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Was sind Science-based targets (SBT)?

Science Based Targets (SBTs) sind wissenschaftsbasierte Klimaziele für Unternehmen. Sie zeigen auf, wie stark und wie schnell ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen reduzieren muss, um im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens – insbesondere die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C – zu handeln und das langfristige Netto-Null-Ziel zu erreichen.

Update 11.Juni 2026: Veröffentlichung Corporate Net-Zero Standard Version 2.0 (CNZS 2.0) 
Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat am 11. Juni 2026 den neuen Corporate Net-Zero Standard Version 2.0 veröffentlicht. Damit wurde der bestehende Net-Zero-Rahmen umfassend weiterentwickelt. Der Fokus verschiebt sich stärker von der reinen Zielsetzung hin zur Umsetzung, zur Fortschrittsmessung und zur glaubwürdigen Verankerung von Klimazielen in Unternehmensstrategie und Governance. Neu bzw. stärker betont werden unter anderem separate Zielstrukturen für Scope 1, Scope 2 und Scope 3, Transitionspläne, kontinuierliche Fortschrittsbewertung sowie Ongoing Emissions Responsibility (OER) als ergänzender Rahmen zur Adressierung laufender Emissionen. Der CNZS 2.0 ist für Unternehmen ab dem 31. Januar 2028 für alle Zielerreichungen verpflichtend. Mehr Infos

Wer steckt hinter SBTs?

Die treibende Kraft hinter SBTs ist die Science Based Targets Initiative (SBTi). Sie ist eine gemeinsame Initiative von CDP, UNGC, WRI und WWF, die Methoden und Kriterien für effektiven Klimaschutz in Unternehmen entwickelt und Unternehmensziele validiert. Die SBTi hat auch einen Net-Zero Standard für Unternehmen erarbeitet. Im Juni 2026 hat die SBTi den Corporate Net-Zero Standard 2.0 vorgelegt. 

Was ist der SBTi Corporate Net-Zero Standard (CNZS)?

Der Corporate Net-Zero Standard der SBTi gibt Unternehmen einen wissenschaftlich fundierten Rahmen, um kurz- und langfristige Klimaziele festzulegen und ihre Transformation in Richtung Netto-Null zu planen. Er definiert, wie Unternehmen Emissionen entlang ihrer Wertschöpfungskette reduzieren und bis spätestens 2050 Netto-Null erreichen können.  

Mit der Version 2.0 wurde der Standard umfassend weiterentwickelt. Im Zentrum steht nicht mehr nur die Festlegung ambitionierter Ziele, sondern stärker auch deren Umsetzung, die Messung von Fortschritten und die Einbindung in Governance, Strategie und operative Entscheidungsprozesse. myclimate unterstützt Unternehmen bei der Erarbeitung kurz- und langfristiger Science-Based Targets.

Was sind die zentralen Anforderungen des Net-Zero Standards?

1. Schnelle und tiefe Emissionssenkungen anstreben

Um den globalen Temperaturanstieg effektiv auf 1,5 °C zu begrenzen, müssen schnelle und tiefgreifende Maßnahmen die Emissionen in der Wertschöpfungskette senken. Deshalb deckt der Net-Zero Standard die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens über Scope 1-, Scope 2- und Scope 3-Emissionen ab. Der Einbezug von indirekten Emissionen (Scope 2 und Scope 3) verlangt von den meisten Unternehmen eine tiefe Dekarbonisierung von mindestens 90 Prozent, um den Netto-Null-Standard zu erreichen.

2. Es braucht kurz- und langfristige Klimaziele

Unternehmen, die ihre Klimaziele nach dem Net-Zero Standard richten möchten, müssen sowohl kurz- als auch langfristige, wissenschaftsbasierte Ziele festlegen. Es braucht also kurzfristige Ziele, die Emissionen möglichst rasch und effektiv reduzieren. Neu dabei ist die Einführung von kurzfristigen Zyklen, die dabei helfen, eine regelmäßige Bewertung der Fortschritte, der Hindernisse bei der Umsetzung und der Maßnahmen zu deren Beseitigung durchzuführen; sowie die Festlegung neuer Ziele vor oder am Ende eines Zyklus. Dies dient der kontinuierlichen Ausrichtung auf Netto-Null-Pfade, auch wenn Lücken zwischen den Emissionen und den Zielen bestehen. Zusätzlich braucht es langfristige Ziele, die das Erreichen von Netto-Null bis 2050 ermöglichen und bei denen Unternehmen für alle Restemissionen, die nicht vermieden werden können, in Klimaschutzprojekte mit Senkenleistungen (Removals) investieren.  

3. Kein Netto-Null-Anspruch bis langfristige Ziele erreicht sind

Die meisten Unternehmen müssen mindestens 90 Prozent ihrer Emissionen bis 2050 reduzieren. Auch wenn sich ein Unternehmen langfristige und ambitionierte Reduktionsziele setzt und Bemühungen vornimmt, diese einzuhalten, gilt ein Unternehmen erst ab Erreichung dieser Ziele als Netto-Null-Unternehmen.

4. Über die Wertschöpfungskette hinaus handeln

Der Net-Zero Standard empfiehlt Unternehmen auch außerhalb der Wertschöpfungskette Investitionen vorzunehmen, um den Klimawandel einzudämmen – beispielsweise über Klimaschutzprojekte. Diese Investitionen sollen jedoch nicht als Ersatz zu tiefgreifenden Emissionsreduktionen im Unternehmen gelten. Vielmehr ergänzen sie die festgelegten und ambitionierten Klimaziele und unterstreichen so das Engagement des Unternehmens für Netto-Null bis 2050. 

Was sind die wesentlichen Änderungen des Corporate Net-Zero Standards Version 2.0 (CNZS v2.0)?  

Der neue Standard bringt insbesondere folgende Änderungen mit sich:  

  • Neue bzw. angepasste Firmenkategorien, inklusive Anpassungen bei der KMU-Definition.  

  • Eine weiterentwickelte Zielstruktur mit separaten Zielen für Scope 1 und Scope 2 sowie einer angepassten Scope-3-Logik mit stärkerem Fokus auf wesentliche Emissionskategorien.  

  • Stärkere Verankerung von Netto-Null-Zielen in Governance und Unternehmensstrategie.  

  • Transitionspläne als wichtiger Baustein für die Umsetzung: Unternehmen sollen darlegen, mit welchen Maßnahmen und Abhängigkeiten sie ihre Ziele erreichen wollen.  

  • Einführung einer Umsetzungshierarchie, die Unternehmen dabei unterstützt, Maßnahmen zur Dekarbonisierung in den eigenen Betriebsabläufen und Wertschöpfungsketten zu priorisieren.  

  • Kontinuierliche Fortschrittsbewertung: Unternehmen sollen Fortschritte sichtbar machen, Lücken und Hindernisse identifizieren und adressieren.  

  • Erweiterte Rolle von Klimaschutzfinanzierung unter anderem die Einführung des Anerkenungssystems über Ongoing Emissions Responsibility (OER).  

Warum wurde der Standard weiterentwickelt? 

Die Überarbeitung basiert stark auf Rückmeldungen von Unternehmen aus der Praxis. Viele Organisationen haben ihre Klimaziele in gutem Glauben gesetzt, sind jedoch bei der Umsetzung auf strukturelle Herausforderungen gestoßen, insbesondere:  

  • Eingeschränkte Datenverfügbarkeit entlang der Wertschöpfungskette
  • Komplexe Lieferketten (Scope 3) mit begrenzter Steuerbarkeit
  • Investitionszyklen, die nicht mit Zielzeiträumen übereinstimmen
  • Technologien, die noch nicht im erforderlichen Maß verfügbar sind

Ziel von CNZS 2.0 ist daher ein praxisnäherer, umsetzungsorientierter und gleichzeitig glaubwürdiger Rahmen für die Net-Zero-Transformation.

Was bedeutet Ongoing Emissions Responsibility (OER)?

Ongoing Emissions Responsibility (OER) beschreibt einen Rahmen, mit dem Unternehmen Verantwortung für laufende bzw. verbleibende Emissionen auf dem Weg zu Netto-Null übernehmen können. Dazu können ergänzende Klimaschutzfinanzierungen gehören.  

Wichtig ist die klare Einordnung: OER ersetzt keine Emissionsreduktionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette. Unternehmen müssen weiterhin konsequent an der Reduktion ihrer Scope-1-, Scope-2- und relevanten Scope-3-Emissionen arbeiten. OER kann eine glaubwürdige Netto-Null-Strategie ergänzen, indem Unternehmen zusätzliche Verantwortung für Emissionen übernehmen, die während der Transformation weiterhin entstehen.  

Was bedeutet Version 2.0 für Unternehmen?

Unternehmen, die bereits SBTi-Ziele haben, müssen nicht automatisch sofort handeln. Bestehende Ziele bleiben bestehen; die Revalidierung bzw. Neueinreichung wird gemäß aktuellem Informationsstand entweder beim Erreichen des Zieljahres oder beim verpflichtenden Fünfjahres-Review relevant – je nachdem, was früher eintritt. Unternehmen sollten den Übergang zu Version 2.0 jedoch frühzeitig für den nächsten Zielzyklus einplanen.  

Unternehmen mit geplanten SBTi-Zielen sollten prüfen, welche Anforderungen des neuen Standards für sie relevant sind. Besonders wichtig sind die Einordnung in die passende Firmenkategorie, die Auswirkungen auf Scope1 bis -3-Ziele, Anforderungen an Governance und Transitionspläne.

Auch die Frage, welche Rolle OER in der eigenen Klimastrategie spielen, kann von Interesse sein.

Ab wann ist der CNZS 2.0 gültig? Gibt es einen Übergangszeitplan?

Die Version 2.0 wurde am 11. Juni 2026 veröffentlicht. Ab dem 31. Januar 2027 ist die Verwendung von Version 2.0 für Zieleinreichungen möglich. Unternehmen können Ziele gemäßss Version 1.3.1 noch bis Ende Januar 2028 bei SBTi Services einreichen. Ab dem 31. Januar 2028 ist Version 2.0 für alle Zieleinreichungen verpflichtend.  

Unternehmen und Finanzinstitute haben gemässß dem vorliegenden Informationsstand bis zum 31. Januar 2027 die Möglichkeit, sich zur Festlegung separater kurzfristiger und/oder Netto-Null-Ziele zu verpflichten.  

Wie unterstützt myclimate Unternehmen beim Thema SBT?

myclimate unterstützt Unternehmen dabei, die Auswirkungen des Corporate Net-Zero Standard 2.0 einzuordnen und passende nächste Schritte zu definieren. Dazu gehören die Entwicklung oder Aktualisierung wissenschaftsbasierter Ziele, die Einbettung in eine ganzheitliche Klimastrategie, die Planung der Umsetzung sowie die Einordnung ergänzender Klimaschutzfinanzierung im Rahmen einer glaubwürdigen Netto-Null-Strategie.  

Möchten Sie wissen, was der neue Corporate Net-Zero Standard 2.0 für Ihr Unternehmen bedeutet? Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen Sie gerne bei der Einordnung und bei möglichen nächsten Schritten. 

Die eigenen Emissionen berechnen, den CO2-Fußabdruck vermindern und wirksame Klimaschutzprojekte unterstützen.

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