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Welche Standards erfüllen die myclimate Klimaschutzprojekte?

myclimate wendet bei der Entwicklung und Auswahl von Klimaschutzprojekten höchste Qualitätsmassstäbe an und berücksichtigt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie bewährte Marktpraktiken. Zur Sicherung einer hohen Umwelt- und Projektintegrität orientieren wir uns an unabhängigen, anbieterübergreifenden Initiativen wie den Core Carbon Principles (CCP) des Integrity Council for the Voluntary Carbon Market (ICVCM) sowie an zusätzlichen Qualitätsbewertungen durch unabhängige Rating-Agenturen.

Internationale Projekte werden vor allem nach Gold Standard und Plan Vivo, ausgewählte Projekte auch nach VCS (inkl. CCB und/oder SD-Vista) oder CSI zertifiziert. Projekte in der Schweiz werden gemäss den Vorgaben des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Bundesamts für Energie (BFE) entwickelt und überprüft. Für naturbasierte Projekte in Deutschland und Mitteleuropa arbeitet myclimate unter anderem mit Standards wie max.moor oder dem Waldstandard zusammen und wendet zusätzlich die eigenen «Guidelines for Local myclimate Projects» an.


Darüber hinaus entwickelt und begleitet myclimate Projekte im Rahmen von Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens für den internationalen Compliance-Markt.
 

Grundsätze für alle myclimate Klimaschutzprojekte

Für alle Projekte im myclimate Portfolio müssen folgende Kriterien erfüllt sein:  

  • Zusätzlichkeit/Additionalität: Projekt würde ohne die Finanzierung durch CO₂-Zertifikate nicht umgesetzt 
  • Dauerhaftigkeit: Eine Mindestdauer muss gewährleistet sein
  • Ausschluss von Doppelzählung: Um den Klimaschutzeffekt direkt messen zu können, ist eine exakte Buchführung über eingesparte Treibhausgasemissionen und stillgelegte Zertifikate zu führen.  
  • Validierung durch Dritte: Die Projekte müssen durch eine dritte Instanz zertifiziert werden. 
  • myclimate unterzieht jedes Projekt unabhängig von dessen Standard einer strengen internen Sorgfaltsprüfung (Due Dilligence) inkl. Umweltintegrität.  
     

Die Klimaschutzprojekte, die myclimate entwickelt und unterstützt, reduzieren nachweislich Emissionen, indem klimabelastende, fossile Energiequellen durch erneuerbare ersetzt oder energieeffizientere Technologien gefördert werden sowie Methanemissionen reduziert oder CO2-Emissionen in natürlichen Senken oder innovativen Technologien und Prozessen wie biogenen Baustoffen vermieden oder gespeichert werden. Das myclimate-Portfolio reicht von Solar- und Trinkwasseraufbereitungsanlagen, über Kompost-, Recycling- oder Kocher-Projekte bis zu Waldschutz, Wiederbewaldungs- und Renaturierungsinitiativen oder Projekten zur Wiedervernässung von Mooren und Pflanzenkohle-Projekten. 

Neben der messbaren Einsparung von Treibhausgasemissionen bringen die Projekte immer auch Verbesserungen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt. So werden Arbeitsplätze geschaffen, Infrastrukturen verbessert oder Gesundheitsrisiken vermindert. Die Artenvielfalt in der Projektregion wird geschützt und Bildungschancen für die Bevölkerung verbessert. myclimate weist transparent aus, zu welchen der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN jedes einzelne Projekt beiträgt.  

Bei der Umsetzung der Klimaschutzprojekte arbeitet myclimate meist eng mit erfahrenen und unabhängigen Partnern in den jeweiligen Ländern zusammen. Diese lokalen Partner stellen sicher, dass die Projekte vor Ort professionell umgesetzt werden und überprüfen deren Wirkung regelmäßig. Zusätzlich werden die Klimaschutzprojekte jährlich (im LUF-Bereich fünfjährlich) durch eine weitere unabhängige externe Instanz überprüft.

Internationale Klimaschutzprojekte

Bei den internationalen Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika handelt es sich um VER-Projekte (VERs sind Verified Emission Reductions) für freiwillige Klimaschutzbeiträge. Alle myclimate Klimaschutzprojekte im Energiebereich werden nach den Kriterien des Gold Standards geprüft. Die myclimate Projekte im Landnutzungsbereich erfüllen entweder die Richtlinien von Plan Vivo, des renommiertesten und striktesten Standards in diesem Bereich. Oder sie erfüllen die Richtlinien des VCS (Verified Carbon Standard) nach VERRA, wenn sie zusätzlich mit dem CCB- (Climate, Community & Biodiversity) und/oder SD-VISta-Standard (Sustainable Development Verified Impact Standard) verifiziert werden. Pflanzenkohle-Projekte registriert myclimate beim Carbon International Standards (CSI). Nachfolgend sind die verschiedenen Standards beschrieben.

Gold Standard 

Der Gold Standard ist ein unabhängiger Qualitätsstandard, der hochwertige Klimaschutzprojekte auszeichnet. Er wurde 2003 vom WWF und von anderen Umweltschutzorganisationen ins Leben gerufen und stellt sicher, dass sowohl Projekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) als auch Projekte im Rahmen der freiwilligen Finanzierung von Klimaschutzprojekten den höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Neben der tatsächlichen CO₂-Reduktion tragen Projekte, die mit dem Gold Standard ausgezeichnet sind, auch zur nachhaltigen Entwicklung in der jeweiligen Projektregion bei, den SDGs der UN. 

Plan Vivo 

Plan Vivo entstand 1996 und ist der älteste Standard zur Zertifizierung von Klimaschutzprojekten im Landnutzungsbereich. Er wurde spezifisch entwickelt, um Kleinbauern Zugang zum CO2-Markt zu ermöglichen. Waldschutz, Wiederaufforstungs- und Waldnutzungsprojekte erhalten das Label, wenn sie höchste Anforderungen erfüllen. Die Projekte sind lokal verankert und organisiert und die Kleinbauerfamilien erhalten mindestens 60 Prozent der Klimaschutzgelder. Ausserdem verfolgen die Projekte und Programme einen ganzheitlichen Ansatz. Sie schützen und stellen wichtige Ökosysteme wieder her.  Gleichzeitig schaffen sie Lebensgrundlagen für die lokale Bevölkerung. Damit stehen sie weltweit für höchste Integrität im Bereich von naturbasierten Klimaschutzlösungen. Der Standard fördert pragmatische Klimaschutzlösungen auf der Grundlage partizipatorischer Ansätze, die Gemeinden und Kleinbauern in den Mittelpunkt der Lösungen stellen. Es sind diese Qualitäten, die den Plan Vivo zu einem der glaubwürdigsten und stärksten Standards weltweit machen.

VCS 

Der Verified Carbon Standard (VCS), früher Voluntary Carbon Standard, ist ein Standard zur Zertifizierung von CO2-Emissionsreduktionen der Organisation VERRA, die 2007 gegründet wurde und zurzeit der meistverbreitete Standard auf dem freiwilligen CO2 Markt ist. myclimate hat zurzeit keine VCS-Projekte im Portfolio, behält sich jedoch die Option offen ausgewählte VCS-Projekte im Landnutzungsbereich aufzunehmen, wenn diese zusätzlich mit dem CCB- (Climate, Community & Biodiversity) und/oder SD-VISta-Standard (Sustainable Development Verified Impact Standard) zertifiziert sind. Gewohnheits- und gesetzliche Rechte müssen anerkannt und respektiert, eine freie, vorgängige und informierte Zustimmung eingeholt, sowie direkte und indirekte Kosten, Nutzen und Risiken bewertet und überwacht werden. Zudem muss schützenswerte Natur erhalten und ein positiver Nettoeffekt auf das Klima, die lokale Gemeinschaft und die biologische Vielfalt sichergestellt werden. 

Carbon Standards International 

Carbon Standards International (CSI) entwickelt Standards und Online-Tools für klimafreundliche Landwirtschaft und Industrie und bietet die Zertifizierung von Klimaschutzleistungen, zum Beispiel von Pflanzenkohle-CO2-Zertifikaten, an. Das Ithaka Institut übernimmt die wissenschaftliche Beratung von CSI und stellt sicher, dass die angewandten Methoden wissenschaftlich fundiert sind. Das Institut wurde von Hans-Peter Schmidt gegründet, einem anerkannten Pionier in der Erforschung und Anwendung von Pflanzenkohle. Das Register wird offiziell von der «Global Carbon Register Foundation». CSI ist von ICROA anerkannt und erfüllt damit die Anforderungen des Carbon Credit Code of Best Practice, der auf eine Verbesserung der Qualität und Integrität von Projekten im freiwilligen CO2-Markt abzielt. 

Internationale Projekte für verpflichtende Märkte nach Artikel 6

Um den internationalen Klimaschutzprozess nach 2020, also nach der Gültigkeit des Kyoto-Protokolls, aufrechterhalten zu können, bestand die Notwendigkeit eines neuen Klimaabkommens. Dieses wurde 2015 auf der Klimaschutzkonferenz in Paris als das «Übereinkommen von Paris» verabschiedet. 2021 wurde an der COP26 in Glasgow der für Klimaschutzprojekte relevante Artikel 6 verabschiedet, der Emissionsverminderungen zwischen Staaten untereinander (6.2) und zwischen Staaten und Privaten (6.4.), also dem so genannten Freiwilligenmarkt, regelt. Auf der COP29 in Baku wurden weitere Regeln und Leitlinien verabschiedet, die den Weg für die vollständige Operationalisierung des Mechanismus ebnen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem globalen, von der UN verwalteten freiwilligen Kohlenstoffmarkt. 

Die Vereinbarung zielt darauf ab, einen regulierten, hochintegrierten Kohlenstoffmarkt zu schaffen, wobei das Aufsichtsgremium die Aufgabe hat, den Mechanismus umzusetzen und weitere Leitlinien für seine Funktionsweise zu entwickeln. Zertifikate des freiwilligen Marktes, welche bis zum Jahr 2020 generiert wurden (vintage 2020 oder älter) fallen noch unter das Kyoto-Protokoll. Zertifikate jüngeren Datums fallen bereits unter das Regelwerk des Pariser Klimaschutzabkommens.

Als Projektentwickler mit über 25 Jahren Erfahrung entwickelt myclimate auch Projekte nach Artikel 6 für bilaterale und multilaterale Partnerschaften sowie für verpflichtende Märkte. Dabei wendet myclimate dieselben hohen Anforderungen an Qualität, Umweltintegrität und Transparenz an wie bei Projekten des freiwilligen Kohlenstoffmarktes.

Mehr zu unseren Aktivitäten im Bereich Artikel 6

Zusätzliches Qualitätsversprechen Core Carbon Principles (CCP)

Die Core Carbon Principles (CCP) wurden durch den Integrity Council for the Voluntary Carbon Market (ICVCM) entwickelt. Sie definieren Kriterien für hochwertige Kohlenstoffzertifikate und sollen die Integrität des freiwilligen Kohlenstoffmarktes stärken.

Im Gegensatz zu Standards wie Gold Standard, Plan Vivo oder VCS zertifizieren die CCP keine Projekte direkt. Stattdessen bewertet der ICVCM, ob bestimmte Kategorien von Carbon Credits die Anforderungen an Umweltintegrität erfüllen. Credits, die diese Anforderungen erfüllen, können mit dem CCP-Label gekennzeichnet werden.

Für Unternehmen bieten CCP-gelabelte Credits eine zusätzliche Orientierungshilfe bei der Auswahl hochwertiger Klimaschutzprojekte. myclimate begrüsst Initiativen zur Stärkung von Transparenz und Qualität im freiwilligen Kohlenstoffmarkt und verfolgt die Entwicklung der CCP-Kriterien und deren Anwendung laufend.
 

Weitere externe Massnahmen: Projektbewertungen durch Rating-Agenturen

Neben Zertifizierungsstandards gewinnen unabhängige Qualitätskontrollen zum Beispiel durch Rating-Agenturen wie Sylvera, BeZero Carbon oder Calyx Global zunehmend an Bedeutung. Sie bewerten Klimaschutzprojekte aus Drittparteiperspektive anhand von Kriterien wie Umweltintegrität, Zusätzlichkeit, Permanenz, Risiko von Emissionsverlusten oder Governance.

Ratings ersetzen jedoch keine Zertifizierung durch etablierte Standards. Vielmehr bieten sie eine ergänzende, unabhängige Einschätzung der Projektqualität und helfen dabei, Stärken und potenzielle Risiken einzelner Projekte besser zu verstehen. Als weiteren Mechanismus, um die Qualität von Projekten transparent darzustellen und zu sichern, begrüsst myclimate die Arbeit von Rating Agenturen und steht mit diesen in stetigem Austausch. 

myclimate nutzt Ratings als zusätzliche Informationsquelle im Rahmen der eigenen Due-Diligence-Prüfung. Die Bewertungen werden dabei stets gemeinsam mit weiteren Qualitätskriterien, den Anforderungen der jeweiligen Standards sowie der projektspezifischen Expertise von myclimate betrachtet.
 

Klimaschutzprojekte in Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Die Projekte und Förderprogramme im Inland von myclimate sind ebenfalls höchster Qualität verpflichtet. Sie treiben messbaren Klimaschutz in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein voran. Die Klimaschutzprojekte decken die Bereiche Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Natur, Mobilität und Landwirtschaft ab. Grundsätzlich wird zwischen verpflichtendem und freiwilligem Markt unterschieden.

BAFU/BFE für den verpflichtenden Kompensationsmarkt in der Schweiz 

Das CO₂-Gesetz und die dazugehörige CO₂-Verordnung bilden die rechtliche Grundlage für die Umsetzung von CO₂-Kompensationsprojekten im verpflichtenden CO₂-Markt in der Schweiz. Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie BFE Empfehlungen zur Umsetzung dieser gesetzlichen Bestimmungen ausgearbeitet und in der Vollzugsmitteilung «Projekte zur Emissionsverminderung im Inland» dargelegt. 

Standards für naturbasierte Klimaschutzprojekte im freiwilligen Markt


Für naturbasierte Klimaschutzprojekte in Deutschland und Mitteleuropa arbeitet myclimate mit anerkannten Standards und Qualitätsrahmen für Moor-, Wald- und Landschaftsprojekte zusammen. Dazu gehören beispielsweise max.moor für Moorrenaturierungsprojekte sowie der Waldstandard für hochwertige Waldklimaschutzprojekte. Diese Standards unterstützen die transparente Erfassung der Klimawirkung sowie weiterer Umwelt- und Biodiversitätsleistungen.

myclimate Guidelines for Domestic Projects

Die «myclimate Guidelines for Domestic Projects» dienen als Grundlage für die Entwicklung von Klimaschutzprojekten in Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein für den freiwilligen Markt, bei welchen kein offizieller Standard zur Verfügung steht. Die «myclimate Guidelines for Domestic Projects» wurden in Anlehnung an die strengen Vorgaben des Gold Standards und der Schweizer Vollzugsmitteilung des BAFU und des BFE entwickelt. Sie dienen als Grundlage sowohl für freiwillige Klimaschutzbeiträge mit oder ohne myclimate Label «CO₂-bilanziert – Klimaschutzprojekte finanziert». Alle Projekte unter den Guidelines werden von unabhängigen, externen Auditoren überprüft, mit Ausnahme von sehr kleinen Regionalen Klimaschutzprojekten, bei welchen myclimate eine interne Validierung und Verifizierung durchführt. Alle Projekte unter diesen Guidelines, ausser Projekte für Regionalen Klimaschutz (siehe unten), werden zur Absicherung der Qualität mit Zertifikaten von internationalen Klimaschutzprojekten hinterlegt.

Die eigenen Emissionen berechnen, den CO2-Fussabdruck vermindern und wirksame Klimaschutzprojekte unterstützen.

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