Klimaschutz strategisch zu verankern und wirksam in den Arbeitsalltag zu integrieren. Vier Beispiele zeigen, wie vielfältig diese Partnerschaften sind.

So hat die Ebnat AG gemeinsam mit myclimate Fach- und Führungskräfte befähigt, Klimaschutz nicht nur strategisch zu denken, sondern als gemeinsame Aufgabe im Unternehmen umzusetzen. In einem unternehmensweiten Kaderseminar wurden Handlungsfelder identifiziert und konkrete Aktionspläne erarbeitet, um auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel konsequent voranzukommen.

Auch in der Event- und Kulturbranche gewinnt Klimaschutz an Relevanz. Gemeinsam mit der Plattform Music C•A•R•E•S unterstützte myclimate die Entwicklung eines Emissionsrechners, der Veranstaltern und Veranstalterinnen ermöglicht, Klimaauswirkungen von Konzerten und Festivals transparent zu machen und Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gezielt zu steuern.

Mit der Liechtensteinischen Landesbank AG begleitet myclimate seit mehreren Jahren die systematische Dekarbonisierung des Bankbetriebs. Auf Basis jährlicher Treibhausgasbilanzen übernimmt die LLB Verantwortung für ihre Emissionen und verfolgt konsequent das Ziel, bis 2040 Netto-Null zu erreichen.

Auch Integra Biosciences zeigt, wie Klimaschutz langfristig und datenbasiert umgesetzt werden kann. Das international tätige Unternehmen arbeitet mit myclimate an der Bilanzierung von Emissionen, der Definition wissenschaftsbasierter Klimaziele und der Reduktion von Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir, wie unternehmerisches Handeln und wirksamer Klimaschutz Hand in Hand gehen. 

«myclimate ist für uns ein verlässlicher Partner, der Transparenz und Glaubwürdigkeit in der THG-Bilanzierung sowie bei Klimaschutzprojekten sicherstellt. Die professionelle Zusammenarbeit unterstützt uns dabei, unseren Bankbetrieb konsequent zu dekarbonisieren und unsere Netto-Null-Strategie wirksam umzusetzen.»

Dr. Konstantin Lübbe, LLB Group Head of Sustainability

Emissionsberechnung mit dem DFB-Klimabilanztool

1700 Amateurfußballvereine engagieren sich für den Klimaschutz

Der Klimawandel macht auch vor dem Fußball nicht halt: Hitzewellen und Extremwetter beeinflussen zunehmend Trainings- und Spielbetrieb. Als größter Breitensport in Deutschland hat der Fußball jedoch nicht nur eine besondere Betroffenheit, sondern auch eine große Verantwortung und Hebelwirkung. Gemeinsam mit myclimate hat der Deutsche Fußball-Bund deshalb ein kostenloses Klimabilanztool für Amateurfußballvereine entwickelt. 

Das Tool ermöglicht es Vereinen, ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen, zentrale Emissionsquellen zu erkennen und gezielte Klimaschutzmaßnahmen abzuleiten. So wird Klimaschutz für Tausende von Ehrenamtlichen im Vereinsalltag konkret umsetzbar und nachvollziehbar. Zahlreiche Amateurvereine nutzen bereits das Angebot, um Verantwortung zu übernehmen und Klimaschutz Schritt für Schritt im Fußball zu verankern – praxisnah, niedrigschwellig und wirkungsorientiert. 

Eine Person arbeitet an einem Laptop, auf dessen Bildschirm eine digitale Übersicht zu CO₂‑Emissionen angezeigt wird.

Ernährungssicherheit und Emissionsreduktion

Nachhaltige Landwirtschaft in der Migros Gruppe

Seit mehreren Jahren arbeiten die Migros Gruppe und myclimate zusammen, um den Klimaschutz entlang der Wertschöpfungskette gezielt voranzubringen. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Migros Gruppe, inklusive ihrer wissenschaftsbasierten Klimaziele (SBTi), gilt für das gesamte, breit diversifizierte Unternehmensportfolio und adressiert Emissionen über alle Geschäftsbereiche hinweg. Als Detailhändlerin mit komplexen Lieferketten übernimmt Migros Verantwortung über den eigenen Betrieb hinaus und setzt gezielt bei den Emissionen an, die entlang der vorgelagerten Wertschöpfung entstehen. Gemeinsam mit Migros hat myclimate Projekte entwickelt, die klimaangepasste Landwirtschaft fördern, die Resilienz von Produzent*innen stärken und einen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisten, sowohl in der Schweiz als auch in internationalen Lieferketten. Dabei geht es nicht nur um Emissionsreduktion, sondern auch um faire Bedingungen und langfristige Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe. Wir sprechen mit Claudia Regenass, Leiterin Bereich Business Services in der Direktion Nachhaltigkeit & Wirtschaftspolitik bei der Migros Gruppe, darüber, warum die Landwirtschaft innerhalb der gruppenweiten Nachhaltigkeitsstrategie eine zentrale Rolle spielt. 

Klimaschutzprojekte

Wirkung zeigen

Mehr als 240 Klimaschutzprojekte weltweit

myclimate hat seit der Gründung im Jahr 2002 weltweit über 240 Projekte in 48 Ländern entwickelt und unterstützt. Einige davon sind bereits abgeschlossen. Die Projekte decken zentrale Technologiebereiche ab, darunter erneuerbare Energien (Solar, Wind, Wasserkraft, Biogas und Biomasse), Energieeffizienz (inkl. effiziente Kocher), Abfall- und Kreislaufwirtschaft (Abfallmanagement und Kompost), nachhaltige Landnutzung und Waldschutz (inkl. Pflanzenkohle), Wasser (Reinigung und Sparen) sowie klimafreundlicher Transport. Zudem tragen die Projekte durch ihre Co-Benefits zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) bei. 

myclimate entwickelt Klimaschutzprojekte sowohl lokal als auch international und verbindet dabei lokale Wirkung mit innovativen Lösungsansätzen. So wurde 2025 erstmals ein Pflanzenkohleprojekt in Kolumbien in das Portfolio aufgenommen, das CO₂ langfristig im Boden bindet und zugleich die Lebensgrundlagen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessert. Darüber hinaus eröffnete das erste Projekt mit biogenen Baustoffen im Gebäudesektor neue Wege für die langfristige CO₂-Speicherung im DACH-Raum. 

Neben Projekten für den freiwilligen Markt entwickelt myclimate auch Projekte für verpflichtende Märkte, etwa gemäß Artikel 6.2 des Pariser Klimaschutzabkommens, sowie unternehmensspezifische Projekte, beispielsweise entlang von Value Chains. 

Internationale und regionale Projekte

Weltweit Klimaschutz vorantreiben

Wirksamer Klimaschutz braucht vielfältige Lösungen, angepasst an lokale Gegebenheiten und getragen von starken Partnerschaften. Neben zahlreichen Projekten im globalen Süden engagiert sich myclimate auch in Europa für Klimaschutz mit messbarer Wirkung. Vier Projekte zeigen exemplarisch, wie Klimaschutz weltweit Wirkung entfalten kann: naturbasiert, technologisch innovativ und immer im Zusammenspiel von Klima, Mensch und Umwelt.

In Kolumbien bindet ein innovatives Pflanzenkohleprojekt den Kohlenstoff langfristig im Boden und verbessert gleichzeitig die Lebensgrundlagen von Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern. Durch die Umwandlung von Schnittresten aus dem Kaffeeanbau in Pflanzenkohle werden Emissionen dauerhaft entfernt, Böden fruchtbarer gemacht und die Resilienz gegenüber Klimarisiken gestärkt.

Auf den Salomon-Inseln im Südpazifik schützen indigene Gemeinschaften ihren Regenwald vor kommerzieller Abholzung. Das Projekt bewahrt wertvolle Ökosysteme und Biodiversität, reduziert Emissionen und stärkt die wirtschaftliche und soziale Selbstbestimmung der lokalen Bevölkerung mit besonderem Fokus auf die Beteiligung von Frauen.

Auch im Gebäudesektor eröffnen sich neue Wege für den Klimaschutz. Mit dem Einsatz biogener Baustoffe wie Holz, Hanf oder Stroh leisten Gebäude in der Schweiz, Deutschland und Österreich einen aktiven Beitrag zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

In Uganda wiederum verbessert ein Trinkwasserprojekt den Zugang zu sauberem Wasser für Tausende von Menschen. Durch solare Wasserdesinfektion werden Krankheiten reduziert, der Verbrauch von Brennholz gesenkt und Emissionen vermieden – mit positiven Effekten für Gesundheit, Umwelt und Klima. 

Wälder als Klimaschützer

Warum diese CO₂-Senke entscheidend ist

Der Wald spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung unserer CO₂-Emissionen, da er Kohlenstoff in seiner Biomasse speichert und somit als wichtige Senke fungiert. Doch durch den Klimawandel ändern sich die Umweltbedingungen: Hitze, Waldbrände, Stürme und Schädlinge drohen, Wälder von CO₂-Senken zu CO₂-Quellen zu machen. myclimate setzt daher auf naturbasierte Projekte, um die Senkenleistung der Wälder zu sichern und bestenfalls zu steigern. Mit gezielten Maßnahmen wie Waldschutz, nachhaltiger Waldbewirtschaftung und der Förderung von Naturwaldreservaten stärken wir die Widerstandsfähigkeit und Klimaresilienz bestehender Wälder – und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Unser Kommentar, warum technische Lösungen wie DAC (Direct Air Capture) die naturbasierten nicht ersetzen, sondern ergänzen sollten.

Eine Person steht in hohem Gras in einem grünen Waldgebiet mit dichtem Baumbestand.

Bildung

Gemeinsam Richtung Netto-Null

Klimabildung wirksam gestalten

Klimabildung bleibt der Schlüssel, wenn wir den Weg zu Netto-Null wirksam gestalten wollen. Unser Anspruch ist klar: Junge Menschen sollen nicht nur über Klimaschutz sprechen. Wir wollen sie dazu befähigen, ihren Gestaltungsspielraum zu erkennen und ins Handeln zu kommen – in der Schule, in der Berufsbildung und in ihrem späteren Beruf. 

2025 haben wir Klimakompetenzen weiter vertieft und systemisch verankert. In der Berufsbildung entwickeln Lernende im Rahmen von myclimate «Skills for Future» praxisnahe Projekte mit direkter Wirkung. Regionale Initiativen wie die Zukunftswerkstatt oder das Pilotquartier Netto-Null schaffen reale Lernräume für die Transformation zu Netto-Null. 

Der Young Climathon befähigt Jugendliche, gemeinsam innovative Lösungen für lokale Klimaherausforderungen zu entwickeln und ihre Ideen konkret in die Umsetzung zu bringen. 

Wie Klimabildung Wirkung entfaltet und Zusammenarbeit zum Erfolgsfaktor wird, zeigt der Bildungsreport Schweiz 2025.

Schritt für Schritt in eine grossartige Zukunft

1750

Schülerinnen und Schüler beteiligten sich

1772

Lernende setzten sich aktiv mit Klimaschutz auseinander

283

Bildungsimpulse (Workshops, Weiterbildungen) wurden durchgeführt

320

Projekte wurden auf allen Bildungsstufen entwickelt

 

*Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2025 und auf die Schweiz.

myclimate bei Veranstaltungen

Tourismus

Mit myclimate «Cause We Care» auf der ITB

Die ITB Berlin ist der zentrale Treffpunkt der internationalen Tourismusbranche. Auch 2025 war myclimate vor Ort, um nachhaltige Lösungen sichtbar zu machen und Vorbildunternehmen im Klimaschutz auszuzeichnen. Mit den myclimate Awards ehrte myclimate Partner, die Klimaschutz strategisch im Tourismus verankern, und stellte Weiterentwicklungen des Programms myclimate «Cause We Care» vor. 

Denn der Klimawandel trifft deutsche Tourismusdestinationen immer stärker. Betriebe und Regionen stehen vor der großen Aufgabe, den Klimaschutz voranzutreiben und sich anzupassen. Welche effizienten Möglichkeiten es dafür im Tourismus gibt, und wie die notwendigen Investitionen auf mehrere Schultern verteilt werden können, erklärt myclimate-Branchenexperte Benno von der Dovenmühle in unserem Interview. 

Klimakonferenz 2025 COP30

Artikel 6 nimmt Fahrt auf und damit die Verantwortung des Privatsektors

Die Klimakonferenz in Belém war vor allem eines: eine «Arbeits-COP». Die großen Entscheidungen zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens waren bereits an der COP 29 in Baku gefallen. In Belém ging es darum, bestehende Mechanismen zu konkretisieren und umzusetzen. Auch myclimate war vor Ort vertreten: Zwei Wochen lang begleitete unsere Delegation die Verhandlungen und führte Gespräche mit vielen Ländervertreter und Ländervertreterinnen, insbesondere um Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit rund um Artikel 6 auszuloten. In einer kompakten Zusammenfassung ordnen wir für Sie das Wichtigste ein. 

Zwei Personen sitzen vor einem myclimate‑Roll-up und führen ein Gespräch an einem kleinen Tisch.

Climate Talk

Interviewreihe

Menschen, die sich leidenschaftlich für den Klimaschutz engagieren

In unserer Interviewreihe «Climate Talk» sprechen wir mit Menschen, die sich leidenschaftlich für den Klimaschutz engagieren und zum Umdenken inspirieren.  

Maren Urner ist Professorin der Neurowissenschaften und weiß, warum Wissen allein nicht zum Handeln führt und warum viele Menschen die Klimakrise unterschätzen. Sie zeigt, wie Selbstwirksamkeit und konstruktive Kommunikation Menschen aus der Ohnmacht holen können.  

Katja Diehl setzt sich für eine nachhaltige Mobilität und eine echte Transformation im Verkehrswesen ein. Sie macht deutlich, dass Mobilität vor allem eine Gerechtigkeitsfrage ist und dass Veränderungen nur gelingen, wenn wir Menschen in den Mittelpunkt stellen.  

Dirk Kannacher leitet die GLS Bank und zeigt, dass Wirtschaften auch sozial verträglich sein kann. Er plädiert für ein ökonomisches System, das Sinn über Gewinn stellt und damit langfristig stabiler und gerechter wird.  

Christian Schneidermeier steht als Vorstand der European Outdoor Group für Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche. Er betont, dass echte Transformation nur stattfinden kann, wenn Materialien, Prozesse und Geschäftsmodelle gemeinsam gedacht und in der gesamten Lieferkette vorangetrieben werden. 

Weitere Einblicke?

Erfahren Sie alles über die Geschäftstätigkeit und die Entwicklung von myclimate in den vergangenen Jahren.

Anmerkung zum Foto im Headerbild: 

Gletscherflüsse aus der Vogelperspektive. Luftaufnahme der Flussläufe, die von isländischen Gletschern gespeist werden. Ein wunderschönes Kunstwerk der Natur, geschaffen in Island. 

Adobe Stock von Marek