Earth Overshoot Day: Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um?

Jahr für Jahr nimmt die Ausbeutung der Erde zu: Es werden mehr Ressourcen verbraucht, als der Planet zur Verfügung stellen kann. Der Earth Overshoot Day zeigt diese Problematik auf: Er gibt das genaue Datum an, an dem die jährlich verfügbaren Ressourcen erschöpft sind. 2024 fällt er auf den 1. August, einen Tag früher als 2023.

Die Menschheit lebt auf Pump und steckt damit in einem ökologischen Dilemma: Sie lebt auf Kosten der Erde. Jahr für Jahr übersteigt der Ressourcenverbrauch das natürliche Regenerationsvermögen unseres Planeten. Um diese Überbelastung zu zeigen, wird jährlich der Earth Overshoot Day berechnet. In diesem Jahr fällt er auf den 1. August. Das ist der Tag, an dem alle Ressourcen aufgebraucht sind, die unser Planet im gesamten Kalenderjahr zur Verfügung stellen kann. 

Die Menschheit hat also bereits in etwas mehr als einem halben Jahr die erneuerbaren Ressourcen der Natur aufgebraucht. Anders ausgedrückt: Im Jahr 2024 hat ein Mensch im Durchschnitt die natürlichen Ressourcen von etwa 1,7 Erden verbrauchen. 

Dies macht deutlich, dass die Grenzen unseres Planeten überschritten sind. Für eine nachhaltige Existenz müsste der Overshoot Day auf den 31. Dezember oder noch später verschoben werden. Dann würde die Menschheit höchstens noch so viele Ressourcen benötigen, wie nachwachsen können. 

Übrigens: Würden alle so leben wie die Bevölkerung in der Schweiz, wäre die Lage noch düsterer. Der Swiss Overshoot Day 2024 ist bereits am 27. Mai. 

Wie wird der Overshoot Day berechnet? 

Der Overshoot Day vergleicht das Angebot und die Nachfrage der Ressourcen der Erde. Das Angebot entspricht der gesamten Biokapazität der Erde, also wie viele Ressourcen sie aufbauen und wie viel Abfall und Emissionen sie aufnehmen kann. Dafür sind Wälder, Felder, Seen, Meere und andere natürliche Ökosysteme entscheidend – man nennt sie auch «Senken». Die unterschiedliche biologische Produktivität und dieser Lebensräume spielen eine entscheidende Berechnung der Biokapazität.  

Die Nachfrage entspricht dem ökologischen Fussabdruck der gesamten Menschheit, sprich: der nötigen Fläche für die Produktion der Ressourcen, die alle Menschen im Jahr verbrauchen. 

Der Overshoot entsteht, sobald die Nachfrage das Angebot an verfügbaren Ressourcen übersteigt. Die genaue Formel für die Berechnung des Earth Overshoot Day lautet:  

(Biokapazität der Erde / Ökologischer Fussabdruck der Weltbevölkerung) * 365 Tage (dieses Jahr sind es wegen des Schaltjahres 366 Tage) 

 

Wie hat sich der Earth Overshoot Day entwickelt? 

In den 1970er Jahren lag der Earth Overshoot Day noch im Dezember. Seither findet er kontinuierlich früher im Jahr statt. Seit den 2010er Jahren ist er jeweils schon im August. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig: 

  • Die Weltbevölkerung wächst stetig 
  • Durch den steigenden Wohlstand werden mehr Güter verbraucht 
  • Natürliche Ökosysteme werden in landwirtschaftliche Flächen oder Industrie- und Wohngebiete verwandelt 

Dies alles beschleunigt den Klimawandel, der wiederum zum Verlust von natürlichen Ökosystemen beiträgt. 

Der Trend zeigt eindeutig in eine Richtung: Die Menschen verbrauchen immer mehr Ressourcen. Wenn die Erdbevölkerung wie von der UNO geschätzt weiter wächst, werden im Jahr 2050 9,7 Milliarden Menschen auf dem Planeten leben – und jedes Jahr die Ressourcen von drei Erden verbrauchen. Um das zu verhindern, gilt es, nachhaltige Lebensstile zu entwickeln.  

 

Welche Lösungsansätze gegen den immer früheren Earth Overshoot Day gibt es? 

Das COVID-19 Jahr 2020 zeigt deutlich, dass ein Wandel möglich ist. Durch die ergriffenen Massnahmen und die verringerte wirtschaftliche Aktivität war der Earth Overshoot Day in diesem Jahr erst am 16. August – rund zwei Wochen später als im Vorjahr. Diese Entwicklung war aber nicht von Dauer: 2021 war es bereits am 29. Juli so weit. 

Die Strategie für eine nachhaltige Zukunft beruht auf drei zentralen Aspekten: 

  • Effizienz: Die bessere Nutzung von Ressourcen, sodass Güter mit weniger Energie- und Ressourcenaufwand produziert werden. 
  • Konsistenz: Die Ablösung der linearen Produktwirtschaft zugunsten einer Kreislaufwirtschaft, in der möglichst wenig Abfall entsteht. Dabei stehen erneuerbare Energien im Zentrum. 
  • Suffizienz: Eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils, wobei die Wirtschaft nicht auf stetiges Wachstum ausgerichtet ist, sondern der Verbrauch von Ressourcen in Massen angestrebt werden. Ziel ist, Wünsche und Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu erfüllen, ohne eine übermässige Verschwendung oder Konsum zu betreiben.  

Konkrete Ansätze will die Kampagne #MoveTheDate anbieten. Sie legt den Fokus gezielt auf fünf Bereiche (Planet, Städte, Bevölkerung, Energie und Lebensmittel), um den Earth Overshoot Day auf den 31. Dezember zu schieben.  

Schlussendlich lässt sich der Earth Overshoot Day nur dann später ins Jahr verschieben, wenn die Menschheit suffizientere und effizientere Lebensstile aufweist. Das heisst unter anderem, dass jede und jeder seinen CO2-Fussabdruck reduziert. Wie das als Privatperson geht, erfahren Sie in unseren FAQ zu Sinnvollen Massnahmen gegen den Klimawandel.

 

Wie setzt sich myclimate für #MoveTheDate ein? 

myclimate bietet Lösungen für ein wirksames Engagement in Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Werden Sie als Unternehmen aktiv für das Klima und berechnen Sie Ihre Emissionen, damit Sie wissen, mit welchen Schritten Sie Ihren CO2-Fussabdruck effektiv verkleinern. 

 

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Quellen:
Country Overshoot Days 2024 - Earth Overshoot Day (footprintnetwork.org)
 

Weitere spannende Informationen rund um den Klimawandel und Klimaschutz in der Schweiz finden Sie in unserem Klimabooklet

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