Für Unternehmen wird glaubwürdige Klimakommunikation anspruchsvoller. Die rechtlichen Anforderungen an Umwelt- und Klimaaussagen steigen. Die EU-Richtlinie 2024/825, auch Empowering Consumers Directive (kurz EmpCo) genannt, soll Verbraucher*innen besser vor irreführenden Werbebotschaften und nicht transparenten Nachhaltigkeitslabels schützen. Solche Auszeichnungen müssen künftig insbesondere auf einem belastbaren Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt sein. Die Vorschrift gilt für sämtliche Kommunikation in Richtung Verbraucher*innen innerhalb der EU ab dem 27. September 2026.
Damit Unternehmen auch zukünftig ihr Engagement für den Klimaschutz kommunizieren können, hat myclimate das bestehende Label weiterentwickelt. Zukünftig erhalten myclimate Partner mit dem neuen myclimate Label «CO₂-bilanziert – Klimaschutzprojekte finanziert» ein Instrument an die Hand, mit dem glaubwürdig, nachvollziehbar und auf die EmpCo-Richtlinie abgestimmt kommuniziert werden kann. Es zeigt transparent, dass für ein Unternehmen, ein Produkt, ein Event oder eine Dienstleistung eine Treibhausgasbilanz erstellt und entsprechend der Bilanz myclimate Klimaschutzprojekte finanziell unterstützt wurden. Das dahinterliegende myclimate Zertifizierungssystem stellt sicher, dass eine externe und unabhängige Fachorganisation die Einhaltung des Systems, die Bilanzierung und die Projektfinanzierung überwacht und prüft.
Das Label verzichtet bewusst auf allgemeine Umweltaussagen. Stattdessen beschreibt es klar die Kombination aus der Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und der Finanzierung von Klimaschutzprojekten. Die Klimaschutzfinanzierung wird dabei nicht als Reduktion oder Aufhebung der eigenen Emissionen dargestellt. So können Unternehmen ihr zusätzliches Engagement sichtbar machen.
«Unternehmen wollen Verantwortung übernehmen und darüber sprechen können. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen liefern hierfür klare und überprüfbare Regeln. Unser neues Label verbindet beides: Es macht umfassendes Klimaengagement sichtbar und bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich mit transparenter, glaubwürdiger Klimakommunikation im Sinne der Direktive vom Wettbewerb abzuheben», sagt Sven Focken-Kremer, Senior Project Manager Public Affairs & Strategic Communication und bei myclimate verantwortlich für die Einführung des neuen Labels «CO₂-bilanziert – Klimaschutzprojekte finanziert».
Grundlage für die Vergabe des Labels ist eine Treibhausgasbilanz nach anerkannten wissenschaftlichen Standards. Unternehmensbilanzen orientieren sich am Greenhouse Gas Protocol, Produktbilanzen an einschlägigen ISO-Normen. Die Bilanz wird entweder von myclimate erstellt oder, falls eine externe Bilanz vorliegt, von myclimate auf die Anforderungen des Labelsystems geprüft. Anschließend erfolgt eine separate Prüfung durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle.
Auch die unterstützten Klimaschutzprojekte müssen die Qualitätsanforderungen von myclimate erfüllen. Dazu gehören eine interne Sorgfaltsprüfung sowie die Validierung, Registrierung und regelmäßige Verifizierung nach anerkannten externen Standards wie Gold Standard oder Plan Vivo.
Für zusätzliche Transparenz erhält jedes Label eine individuelle Trackingnummer und einen QR-Code. Über eine öffentlich zugängliche Seite können Interessierte nachvollziehen, worauf sich das Label bezieht, für welchen Zeitraum es gilt und welche Klimaschutzprojekte unterstützt werden.
Mit dem neuen Label entwickelt myclimate das 2023 eingeführte Impact-Label weiter. Bereits dessen Trackingnummer machte die berechneten Emissionen und die unterstützten Klimaschutzprojekte transparent.
Das neue Zertifizierungsprogramm geht darüber hinaus: Es definiert einheitliche Anforderungen an Bilanzierung, Dokumentation, unabhängige Prüfung, Zertifizierung und Kommunikation. Unternehmen erhalten damit einen nachvollziehbaren Prozess und eine verlässliche Grundlage, um ihr Klimaengagement sichtbar zu machen, Vertrauen zu schaffen und sich durch glaubwürdiges Handeln im Markt zu differenzieren.
Das Label «CO₂-bilanziert – Klimaschutzprojekte finanziert» wird ab dem 27. September für Unternehmen, Standorte, Geschäftsbereiche, Produkte, Dienstleistungen und Veranstaltungen angeboten.